Bietigheim-Bissingen Von der Kunst des Fahrradfahrens

Von Helga Spannhake
Der Bönnigheimer Bike-Champion Oliver Widmann zeigte am Kronenplatz sein Können. Foto: /Martin Kalb

Beim Radaktionstag rund um Enzbrücke, Kronenplatz und Enzpavillon informierten Institutionen, Vereine und Firmen. Zusätzlich gab es eine spektakuläre Rad-Show.

B

Bürgermeister Michael Wolf eröffnete am Kronenplatz den Radaktionstag, freute sich über die zahlreich erschienenen Radbegeisterten und erzählte, dass er selbst zu Terminen auch mit dem Drahtesel unterwegs sei: „Das ist gesund und hat nebenher noch einen guten Effekt für den Klimaschutz“.

Neben dem Dank an alle Akteure, die zum Gelingen der Veranstaltung am Sonntag beigetragen hatten, ging er auch kurz auf die Baustellensituation in Bietigheim-Bissingen ein, die die Autofahrer sicher gerade als nicht optimal beschreiben würden: „Wir sanieren nicht nur die Fahrbahn für die Autos, sondern wir bauen auch für den Fuß- und Radverkehr eine ganz wichtige Infrastruktur“, erläuterte er. Ein besonderer Gruß galt schließlich noch den Teilnehmern der geführten Metterradwegtour, bevor Michael Wolf die Bühne freigab für zwei außergewöhnliche Radprofis.

Stunts mit Unterstützung aus dem Publikum

Trail-Weltmeister Oliver Widmann aus Bönnigheim bot gemeinsam mit Fahrradartist und Wetten-Dass-Wettkönig Daniel Rall spektakuläre Sprünge. Vor allem eine funktionierende Bremse sei wichtig, witzelte Daniel Rall, während er und Oliver Widmann ihre Bikes haarscharf und punktgenau vor dem Publikum stoppten.

Ob Wheelie, also das Fahren nur auf dem Hinterrad, oder gekonnte Sprünge über ein sich schnell drehendes Seil – Daniel Rall begeisterte alle ebenso wie Oliver Widmann. Letzterer sprang mit seinem Bike auf ein hohes Podest und von dort aus unter dem Jubel der Umstehenden weiter über einen auf dem Boden liegenden Jungen auf ein weiteres Podest. Was bei den beiden so spielerisch aussah, erfordere aber intensives tägliches Training, verriet Daniel Rall.

Viele unterschiedliche Angebote rund ums Rad

Neben der Aktion und dem Spaß mit den Radsportprofis gab es für die Besucher des Radaktionstages noch viele interessante weitere Angebote. So war Polizeioberkommissarin Daniela Rodrigues vom Referat Prävention aus Ludwigsburg dabei, um Kinder und ihre Eltern zu sensibilisieren, wie wichtig es ist, im Straßenverkehr gut gesehen zu werden: „Da sieht man ganz schlecht“, wandte sie sich an einen Jungen, der gerade konzentriert in den mitgebrachten dunklen Guckkasten schaute. Darin saßen Stofftiere und Puppen. Die mit Reflektorwesten waren für die Kinderaugen gut zu erkennen, aber der komplett schwarze Stoffpanther verschwamm mit dem dunklen Hintergrund. Um Sicherheit ging es auch bei Harry Huschina, dem Teamchef von HCS-Racing: „Die Leute überschätzen sich oft und landen dann im Gebüsch“, erklärte er und nannte als Ursache die neue Motorisierung, denn damit beschleunige ein Mountainbike in nur zwei Sekunden auf 30 Stundenkilometer, was eben nicht jeder ausbalancieren könne.

Wettbewerb im Langsam-Fahren beim ADFC

Um Balance ging es ein Stück weiter auch beim ADFC, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club. Beim Langsam-Fahrwettbewerb galt es für sechs Meter möglichst lange in den Pedalen zu verharren. Außerdem konnte man beim ADFC sein Fahrrad codieren lassen, um so potenzielle Diebe abzuschrecken.

Der Verein StadtMobil war ebenfalls mit einem Stand anwesend, auch wenn hier die Kinder aufs Bobby Car stiegen und ihre Eltern etwas über Carsharing lernen konnten, und bei der Radwaschanlage hatte sich sogar eine kleine Schlange gebildet. Das lag allerdings daran, dass es leider einen Stromausfall gab und erst ein Ersatzkabel besorgt werden musste.

Um 15 Uhr schließlich füllte sich der Platz vor dem Enzpavillon, denn Bürgermeister Michael Wolf begann mit einer kleinen Auktion. Versteigert wurden 15 unterschiedliche Fahrräder – von Vintage über Trekkingbike bis hin zum Allrounder, und da ließ sich so manches Schnäppchen machen.

 
 
- Anzeige -