Bietigheim-Bissingen Von Müllansammlungen und Regenrückhaltebecken

Von Yannik Schuster
Den Bissingern lagen diverse Themen, die ihren Stadtteil betreffen, auf dem Herzen. Darunter etwa der Zustand der Gerokstraße oder häufige Ausfälle von Bussen. Foto: /Werner Kuhnle

Oberbürgermeister Jürgen Kessing und Vertreter des Gemeinderates kamen zum Stadtteil-Gespräch nach Bissingen.

Einmal pro Jahr kommt der Bietigheim-Bissinger Oberbürgermeister Jürgen Kessing gemeinsam mit Vertretern von Stadtverwaltung und Gemeinderat für ein Stadtteil-Gespräch nach Bissingen. Am Donnerstag waren dazu rund 15 Bürgerinnen und Bürger erschienen, die zumeist kleinere Anliegen auf dem Herzen hatten.

Doch zunächst berichtete der OB, wie bei solchen Veranstaltungen üblich, was sich im vergangenen Jahr getan hat. So sprach Kessing über die Situation an den Kindergärten (Platz ist vorhanden, Betreuungspersonal nicht immer), den Ausbau auf dem Schulcampus in Bissingen, laufende Förderprogramme für Balkonkraftwerke, Regenwasser-Zisternen und Co., die fortgeführt werden sollen sowie Hoch- und Tiefbaumaßnahmen, die den Stadtteil betreffen. Mit Blick auf die Arbeiten an der B 27 schwörte er die Bissinger bereits auf ein hartes Jahr 2026 ein. Wie berichtet, steht dann unter anderem die Sanierung der Auwiesenbrücke an.

Zustand der Gerokstraße

Ein Bürger beklagte größere Müllansammlungen neben einem Altkleidercontainer in der Südstraße. Mehrere Kubikmeter würden sich dort ansammeln, und das schon mindestens das dritte Mal in diesem Jahr. Ordnungsamtsleiter Matthias Volk versicherte, dass man an dem Thema bereits dran sei und an den Grundstückseigentümer herantrete, um diesen in die Pflicht zu nehmen. So wolle man erwirken, dass der Container an dieser Stelle entfernt wird, sagte Volk. OB Kessing ergänzte, dass man auch den geplanten Kommunalen Ordnungsdienst dahingehend schulen könne.

Ein weiteres Thema der Bissinger war der „miserable“ Zustand der Gerokstraße kurz vor der Kreuzung mit der Ludwigsburger Straße. OB Kessing erklärte, dass die Strecke im Straßenrenovierungsprogramm 2026 vorgesehen sei. „Wir können nur eins nach dem anderen machen.“

Die fehlende Laubräumung an einigen Stellen monierte ein anderer Bürger. Bei Frost entstehe so schnell eine Sturzgefahr, appellierte er an die Verkehrssicherungspflicht der Stadt. Baubürgermeister Michael Wolf versicherte, dass man auf öffentlichen Wegen so schnell wie möglich das Laub räume. Gleichzeitig nahm er Privatpersonen in die Pflicht, auf ihren Grundstücken ebenso sichere Verhältnisse herzustellen.

Warum so häufig Busse der Linien 554 und 556 ausfallen würden, wollte ein Bissinger wissen. Matthias Volk versprach, das Gespräch mit Spillmann zu suchen, verwies aber auch auf den VVS-Störungsmelder, um vorab über mögliche Ausfälle informiert zu werden. OB Kessing ergänzte, dass Busfahrer derzeit nur schwer zu finden seien, sodass bei einer kurzfristigen Krankheit kaum Ersatz zu beschaffen sei.

Schutz vor Überflutung

Leidenschaftlich setze sich ein weiterer Bürger dafür ein, die Planungen für ein Regenrückhaltebecken für den Saubach zu beschleunigen. Seit der letzten Überflutung 2018 sei hier nichts geschehen. Baubürgermeister Wolf widersprach dem vehement. Mit einem Fachbüro, der Stadt Tamm, dem Landratsamt und dem Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) habe man mehrere Varianten und Standorte geprüft. Derzeit warte man auf das RPS. Zudem habe man diverse Sofortmaßnahmen ergriffen. Stadtrat Hermann Eppler (CDU) schaltete sich in die Diskussion ein: Er habe das Thema in den vergangenen Jahren immer wieder angestoßen, dennoch habe er auch ein Stück weit Verständnis für die Verwaltung. Dennoch machte er deutlich: „Bevor das fertig wird, steht die Bahnhofstraße nochmal unter Wasser.“

Wolf versuchte zu erklären, dass man bei der Planung darauf achten müsse, wohin man die Wassermengen verdränge, andernfalls könnte eine undurchdachte Maßnahme katastrophale Folgen für einen anderen Bereich haben. Werner Kiemle (SPD) sagte, die getroffenen Sofortmaßnahmen, wie etwa die Säuberung des Kanals unter der Bahnhofstraße, sei bereits die halbe Miete. Und OB Kessing machte deutlich: „Wir müssen mit den Gefahren umgehen können.“

 
 
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