Wussten Sie, dass Florfliegen ihre Eier gezielt an Pflanzen legen, auf denen sich bereits Blattläuse – das Lieblingsfutter der Larven – befinden? Oder dass Libellen Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde erreichen können? Informationen wie diese finden sich auf den Informationstafeln des Insekten und Biodiversitätspfads in Bietigheim-Bissingen.
Bietigheim-Bissingen Von Wildbienen, Libellen und Co.
Der Insekten- und Biodiversitätspfad in Bietigheim-Bissingen stellt die heimischen Arten vor und vermittelt Interessantes zum Artenschutz.
Zurück geht die Idee für den Pfad auf einen Antrag der SPD-Fraktion im Gemeinderat anlässlich der Haushaltsberatungen 2020. Die Idee: Ein Insektenlehrpfad, der über Wildbienen, Schmetterlinge und andere gefährdete Insektenarten informieren soll. Auf den Schautafeln solle fachlich anspruchsvoll und zugleich gut verständlich Wissen vermittelt werden, so der Anspruch der Fraktion.
Der Lehrpfad wurde seinerzeit im Zuge des Förderprogramms Blühflächen und Biodiversitätspfade 2021 des Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz mit 55.000 Euro gefördert, die Kosten für die Beschilderung und die Anlage der Biotopflächen lag etwas darüber.
Lehrpfad durchs Grüne
Beim Rundgang über den circa vier Kilometer langen Lehrpfad, vom Gebiet Kreuzäcker bis nach Bissingen über dem Südportal des Grotztunnels – oder umgekehrt – zeigt sich: an Informationen mangelt es auf den Schautafeln nicht. Wer möchte kann an jeder der insgesamt 18 Stationen einiges über Insekten und Biodiversität erfahren. So gibt es Informationen über heimische Käfer, Heuschrecken, nachtaktive Insekten, Schmetterlinge oder aber die Landschaftspflege an Enz und Metter, den Lebensraum Saubachtal und die Biotopfläche Kayhstraße. Der Lehrpfad ist einladend, verläuft er doch über weite Strecken durchs Grüne. Zwischendurch können sich Spaziergänger auf einer der Bänke ausruhen. Die Schautafeln sind überwiegend in einem guten Zustand, vereinzelt findet man etwas Dreck vor, der die Lesbarkeit jedoch zu keiner Zeit beeinträchtigt. Abgesehen von zwei Schautafeln zu insektenfreundlichen Stauden und dem Lebensraum Saubachtal sind alle Stationen barrierefrei zugänglich. Verlaufen kann man sich unterwegs kaum, denn ein kleiner Käfer auf der Straße weist den korrekten Weg zur nächsten Schautafel.
Manche der Tafeln bieten gar kleine interaktive Elemente, so verstecken sich Bilder von Schmetterlingsraupen und -puppen etwa unter eine Klappe, die es anzuheben gilt. An einigen Stationen finden Spaziergänger zudem Tier-Skulpturen von Stefan Vollrath – von der Heuschrecke über den Feuersalamander bis hin zum Hirschkäfer.
Aus Sicht der Stadt wird der Lehrpfad sehr positiv angenommen, einige Vereine hätten bereits Führungen gebucht, andere Bürger laufen den Pfad eigenständig, berichtet Ina Klein vom Presseamt der Stadt.
Vandalismus an den Tafeln
Allerdings mussten durch mehrere Vandalismustaten bereits Tafeln ausgetauscht werden, unter anderem die Schautafel „Blühbrache“ an der Kayhstraße oder die Station „Beeren-Vielfalt“. Auch die Holzkäfer mit herausnehmbaren Prismen-Augen wurden nicht mehr aufgestellt, das ständig die Augen fehlten und auch zwei Käfer beschädigt wurden. Darüber hinaus wurden Instandhaltungen, beziehungsweise Ausbesserungen der Holzskulpturen vorgenommen. Neben der Kontrolle, der Reinigung und falls nötig dem Austausch der Schautafeln gehört auch das Gießen, die Pflege der Wildkräuter und Stauden sowie die Mahd und Pflege der Biotopflächen den zu Aufgaben der städtischen Mitarbeiter. Mit dem Zuschuss des Ministeriums war die Auflage verbunden, dass die Stadt den Pfad mindestens zehn Jahre lang unterhält, erklärt Klein.
Weitere Informationen und Materialien, unter anderem auch ein Quiz, um Gelerntes abzufragen, gibt es online.
