Am liebsten spiele ich moderne Stücke“, verrät der achtjährige Leonhard Huang. Seit fünf Jahren spielt er Klavier und hat dieses Jahr bereits an seinem zweiten Musikwettbewerb teilgenommen. Leonhard gewann bei „Jugend musiziert“ den ersten Preis.
Bietigheim-Bissingen Vor dem Auftritt noch schnell auf das Klettergerüst
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ wurden am Montag in der städtischen Musikschule Bietigheim-Bissingen geehrt.
Der besondere Klang des Instruments habe ihn dazu gebracht sich das Klavier auszusuchen. Und so kommt er wöchentlich zum Unterricht in die städtische Musikschule Bietigheim-Bissingen. Mittlerweile ist seine Übungszeit von 22 Minuten auf 45 Minuten pro Woche in der Musikschule angestiegen und zu Hause gehört das Üben natürlich auch dazu. Vor allem für den Wettbewerb. „Da habe ich oft in der Woche geübt und musste mich ganz schön konzentrieren“, erzählt Leonhard.
Am Montag gab es für die Nachwuchstalente der städtischen Musikschule einen Empfang mit Geschenken, als Dank für ihr Engagement. Dabei betonte Musikschulleiterin Barbara Hernandez: „Ihr könnt euch auf die Schulter klopfen. Ihr musstet viel üben und manchmal nervt’s, ich kann es verstehen.“ Einen Applaus gab es auch für die Eltern, die ihre Kinder in dieser Zeit begleitet und unterstützt haben.
Auch Eltern müssen lernen
Dass die Vorbereitungen für „Jugend musiziert“ eine Familienaufgabe sind, können die Eltern von Leonhard nur bestätigen. „Ja, wir haben ihn auch erinnert und motiviert weiter zu üben“, sagt Mutter Chechen Hu. Und der Vater Xuhui Huang verrät: „Ich musste auch einiges lernen, damit ich ihn unterstützen kann. Manchmal habe ich mir das Stück auf Youtube angehört, um es mit seinem Spiel vergleichen zu können. Wir sind schon sehr stolz auf ihn.“
Ganz anders sieht es bei der achtjährigen Olivia Saerbeck aus. Bei ihr kann nicht nur die Mutter Klavier spielen und weiß worauf sie achten muss, sondern auch ihre beiden Schwestern Lilia und Valentina. Alle drei Schwestern spielen Geige und Klavier und haben in diesem Jahr mit einem Klavierstück am Landeswettbewerb teilgenommen.
Seit neun Jahren spielt die 13-jährige Valentina Saerbeck Klavier. „Ich finde das Instrument so toll, weil man sich damit einfacher auch selbst etwas beibringen kann“, sagt die 13-Jährige. Wie ihre beiden Schwestern spielt sie auch Geige und nahm zum dritten Mal am Wettbewerb teil. Das bedeutete für alle Schwestern täglich rund eine Stunde üben. Valentina, die Älteste, am Abend, die beiden jüngeren Schwestern am Nachmittag. In einer Familie mit so vielen Musiktalenten muss die Übungszeit gut geplant sein. Für die zehnjährige Lilia Saerbeck war es der erste Wettbewerb. „Ich war am Anfang schon sehr aufgeregt vor der Jury zu spielen, aber dann hat es Spaß gemacht“, erzählt die Zehnjährige. Also hat sich das viele Üben gelohnt? Auf jeden Fall und die Teilnahme am Landeswettbewerb sei eine tolle Erfahrung gewesen. „Ich will auf jeden Fall nächstes Jahr wieder mitmachen. Mal schauen mit welchem Instrument. Das kommt auf das Stück an“, sagt Lilia und ihre Schwester Olivia stimmt nickend zu, „ja, auf jeden Fall wieder“.
Üben in den Weihnachtsferien
„Wer weiß, was daraus noch werden wird“, sagte Oberbürgermeister Jürgen Kessing in seiner Dankesrede an die erfolgreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer und überreichte am vergangenen Montag Geschenktaschen mit Trinkflaschen, Sporttüchern und Einkaufsgutscheinen.
Während für viele der Klang bei der Auswahl des Instruments entscheidend war, entschied sich die neunjährige Johanna Kreibich für die Oboe, „weil man da mit anderen zusammen spielen kann“. Und das sehr erfolgreich. Zusammen mit Pauline Hertneck am Fagott und Elisa Ding an der Klarinette holte Johanna Kreibich den ersten Preis in der Ensemblebewertung „Kammermusik: gemischte Holzblasinstrumente“. In den Weihnachtsferien hatte sich das Trio sogar zu Hause getroffen, um zu üben. Johanna ist im Zusammenspiel auch schon routiniert. Gleich mehrere Auftritte hatte sie bereits mit dem Orchester der Musikschule absolviert.
Und was hilft bei den jungen Talenten gegen die Nervosität vor dem Auftritt? „Schokolade essen“, sagt die zehnjährige Lilia. Ihre Schwester Olivia atmet hingegen lieber tief durch und Leonhard klopft sich vor der Bühne noch mal auf die Brust. „Wir waren vorher noch mal auf dem Klettergerüst“, verrät Johanna. Alles scheint geholfen zu haben, denn alle schafften es ganz weit nach vorne beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“.
