Viele Arbeitnehmer kennen das Problem: Lange im Voraus muss der kommende Urlaub geplant werden. Und trotzdem kommt es in so manchem Unternehmen vor, dass in der Urlaubszeit – den Sommerferien – plötzlich Personalknappheit herrscht. Während das in der privaten Wirtschaft zunächst einmal zulasten des Umsatzes geht, können sich öffentliche Einrichtungen nur bedingt Einschränkungen bei ihren Dienstleistungen erlauben.
Bietigheim-Bissingen Wenn die Mitarbeiter im Urlaub sind
Sommerferien sind Reisezeit. Trotzdem müssen öffentliche Einrichtungen weiter funktionieren. Die Urlaubsplanung kann herausfordernd sein.
Und dennoch ist in einigen Bereichen der städtischen Dienste – sprich Bauhof, Stadtgärtnerei, Ordnungsamt und Co. – aufgrund von Urlaubsabwesenheiten eine gewisse Personalknappheit zu verzeichnen, wie Presseamtsleiterin Anette Hochmuth auf BZ-Anfrage bestätigt. „Viele Mitarbeitenden haben Familien mit Kindern und genießen ihren wohlverdienten Sommerurlaub mit ihren Familien.“ Wichtig sei, dass für die Bürger die gewünschten Dienstleistungen trotz Personalknappheit erbracht werden. Unter anderem im Bauhof müssen deshalb die Veranstaltungen, die in den Sommerferien stattfinden, insbesondere der Pferdemarkt sowie laufende Aufgaben der Stadtgärtnerei, Straßenreinigung und Instandhaltungen eingeplant werden.
Urlaubssperren wo nötig
„Die Personalplanung ist in den Ferienzeiten immer herausfordernd, da angefangene Aufgaben und Projekte fristgerecht abgeschlossen werden sollen und dafür weniger Personal durch Urlaubsabwesenheiten zur Verfügung steht.“ Wo nötig, arbeite man deshalb auch mit Urlaubssperren. Rund um den Pferdemarkt müsse so beispielsweise der Bauhof mit voller Mannschaftsstärke anwesend sein, ebenso die beteiligten Mitarbeiter im Ordnungs- und Presseamt.
Um den Dienstleistungsbetrieb aufrecht zu erhalten, könne es in manchen Bereichen auch vorkommen, dass verfügbare Kräfte mehr arbeiten müssen. „Priorität haben die Dienstleistungen für die Bürger und die Aufgaben zur Aufrechterhaltung des Verwaltungs- und Dienstleistungsbetriebs“, sagt Anette Hochmuth.
Kommandant Frank Wallesch von der Freiwilligen Feuerwehr Bietigheim-Bissingen kann dagegen nicht über Personalknappheit klagen: Das sei in dieser Form noch nie ein Problem gewesen. Und das obwohl der Urlaub bei der Freiwilligen Feuerwehr nicht angemeldet werden muss. Unter den Ehrenamtlichen habe man einen bunten Mix aus Familien, die während der Sommerferien in den Urlaub fahren und Kinderlosen, die ohnehin lieber außerhalb der Ferien verreisen. Sollte es doch einmal klemmen, könne man zudem auf beide Abteilungen der Feuerwehr zurückgreifen, sagt der Kommandant. Und für besondere Herausforderungen, etwa den Pferdemarkt Ende August, könne man mit Bereitschaften reagieren, sofern erforderlich.
Anspruchsvoll gestaltet sich die Urlaubsplanung in den Sommermonaten auch bei den Kliniken im Kreis, verrät Pressesprecher Alexander Tsongas. Naturgemäß würden in dieser Zeit viele Mitarbeiter Urlaub nehmen, jedoch müsse jederzeit ausreichend qualifiziertes Personal zur Verfügung stehen.
Lange im Voraus geplant
Die Urlaubsplanung werde deshalb eng mit den Teams und der Dienstplanung abgestimmt und bereits im Dezember des Vorjahres abgeschlossen. „Die Kliniken können hier auf einen hohen Erfahrungsschatz zurückliegender Ferienplanungen aufbauen.“ So sei die medizinische Versorgung auch in der Urlaubszeit jederzeit gesichert, betont Tsongas. Dadurch, dass in den Sommerferien auch viele Bürger verreist sind und deshalb entsprechend weniger geplante Behandlungen durchgeführt werden, müsse man in dieser Zeit weder verstärkt auf Leiharbeitskräfte zurückgreifen noch müssen Behandlungen verschoben oder Priorisiert werden. „Durch die frühzeitige Planung, die Unterstützung durch Leiharbeitskräfte im Einzelfall und das geringere Patientenaufkommen schaffen wir es, den Betrieb ohne zusätzliche oder verlängerte Schichten aufrechtzuerhalten“, sagt Tsongas.
