Bietigheim-Bissingen Wo ist Platz für den Ortsverein des DRK?

Von Petra Neset-Ruppert
Der DRK-Ortsverein benötigt einen neuen Standort. Der aktuelle Standort an der Feuerwache wird nach deren Neubau nicht mehr zur Verfügung stehen. Foto: /Werner Kuhnle

Mit dem Umbau der Feuerwache wird das DRK Bietigheim-Bissingen einen neuen Standort benötigen. Die Suche danach läuft bereits seit mehreren Jahren.

Bereits vor der Pandemie war das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Ortsverein Bietigheim-Bissingen auf der Suche nach neuen Räumen. Denn am derzeitigen Standort bei der Freiwilligen Feuerwehr in der Mühlwiesenstraße ist nicht genug Platz. Nun kommt hinzu, dass der Standort bald nicht mehr zur Verfügung stehen wird, da die Feuerwache neugebaut werden soll (die BZ berichtete). Im Neubau gibt es dann keinen Platz mehr für das DRK.

Rund 60 Quadratmeter stehen dem DRK Ortsverein derzeit zur Verfügung. „Für Büro und Schulungsräume passt das gerade noch so, dass wir die BG-Kurse abhalten können“, erklärt Alexander Bauer, Bereitschaftsleiter des Ortsvereins. Doch umziehen müssen sich die Mitglieder in der Garage, da sie keine Umkleiden haben. Die Teeküche der Feuerwehr dürfen sie mitnutzen – viel Platz haben sie nicht.

600 Quadratmeter Fläche

Inklusive Stellplätze für die Einsatzfahrzeuge schätzt der Ortsverein, dass sie einen Flächenbedarf von circa 600 Quadratmetern haben. „Wir brauchen Stellplätze für fünf Fahrzeuge, inklusive des großen LKW, den wir für den Bevölkerungsschutz haben“, erklärt Bauer. Dazu kommen noch Umkleiden, Schulungsraum und Büro. Zur Zeit stehen die Fahrzeuge des Ortsvereins an unterschiedlichen Standorten, da in der Mühlwiesenstraße nicht genug Platz ist.

Mit der Stadt sei man immer wieder in Gesprächen. „Wir merken auch, dass die Stadt unsere Arbeit wertschätzt und uns bei der Suche nach einem neuen Standort unterstützen möchte“, betont der Bereitschaftsleiter. Doch das ist eine große Aufgabe, die die Mitglieder im Ehrenamt stemmen müssen. Derzeit ist auch der Vorsitz der Ortsgruppe nicht besetzt. „Für die weitere Suche braucht es intensive Gespräche in kurzen Abständen mit der Stadt, das ist im Ehrenamt nicht immer so einfach zu organisieren“, so Bauer.

Zwei Standorte

Bereits zwei Standorte hatte die Stadt ins Spiel gebracht. Der erste war eine Fläche am Bissinger Hallenbad, doch dies ist Hochwassergebiet und wurde dann wieder verworfen. Dann gab es da noch den Schotterparkplatz beim Tennisklub Bietigheim an der Straße Im Weilerlen. „Das Grundstück verläuft schräg und davor ist ja auch der Kindergarten. Zudem wäre dort kein Platz für eine weitere Option gewesen“, erinnert sich Bauer.

Eine weitere Option, die beim DRK nämlich mit in den Blick genommen werden könnte, wäre ein gemeinsamer Standort von Rettungswache und Ortsverein. Denn auch die Rettungswache am Bietigheimer Krankenhaus ist mittlerweile viel zu klein. Im Pflegewohnheim gegenüber wurde bereits eine Wohnung angemietet. „Bei Schichtwechsel sind da 16 Personen vor Ort, die müssen ja auch irgendwo Platz finden, um sich umzuziehen“, erklärt Bauer.

Der Rettungsdienst hat einen Flächenbedarf von circa 800 Quadratmetern gemeinsam mit dem Ortsverein wären es dann 1400 Quadratmeter, die man benötige. Bereits 2015 schlossen sich der Ortsverein Bissingen und Bietigheim zu einem gemeinsamen Verein zusammen, denn zwei Standorte waren bereits damals nicht zu finden und auch zu finanzieren. „Die Liegenschaften müssen wir selbst finanzieren. Das sind hohe Kosten, die ein Ortsverein stemmen muss. Weder vom Land, noch vom Bund gibt es finanzielle Förderungen“, erklärt Steffen Schassberger, Pressesprecher des DRK Kreisverband Ludwigsburg. Bei einem Neubau rechnet er mit Kosten von bis zu zwei Millionen Euro, die dann erst einmal finanziert werden müssen.

Neben den Erste Hilfe Kursen übernimmt der Ortsverein auch Sanitätsdienste bei Veranstaltungen in der Stadt und den Katastrophenschutz. Während der Coronapandemie hatte das DRK Bietigheim-Bissingen die Teststation in der Halle am Viadukt gemeinsam mit dem Apotheker Bühler übernommen. „Von März 2021 bis März 2023 hatten wir 365 Tage im Jahr die Teststelle offen und zudem auch noch mobile Tests für Betriebe und Altenheime organisiert“, erinnert sich Bauer.

Neubau oder Umbau

Derzeit sind beim DRK Bietigheim-Bissingen 65 Aktive und 18 Kinder beim Jugendrotkreuz engagiert. Circa 1700 Fördermitglieder hat der Ortsverein. „Auf das Rote Kreuz kann man sich verlassen.“, betont Bauer. Er ist zuversichtlich, dass sie in naher Zukunft gemeinsam mit der Stadt einen passenden Ort finden. Der Austausch mit Verwaltung sei immer sehr positiv gewesen. „Ob sich Hallen finden lassen oder ein Neubau erfolgt ist völlig offen“, erklärt Anette Hochmuth vom Presseamt der Stadt. Sobald die Verwaltung einen konkreten Flächenbedarf vom DRK erhalten habe, gehe es weiter mit der Suche nach einem neuen Standort.

Frühestens 2026 werde mit dem Abriss bei der Feuerwehr in der Mühlwiesenstraße begonnen. Bis dahin soll ein neuer Standort auch für das DRK gefunden sein, so hatte es der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung entschieden.

 
 
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