Bietigheim-Bissingen Wo Kinder in Minen arbeiten

Von Uwe Mollenkopf
Johannes Schockenhoff, Stella Ziebell und OB Jürgen Kessing im Missio-Truck. Foto: /Martin Kalb

Der „Missio-Truck“, der derzeit am Dreschschuppen Station macht, informiert über moderne Sklaverei. 

Was haben ein T-Shirt, ein (Mini-)Kreuzfahrtschiff und ein Fußball mit moderner Sklavenarbeit zu tun, fragt man sich beim Betreten des Raums im „Missio-Truck“ am Dreschschuppen, in dem diese und weitere Gegenstände zu finden sind. Die Antworten geben Infotafeln, Videobeiträge und interaktive Stationen und sie sollen, wie auch die anderen Informationen in der dortigen Ausstellung, vor allem eins: aufrütteln. Es geht um ausbeuterische Arbeitsbedingungen, wie sie einigen Kreuzfahrtunternehmen vorgeworfen werden, um Kinderarbeit in Entwicklungsländern bei der Herstellung des auf dem Sportplatz unverzichtbaren Spielgeräts oder von Bekleidung.

Das Ganze wird unter dem Schlagwort „Moderne Sklaverei“ gefasst, gegen die sich die mobile Ausstellung auf Rädern mit dem Titel „Eine Welt. Keine Sklaverei.“ wendet. Am Mittwochvormittag machte sich davon auch Oberbürgermeister Jürgen Kessing zusammen mit Johannes Schockenhoff, dem Organisator und Vorsitzenden der Fair-Trade-Arbeitsgruppe Bietigheim-Bissingen, ein Bild, ebenso war eine Schulklasse der Ellentalgymnasien vor Ort.

Gerade Schüler sollen in der interaktiven Info-Schau angesprochen werden. Zuvor seien bereits drei Schulklassen hier gewesen, berichtet Stella Ziebell vom Missio-Truck, der seit Montag am Dreschschuppen steht. Der Name Missio bezieht sich dabei auf das gleichnamige katholische Hilfswerk mit Sitz in Aachen. Für dieses ist der Truck in ganz Deutschland unterwegs, aktuell tourt er durch das Bistum Rottenburg-Stuttgart. In Bietigheim bleibt er bis 30. April, danach geht’s nach Cleebronn. Mitte Mai wird die Ausstellung auf dem Katholikentag in Würzburg zu sehen sein.

Für Batterien und Kosmetik

Angesprochen wird in den fünf thematisch gestalteten multimedialen Räumen bei einem 25-minütigen Rundgang unter anderem auch die Kinderarbeit in Minen zur Gewinnung des Minerals Mica, zu deutsch Glimmer. Dieses wird unter anderem für Batterien oder Kosmetika verwendet und etwa in Madagaskar abgebaut. Der Besucher erfährt aber auch von sklavenähnlichen Arbeitsverhältnissen hierzulande, die es etwa in deutschen Fleischfabriken gebe. Rund 50 Millionen Menschen sollen weltweit betroffen sein, 167.000 in Deutschland, so ist zu erfahren. Neben dem Lebensalltag von Menschen, die in solchen Verhältnissen leben, werden zugleich Wege gezeigt, wie jeder Einzelne etwas dagegen tun könne, etwa mit seinem Einkaufsverhalten.

Einzelbesucher können den Missio-Truck täglich von 16 bis 18 Uhr am Dreschschuppen besichtigen. Am Wochenende wird der Truck ab Samstag 14 Uhr am Kronenplatz stehen.

 
 
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