In diesem Jahr startete die Ehrenamtsmesse bereits um zehn Uhr und da Oberbürgermeister Jürgen Kessing leider verhindert war, stieg der Erste Bürgermeister Michael Hanus für seine Grußworte auf das vorbereitete Holzpodest: „Wir wollen zeigen, wie bunt und vielfältig ehrenamtliches Engagement ist“, erklärte er und führte weiter aus, dass in Deutschland fast 30 Millionen Menschen ein Ehrenamt innehaben. Das sei ein Schatz, den man gar nicht hoch genug schätzen könne: „Es stiftet Zusammenhalt, es zeigt, dass Werte wie Mitmenschlichkeit und Solidarität keine Floskeln sind, sondern gelebte Realität“, sagte Michael Hanus weiter und rief dazu auf, mit den Vereinen, Gruppen und Initiativen ins Gespräch zu kommen.
Bietigheim-Bissingen Zusammenhalt stiften und Mitmenschlichkeit zeigen
Bereits zum dritten Mal organisierte das Familienbüro die Ehrenamtsmesse. 19 Organisationen präsentierten ihre sozial-karitative Arbeit.
Der erste Bürgermeister ging auch gleich mit gutem Beispiel voran, informierte sich an den Ständen und erfuhr bei der Diakoniestation Bietigheim-Bissingen, das vor allem Fahrer sowie Betreuungskräfte bei der Nachbarschaftshilfe gesucht werden. Nebenan beim DRK-Ortsverein konnte man an einer Reanimationspuppe üben, sich den Inhalt eines Materialwagens anschauen und für Fragen stand die gelernte Kinderkrankenschwester Michelle Ribeiro zur Verfügung: „Ich liebe es, Menschen zu helfen“, begründete sie ihr eigenes ehrenamtliches Engagement.
Für einige eine Premiere
Auf der anderen Seite des Kronenplatzes verbreiteten die Verantwortlichen des Kliniken-Radios gute Laune, denn das ist auch das Motto des Senders: Die Menschen sollen Spaß haben, mal abschalten können. Die Radiomacher aus Überzeugung senden für Menschen im Krankenhaus und da sie keine Werbeeinnahmen haben, freuen sie sich neben aktiver Hilfe am Mikrofon sowie bei der Technik auch stets über Fördermitglieder.
Ebenso wie sie zum ersten Mal auf der Ehrenamtsmesse dabei waren, war es auch für die Grünen Damen und Grünen Herren der Evangelischen Krankenhaushilfe eine Premiere. Auch sie waren erstmals mit einem Stand vertreten, verteilten Kekse und warben dafür beim Besuchsdienst Kranken Zeit zu schenken: „Bisher sind wir nur zwölf grüne Damen und wir hoffen, doch auch einige Herren zu gewinnen“, schmunzelte Bietigheim-Bissingen Gruppenleiterin Sigrid Seyfang.
Gleich direkt benachbart präsentierte sich das Familienbüro mit der Wohnraumberatung und den Kinderpatenschaften. Sonja Oehl, selbst seit über zehn Jahren aktiv, berichtete mit leuchtenden Augen über schöne Erlebnisse: „Seit der Grundschule begleite ich das Kind und nun hat es gerade eine Ausbildung begonnen“. Als gewinnbringend für beide Seiten beschrieb sie diese Unterstützung für Kinder in besonderen Lebenslagen.
Auf Unterstützung durch „Essen auf Rädern“ wurde beim Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt aufmerksam gemacht und auch die erste Vorsitzende Marianne Blönnigen und ihre Mitstreiter hofften auf weitere helfende Hände. Die erste Vorsitzende Susanne Winter wiederum war am Stand Barrierefreie Stadt Bietigheim-Bissingen zu finden und sie berichtete über die Arbeit des Vereins im Ort: „Wir wurden zum Beispiel darauf hingewiesen, dass die Wasserspender für Kinder und Rollifahrer zu hoch angebracht sind, und wir gehen dem dann nach“.
Tanzabende und Spaziergänge
Zur Ehrenamtsmesse gekommen war auch der Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg, die Bewährungs- und Gerichtshilfe Baden-Württemberg, der Förderkreis für Behinderte Besigheim und Umgebung, der Ökumenische Freundeskreis Asyl Bietigheim-Bissingen, der Arbeitskreis Christlicher Kirchen, die Aktiven Senioren Bietigheim-Bissingen, die DLRG-Ortsgruppe, das Hospiz Bietigheim-Bissingen und der Malteser Hilfsdienst. Letzterer wandte sich mit dem Motto „Mach mehr aus deiner Bildschirmzeit – dein kreatives Engagement im Open Creative Space“ vor allem an junge Menschen.
Auf den bevorstehenden Tanzabend der Pro Seniore Residenz Ellental machte Hausdame Sylke Seifert aufmerksam: „Wir wollen den Bewohnern etwas bieten und sie aus dem Trott herausholen“. Und sie hoffte auf ehrenamtliche Unterstützung bei Spaziergängen, Kaffeenachmittagen. Gesucht werden aber auch Musiker, da die Senioren gerne mit Begleitung singen würden. Neben Ehrenamtlichen für den geselligen Mittagstreff wurden bei der Evangelischen Heimstiftung ganz dringend Helfer für die, an Multipler Sklerose erkrankten Bewohner gesucht. Am Stand des Rotary Clubs Bietigheim-Bissingen wurde wiederum der Frage nachgegangen, wie man soziale Organisationen unterstützen kann – sowohl mit Rat & Tat als auch finanziell, erläuterte der Incoming-Präsident Andreas Müller. Und Anna Herr vom Familienbüro schließlich freute sich über das rege Interesse sowie viel positives Feedback zur diesjährigen Ehrenamtsmesse.
