Bietigheim-Bissinger Gemeinderat auf Baustellen-Tour Trotz Corona wird jede Menge gebaut

Von Uwe Mollenkopf
Der Gemeinderat bei der Besichtigung des Spiel- und Rastplatzes Flößerstraße in Bissingen. Er soll im Oktober eröffnet werden. Im Vordergrund die neuartigen Ladestationen für E-Bikes. Foto: Oliver Bürkle

Der Gemeinderat unternahm seine alljährliche Rundfahrt zu den Baustellen im Stadtgebiet. In einigen Fällen gab es Verzögerungen.

Der Pferdemarkt ist dieses Jahr erneut ausgefallen, nicht jedoch die traditionelle Rundfahrt des Bietigheim-Bissinger Gemeinderats zu den Baustellen im Stadtgebiet, die jährlich zu diesem Zeitpunkt stattfindet. Mit dem Spillmann-Bus erkundeten die Bürgervertreter in rund zwei Stunden die laufenden Bauprojekte und erhielten dazu Informationen der Stadtverwaltung, die mit kompletter Rathausspitze – Oberbürgermeister Jürgen Kessing, Baubürgermeister Michael Wolf und dem künftigen Ersten Bürgermeister Michael Hanus – teilnahm.

Hoher Preis kein Hindernis

Wie zu sehen war, wird auch im zweiten Coronajahr viel bewegt. Etwa im Lothar-Späth-Carré, wo bei der Rundfahrt vor allem die Bautätigkeit der Bietigheimer Wohnbau im Fokus stand. Die 22 Eigentumswohnungen in zwei Punkthäusern, mit deren Bau im Juni 2020 begonnen worden war, sind nach Auskunft von Werner König von der Wohnbau bereits alle verkauft. Durchschnittspreis: 6050 Euro pro Quadratmeter. Sie sollen im Mai 2022 fertig sein.

Von den 52 Eigentumswohnungen in „Kammbebauung“, für die im März dieses Jahres Baustart war und die bis Oktober 2023 fertig sein sollen, hätten ebenfalls schon neun einen Käufer gefunden. Die Eigentumswohnungen seien ebenso für Eigennutzer wie Kapitalanleger interessant, sagte König. Darüber hinaus entstehen im Rahmen der Kammbebauung aber auch 46 Mietwohnungen, von denen 16 gefördert werden.

Die Wohnbau investiert in die genannten Projekte zusammen rund 39 Millionen Euro. Weitere 10,4 Millionen fließen in den Bau von 24 Eigentumswohnungen in der Kästnerstraße in Bissingen, die in diesem November fertig werden sollen. Davon sind laut König 17 verkauft, der Durchschnittspreis beträgt 5680 Euro.

Voran kommt auch der barrierefreie Umbau von Bushaltestellen. Laut Claus-Dieter Jaisle, dem Leiter des Hoch- und Tiefbauamts, hat sich die Stadt mit Spillmann auf eine Bordsteinhöhe von 18 Zentimetern geeinigt. 2019/20 seien 15 Haltestellen fertig geworden, 2021/22 sollen 94 weitere folgen. Die Gesamtzahl der Haltestellen im Stadtgebiet beträgt 134, bei 25 sei der Umbau aber aktuell nicht realisierbar. Die Kosten betragen 1,8 Millionen Euro, es fließen aber 1,3 Millionen an Zuschüssen.

In Bissingen konnten sich die Teilnehmer vom Baufortschritt in der Gerokstraße überzeugen, wo seit Herbst 2020 für 7,9 Millionen Euro eine zweigeschossige Kita für vier Gruppen entsteht. Außerdem werden fünf geförderte Mietwohnungen gebaut. Archäologische Grabungen im Vorfeld haben allerdings zu sechs Monaten Verzögerung geführt. Laut Werner König – die Wohnbau wickelt die Baumaßnahme ab – ist man jetzt aber wieder gut im Zeitplan, in einem Jahr sollen die Kinder einziehen.

Spiel- und Rastplatz bald fertig

Schon Mitte Oktober dieses Jahres kann der Spiel- und Rastplatz in der Flößerstraße eingeweiht werden, den die Stadt mit Zuschüssen der Region einrichtet. Diese übernimmt 185 000 Euro von den Kosten in Höhe von 370 000 Euro. Laut Claus-Dieter Jaisle ist der Platz nahezu fertig. Staudenpflanzen und ein Baum würden noch gepflanzt.

Im Stadtteil Metterzimmern begutachteten die Räte die Rathausstraße, die durch zahlreiche private Investitionen und unterstützt durch das Zuschussprogramm der Stadt in den letzten zehn Jahren eine erhebliche Aufwertung erfahren hat. Mit Blick auf die Erweiterung der Kita Metterzimmern, wo für Abbrucharbeiten, Sanierung des Bestands und Neubau 4,9 Millionen Euro eingeplant sind, berichtete Jaisle, dass der Baustart unmittelbar bevorstehe. Auf dem Friedhof des Stadtteils erfuhren die Stadträte, dass 50 Erdkammern für rund 75 Urnenbestattungen angelegt wurden. Bereits vor drei Jahren entstanden hier drei Urnenstelen, doch: „Der Wunsch war groß, aber belegt ist noch nichts“, so Jaisle.

Gegen Ende der Rundfahrt stand mit der Besichtigung des Neubaus an der Hillerschule (Sporthalle plus Ganztagesbereich mit Mensa) ein ausgesprochenes Sorgenkind der Stadt auf dem Programm. Immer wieder gab es Verzögerungen an dem Bau, dessen Kosten sich jetzt auf knapp zehn Millionen Euro belaufen. Die komplette Statik musste überarbeitet werden.

Die Verwaltung strebt jetzt einen Abschluss der Arbeiten zum Frühjahr 2022 an. „Die gute Nachricht ist, wir werden fertig“, nahm es Baubürgermeister Wolf mit Humor.

 
 
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