Bietigheim-Bissinger Stadtmeisterschaften Croatia Bietigheim ist die Nummer eins in der Stadt

Von Tobias Weißert
Die Spieler und Betreuer des Landesligisten NK Croatia Bietigheim bejubeln den Gewinn des Bietigheim-Bissinger Stadtpokals, der nach rund 15 Jahren vorerst als Hallenturnier wiederbelebt wurde. Foto: Avanti/Ralf Poller

Der Landesligist aus Metterzimmern sichert sich vor Germania den Titel beim wiederbelebten Stadtpokal. Große Fürsprache für eine Wiederholung des Turniers auch im Sommer.

Nicht nur auf dem Platz geht es heiß her – auch auf den Rängen gehen die Zuschauer in der vollgepackten Jahnsporthalle in Bissingen voll mit. Die Wiederbelebung der Fußball-Stadtmeisterschaft ist in jeglicher Hinsicht ein voller Erfolg. Einzig Nesreddine Kenniche vom FSV 08 Bietigheim-Bissingen, der neben Sönmez Spor als einziger Klub aus der Stadt kein Team stellte, hat einen kleinen Makel ausgemacht: „Das Niveau könnte etwas besser sein“, erklärt der Offensivspieler des Oberligisten aus dem Bruchwald. „Dass es den Stadtpokal wieder gibt, finde ich aber cool. Insbesondere für die Jungs auf dem Feld ist es eine tolle Gelegenheit, sich auch mal mit anderen Gegnern zu messen.“

Unerwartet oft wird diese Ehre den A-Junioren der Spvgg Bissingen an diesem Sonntagnachmittag zuteil, die Gastgeber des Stadtpokals in der Jahnhalle sind. Nach einer starken Gruppenphase folgt das Weiterkommen im Siebenmeterschießen im Viertelfinale gegen die erste Garde des SV Germania Bietigheim. 30 Sekunden vor Ende der regulären zwölfminütigen Spielzeit hatte die Nachwuchsmannschaft gegen den Favoriten aus der Landesliga den 1:1-Ausgleich erzielt. Frenetischer Jubel von den Rängen begleitete die Jugendlichen ins Halbfinale.

A-Junioren der Spvgg Bissingen sorgen für Furore

Dort scheiterte das Team um Tharun Naguleswaran an der Zweitvertretung von Germania Bietigheim – erneut vom Punkt. „Es ist unglaublich, dass wir so weit gekommen sind. Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Die Stimmung in der Halle hat uns getragen“, schwärmt Naguleswaran. Dass sein Team dabei ausschließlich gegen Mannschaften aus dem Aktivenbereich spielt, ist für ihn sogar eher ein Vorteil: „Gegen körperlich stärkere und auch erfahrenere Spieler zu spielen, ist eine wichtige Erfahrung und bereitet uns für unsere Zeit im Herrenfußball vor.“ Im Spiel um Platz drei müssen die Bissinger A-Junioren dennoch eine herbe 0:7-Klatsche gegen die dritte Mannschaft der Spielvereinigung hinnehmen.

Ante Mihaljevic, der den Landesligisten NK Croatia Bietigheim bei den Hallenmeisterschaften betreut, ist nach dem gewonnenen Finale gegen den SV Germania Bietigheim II ebenfalls voll des Lobes für die Veranstaltung: „Das war der Wahnsinn. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass wir das Turnier gewinnen und damit Stadtmeister werden.“ Genauso wie auch Naguleswaran ist auch er für eine Wiederholung im Sommer. „Ich hoffe sehr, dass es in der Sommerpause ein Turnier auf dem Großfeld gibt. Die voll besetzte Halle spricht dafür, dass es den Leuten genauso viel Spaß gemacht hat wie uns. Es waren faire und spannende Spiele, die fast immer eng waren“, sagt er.

Dazu hat auch sein Team beigetragen, das am Ende des Tages nicht nur den Pokal und das Preisgeld mit nach Hause nahm, sondern auch technisch am meisten überzeugte. Im Halbfinale gegen die Spvgg Bissingen III – ein Team aus „Legenden“, wie es Spielleiter Hans-Jürgen Schell nennt, also Spielern, die erst vor Kurzem ihre Kickstiefel an den Nagel gehangen haben – war der NK Croatia Bietigheim zwar überlegen. Doch der erste gegnerische Torschuss landete direkt im Netz. In der achten Minute egalisierte der Landesligist aus Metterzimmern den Spielstand, setzte sich schließlich im Siebenmeterschießen gegen glücklose Bissinger mit 3:0 durch und zog ins Finale ein.

Croatia Bietigheim mit schneller 2:0-Führung im Finale

Auch wenn sich Croatia dort ebenfalls als die bessere Mannschaft präsentierte, mussten die Metterzimmerer bis zum Schlusspfiff zittern: Die 2:0-Führung durch einen Doppelschlag in der zweiten und dritten Minute wurde knapp zwei Minuten vor dem Ende durch die Germanen verkürzt, sodass es noch mal eng wird. Am Ende gingen Mihaljevic und seine Mannen aber mit dem Titel nach Hause. „Wir haben in den letzten beiden Partien Geduld bewiesen, den Gegner kommen lassen und dann eiskalt zugeschlagen“, erklärt er.

 
 
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