Bietigheim gewinnt 5:2 in Freiburg Steelers stürmen auf Platz drei

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Steelers-Torhüter Cody Brenner war am Montagabend auch beim Bietigheimer DEL2-Gastspiel in Freiburg wieder eine Klasse für sich. Hier wehrt er den Puck neben das Tor ab. Dort lauert Wölfe-Angreifer Jordan George bereits auf einen Abpraller. ⇥ Foto: BEAUTIFUL SPORTS/G. Hubbs via www.imago-images.de

Das Naud-Team schlägt beim 5:2 in Freiburg gnadenlos zu und überflügelt die Wölfe in der Tabelle. Der ins Tor zurückgekehrte Cody Brenner bestätigt seinen Ruf als derzeit heißester Goalie der DEL2.

Echte-Helden-Arena heißt die Spielstätte des EHC Freiburg. Doch echte Helden waren am Montagabend im DEL2-Verfolgerduell nur die Bietigheim Steelers. Sie ließen dem 8:7-Torspektakel im Weihnachtsspiel gegen die Tölzer Löwen nun einen 5:2-Erfolg im Breisgau folgen. Damit verdrängte der SCB die Wölfe in der Tabelle vom dritten Rang.

„Wir haben ein sehr cleveres Auswärtsspiel abgeliefert. Die Mannschaft hat unseren Plan perfekt umgesetzt“, lobte Trainer Danny Naud seine Profis. Sollten die Steelers am Mittwoch (19.30 Uhr) auch bei den Lausitzer Füchsen in Weißwasser triumphieren, würden sie sogar Platz zwei übernehmen und sich so zum Hauptverfolger des schon etwas enteilten Spitzenreiters Kassel Huskies aufschwingen.

Youngster Doubrawa als Ersatz

Für das Baden-Württemberg- Derby in Freiberg kehrte Cody Brenner in den Bietigheimer Kasten zurück – in den zwei Partien zuvor war er noch wegen Leistenproblemen vorsichtshalber geschont worden. Sein Torwart-Kollege Jimmy Hertel, den Naud am Samstag gegen Bad Tölz nach fünf Gegentoren ausgewechselt hatte, stand diesmal nicht im Kader. Den Backup fürs Gehäuse bildete der 19-jährige Leon Doubrawa. Der Nachwuchskeeper hatte erst zwei Tage vorher im Profiteam debütiert und voll überzeugt.

Im Breisgau stand aber wieder Brenner im Rampenlicht. Der 23-jährige Niederbayer, der statistisch bisher der stärkste und zurzeit auch heißeste Torhüter der Liga ist, hatte eine famose Serie zu verteidigen: Bis zum ersten Bully in Freiburg war er 142 Minuten ohne Gegentreffer geblieben. Gut 13 weitere Minuten hielt er auch gegen die Wölfe den Kasten sauber, ehe Jake Ustorf dem Spuk ein Ende machte und für den EHC zum 1:1 ausglich. Der Stürmer spielte am rechten Flügel seine Schnelligkeit aus, gewann das Laufduell gegen Steelers-Kapitän Nikolai Goc, der einfach nicht folgen konnte, und ließ auch Brenner keine Abwehrchance (14.). Die starke Einzelleistung dürfte auch seinen prominenten Vater, den früheren NHL-Center und Nationalspieler Stefan Ustorf, stolz gemacht haben.

Dass die Gäste mit einer 2:1-Führung in die erste Drittelpause gingen, hatten sie zum einen dem erneut famos haltenden Brenner zu verdanken – und zum anderen ihrem ersten Sturm. Denn beide Bietigheimer Treffer fielen, als dieser auf dem Eis war. Beim 1:0 bediente Matt McKnight Verteidiger Eric Stephan und fuhr flugs weiter Richtung Freiburger Tor, weil er clever auf einen Abpraller spekulierte – und der kam tatsächlich, so dass der Topscorer aus kurzer Distanz einschießen konnte (6.). Und das 2:1 erzielte Yannick Wenzel nach schönem Zusammenspiel mit McKnight (16.). Dass die Südbadener beim Schussverhältnis mit 17:10 vorne lagen, konnte den Schwaben schnuppe sein.

Auch im Mitteldrittel war der Aufstiegskandidat aus dem Ellental abgezockter und effektiver. Beim 3:1 sorgte C.J. Stretch, der in den vergangenen Duellen etwas abgetaucht war, für einen magischen Moment, indem er die Scheibe aus vollem Lauf in den rechten oberen Torwinkel jagte – über die Fanghand von EHC-Goalie Ben Meisner hinweg (27.).

Trainer Naud lobt Teamarbeit

Nur wenige Sekunden brauchten die SCB-Cracks im letzten Durchgang für ihr viertes Tor: McKnight sammelte seinen dritten Scorerpunkt, indem er sich den Puck aus der Luft mit dem Schläger pflückte und ihn Riley Sheen servierte – und sein kanadischer Landsmann erledigte den Rest zum 4:1 für Bietigheim. Ein Abstaubertor von Cam Spiro brachte Freiburg noch mal ins Spiel zurück (50.). Kurz darauf trat Stretch den Hoffnungsfunken des EHC mit seinem zweiten Treffer aber gleich wieder aus (51.). Die Steelers und Brenner ließen nichts mehr anbrennen und durften sich mit einem 5:2-Erfolg im Gepäck auf die Heimreise machen. „Das war heute gute Teamarbeit“, bilanzierte Coach Naud zufrieden.

 
 
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