Bietigheim Steelers 3:1-Erfolg gegen Weiden womöglich ein „teurer Sieg“

Von Niklas Braiger
Brett Kemp ist einer der auffälligsten Steelers-Spieler gegen Weiden. Der Kanadier könnte nun aber wohl einige Zeit verletzt fehlen. Foto: /Oliver Bürkle

Den 3:1-Heimsieg gegen die Blue Devils erkaufen sich die Bietigheim Steelers womöglich teuer. Brett Kemp muss zwölf Minuten vor Schluss verletzt vom Eis und ins Krankenhaus.

In Sachen Ergebnisse haben sich die Bietigheim Steelers an diesem Wochenende keinen Grund zu klagen. Nach dem 6:4-Auswärtssieg vom Freitag in Crimmitschau feiert der SCB auch am Sonntagabend einen 3:1-Erfolg beim Heimspiel gegen die Blue Devils Weiden. Mit der Art und Weise des Sechs-Punkte-Wochenendes ist SCB-Coach Alexander Dück allerdings nicht unbedingt zufrieden. Nach dem Tor-Spektakel am Freitag kritisierte er den Auftritt in den ersten 20 Minuten, als es alle vier Gegentore zu schlucken gab.

Doch dank des nächsten Dreiers der DEL2-Saison haben die Steelers nun einen komfortablen Vorsprung auf die Playdown-Plätze. Zwölf Zähler Abstand sind es nun auf Rang elf. Stattdessen sind Playoff-Plätze mit gesichertem Heimrecht in greifbarer Nähe, dort ist man nun auf zwei Zähler herangerückt.

Kemp verletzt in die Katakomben

Doch gibt es bei all dem Jubel auch einen großen Wermutstropfen: Brett Kemp, der in den vergangenen Wochen immer wieder auftrumpfte, muss in der 48. Minute vom Eis. Er kracht nach einem Schussversuch in die Bande, schmeißt sofort nach dem Einschlag einen Handschuh und fährt mit schmerzverzerrtem Gesicht zur Bank. Nach wenigen Momenten geht es für den Kanadier frühzeitig in die Kabine. „Er ist ins Krankenhaus gekommen. Wir warten ab, was da rauskommt. Es war für uns ein wichtiger Sieg, aber auch ein teurer Sieg“, schildert Coach Alexander Dück.

Dabei ist der Stürmer in den Anfangsminuten offensiv einer der Auffälligsten. Joshua Rust trifft nach fünf Minuten nur das Außennetz, Kemp und Tim Schüle zielen wenig später aus zentraler Position zu mittig auf BDW-Goalie Simon Wolf. Und so bestrafen das die Gäste nach zehn Minuten. In der ersten Überzahl der Partie kommt der SCB nicht in die Formation, am Ende ist Alex Voyer der Vorlagengeber für Manuel Edfelder. Der nachgerückte Verteidiger behält kurz vor Steelers-Schlussmann Olafr Schmidt die Übersicht und nagelt den Puck kurz oben rein.

Racuk mit der schnellen Antwort

Doch nach dem Gegentreffer schütteln sich die Schwaben kurz und haben in Form von Marek Racuk die passende Antwort parat. 44 Sekunden nach dem 0:1 bekommt der nämlich das Hartgummi zentral vor dem Netz, nachdem Wolf zuvor einen Schuss von Benedikt Jiranek nur prallen lassen kann. Ein überlegter Pass in die Nahtstelle von Mick Hochreither wird zur Vorlage für den Tschechen, der prompt egalisiert.

In der Folge sind die Ellentäler besser im Spiel, haben mehr Scheibenbesitz und kommen häufiger vor das Netz der Gäste. So richtig brenzlig wird es jedoch nur selten, das zieht sich auch in das zweite Drittel. Bietigheim macht mehr Druck, kommt aber nicht zwingend zum Zug. Allerdings hält sich auch der Betrieb vor Schmidt in Grenzen, der Goalie muss nur vereinzelt eingreifen, ist dann aber sicher zur Stelle.

So geht es auch pari ins Schlussdrittel. Dort werden die Steelers wieder mutiger, schießen öfter aufs Tor und zwingen Wolf zu einigen starken Taten. So etwa gegen Mick Hochreither nach nicht einmal zwei Minuten, der Goalie macht gut die kurze Ecke zu. Die Blue Devils kommen kaum mehr zu Entlastung, teilweise minutenlang setzt sich der SCB vor dem gegnerischen Netz fest. Nach Kemps Verletzung brauchen die Hausherren kurz, um sich wieder zu festigen, kommen dann aber durch Mike Fischer zur verdienten Führung. Der Stürmer darf sich bei Tim Schüle für eine gute Vorarbeit im Konter bedanken und vollendet aus kurzer Distanz ins kurze Eck (52.).

Schmidt wird abgeräumt

Weiden muss nun mehr investieren, prallt aber mal um mal an der letzten Bietigheimer Linie ab. So auch kurz nach dem Fischer-Tor: Da rauscht ein Weidener Angreifer ohne Druck und ersichtlichen Grund in Schmidt hinein. Der SCB-Goalie echauffiert sich zurecht, eine Strafe bleibt jedoch aus. Dafür gibt es die sportliche Antwort der Gastgeber. Als Weiden zwei Minuten vor Schluss Wolf vom Eis nimmt, um alles auf eine Karte zu setzen, bestraft Bastian Eckl das umgehend. Keine 20 Sekunden weilt Wolf auf der Bank, da feuert Eckl das Hartgummi aus der eigenen Zone quer über das Feld und trifft zielgenau ins verwaiste Netz (59.).

Das 3:1 ist letztlich auch der Schlusspunkt der Partie, Jack Dugan verpasst 11,2 Sekunden vor Ende den zweiten Empty-Netter knapp am linken Pfosten. Trotzdem feiern die Steelers den Heimsieg, der zwar eng, jedoch nie wirklich ernsthaft in Gefahr ist. Dück blickt jedoch mit Sorgen bereits auf Dienstag, da geht es für den SCB auswärts gegen Landshut. „Wir müssen schauen, dass die Jungs, die da sind, die Rollen übernehmen und dass wir zusammenhalten. Jeder in der Liga hat schwere Zeiten, im Moment trifft es uns.“ Denn neben Kemp fehlen dem Trainer zwei weitere Kontingentspieler. Alex Dostie, der aus privaten Gründen fehlt, könnte auch gegen den EVL passen, auch Cole Fonstad wird wohl bis mindestens zum Wochenende fehlen.

 
 
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