Bietigheim Steelers Als Tim Schüle zum Retter in der Playoff-Not wurde

Von Niklas Braiger
Tim Schüle (rechts) schickte 2021 die Playoff-Final-Serie in das alles entscheidende Spiel Fünf. Beim bis dato letzten DEL2-Playoff-Heimspiel der Steelers traf er 1,5 Sekunden vor Schluss gegen Kassel. Foto: /Hansjürgen Britsch/Pressefoto Baumann

Der Bietigheimer stand beim bis dato letzten DEL2-Playoff-Heimspiel bereits für den SCB auf dem Eis und wurde damals zum gefeierten Helden.

Beinahe fünf Jahre ist es her, da kamen die Eishockey-Fans zum letzten Mal in den Genuss der DEL2-Playoffs in der Ege-Trans-Arena in Bietigheim. In der Final-Serie gegen die Kassel Huskies stand damals alles auf dem Spiel. Mit einer Niederlage in Spiel vier würden die Bietigheim Steelers ausscheiden und den Kassel Huskies den Meistertitel in der eigenen Eishalle überlassen müssen. Doch Tim Schüle wusste das zu verhindern. 1,5 Sekunden vor Schluss zog der nach einem Rückpass vors Tor direkt ab, versenkte zum 5:4 erzwang damit das entscheidende Spiel Fünf. Dort krönten sich die Ellentäler in klassischer SCB-Manier auf fremdem Eis und stiegen damals in die DEL auf.

Gute Erinnerungen an das Spiel

Seitdem ist einiges an Zeit vergangen, die Steelers haben einige Jahre als Fahrstuhlmannschaft zwischen der DEL und der Oberliga hinter sich und sich nun scheinbar wieder in der DEL2 gefestigt. Deshalb bekommen die Anhänger an diesem Freitag (19.30 Uhr) erstmals wieder ein DEL2-Playoff-Spiel in der eigenen Halle zu sehen. Die Ravensburg Towerstars, die Spiel Eins am Dienstag bereits für sich entschieden haben, sind der Seriengegner. Dabei wird dieses Duell ein gänzlich anderes, als noch vor fünf Jahren, weiß Schüle: „An das Spiel und an die Szene erinnere ich mich noch sehr gut, ich glaube, das ist etwas, was man nie vergessen wird. Es ist immer schön in Erinnerungen zu schwelgen, aber es sind inzwischen fünf Jahre vergangen, es ist eine andere Mannschaft und eine andere Serie.“

Der Verteidiger, der auch in der nächsten Saison beim SCB unter Vertrag steht, ist trotz der Auftaktniederlage in die Viertelfinal-Serie zuversichtlich. „Im ersten Drittel waren wir zu passiv, hatten zu viel Respekt und zu viel Angst, einen Fehler zu machen und dadurch haben wir nur noch mehr Fehler gemacht. Danach haben wir aber gutes Eishockey gespielt“, erzählt er und ergänzt: „Wir brauchen nicht zu hoffen. Wir wissen, was wir können, wir haben uns am Dienstag zurückgekämpft und jetzt geht es von Null wieder los.“

Mit tausenden Fans im Rücken

Ein entscheidender Faktor für Schüle – und der vielleicht größte Unterschied im Vergleich zu 2021 – ist der Support der Fans. Denn vor fünf Jahren war die Eishalle leer, aufgrund der Corona-Pandemie wurde ohne Zuschauer gespielt. Nun ist die Ege-Trans-Arena beinahe restlos ausverkauft, schon einen Tag vor dem Duell. „Wir können dieses Jahr zuhause auf unsere Fans brutal zählen, wie noch nie zuvor in Bietigheim, das ist der Wahnsinn. Die Unterstützung freut uns als Mannschaft extrem“, weiß Schüle zu schätzen.

Auch deshalb gilt es für ihn, trotz des bereits erreichten Saisonziels des Klassenerhalts, weiter Gas zu geben: „Wir spielen nicht 52 Saisonspiele und sagen, wir haben unser Ziel erreicht und hören auf damit, Eishockey zu spielen. Wir können schon ein Stück weit etwas verlieren und wollen es genießen, auch wenn uns das fast keiner zugetraut hat.“

 
 
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