So treffsicher, wie in dieser Saison, war Arne Uplegger bislang in seiner Karriere noch nie. Der Verteidiger der Bietigheim Steelers, der vor der Saison vom Aufsteiger aus Dresden an die Enz gewechselt ist, fokussiert sich nicht nur auf seine Defensiv-Aufgaben sondern erweist sich – vor allem in den Playoffs – als Torgarant. Auch am Mittwochabend traf der 28-Jährige wieder beim Heimspiel in der Halbfinal-Serie gegen Kassel. In Spiel vier markierte er das zwischenzeitliche 2:0 auf dem Weg zum 3:2-Heimsieg und dem Serien-Ausgleich.
Bietigheim Steelers Das Schweizer Taschenmesser in Bietigheims Defensive
Arne Uplegger ist der torgefährlichste Verteidiger der Steelers und hat bereits vier Treffer in den Playoffs erzielt. Auch am Mittwoch traf er wieder.
Saison-Bestwert für Uplegger
Dank seines bereits vierten Playoff-Treffers und zusätzlich noch acht Assists steht er in der Meisterschaftsrunde als ligaweit geteilter viertbester Scorer da. Schon in der Hauptrunde gelangen ihm fünf Kisten und dazu 27 Assists, damit war er fünftbester Vorlagengeber aller Verteidiger. Zum Vergleich: Diese kumuliert 44 Scorer in Hauptrunde und Playoffs sind nicht nur persönlicher Bestwert, bisher war Upleggers Maximum 15 Punkte in einer Saison. Er könnte weitere folgen lassen. Denn an diesem Freitag geht es bereits in Halbfinal-Spiel Nummer fünf zurück nach Nordhessen (19.30 Uhr).
Die plötzliche Torgefahr kann sich der gebürtige Sachse selbst nicht wirklich erklären: „Keine Ahnung, ich schieße einfach und manchmal ist es einfach so, dass einer durchrutscht.“ Dabei agiert Uplegger als Schweizer Taschenmesser, ist insbesondere im Powerplay eine Waffe, sichert aber auch hinten ab und hatte in der Hauptrunde den fünftbesten Plus-Minus-Wert der Mannschaft (14). Seine Defensiv-Aufgaben vernachlässigt der Linksschütze daher keineswegs. „Überall auf dem Eis ist es meine Rolle, dabeizusein und dem Team zu helfen. Ob das hinten ist, ob das vorne ist. Ich probiere in meiner Rolle so gut wie möglich zu spielen“, macht Uplegger deutlich.
Kleiner Kader, kaum Rotation
Mit dieser Durchschlagskraft und Variabilität wollen die Steelers das Momentum aus Spiel vier mitnehmen und vor allen Dingen eine Sache in Spiel fünf replizieren: In Führung gehen. In den ersten drei Duellen liefen die Ellentäler jeweils einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher, am Mittwochabend traf der SCB selbst nach drei Minuten „Das macht einen sehr frei. Man hat während der Saison und auch in den Playoffs aber schon gesehen, dass wir Comeback-Qualitäten haben“, erklärt der Verteidiger. Ein Faktor dafür ist, dass auch die Kasseler so langsam Ermüdungserscheinungen zeigen. „Gerade im zweiten Drittel waren wir frischer“, sagt Uplegger. Dabei kann ECK-Trainer Todd Woodcroft deutlich besser Kräfte schonen und die Last auf mehrere Schultern verteilen. So fehlte am Mittwoch Kaspars Daugavins, der noch in Spiel zwei für den Siegtreffer der Huskies in Overtime gesorgt hatte. „Das ist Kräfte-Management“, erklärte der Coach.
Sein Gegenüber Alexander Dück kann derweil kaum rotieren. Joshua Rust fehlte nach einem Einsatz in Spiel zwei zuletzt wieder. Zudem ist das Lazarett mit Maximilian Söll, Marek Racuk, Sören Sturm und Benjamin Zientek gut gefüllt. Auch die Youngster Ratislav Judin und Philipp Nuss waren am Mittwoch nicht im Aufgebot. Immerhin auf Routinier Tyler McNeely kann Dück nach der Zwei-Spiele-Sperre wieder zurückgreifen.
