Bietigheim Steelers David Booth schießt das Schlusslicht im Alleingang ab

Von Niklas Braiger
Fabjon Kuqi stellt zwischenzeitlich auf 1:3, mehr als einen Eintrag in der Statistik bringt es aber nicht. Foto: Ralf Poller/Avanti

Der Stürmer der Eisbären Regensburg schenkt den Schwaben vier Tore ein und ist damit Hauptgrund für den 5:2-Sieg der Ostbayern.

Das Duell zwischen den Eisbären Regensburg und den Bietigheim Steelers zum 43. Spieltag der Deutschen Eishockey Liga 2 ist das Duell der Form-Gegensätze. Die Hausherren haben elf ihrer letzten zwölf Duelle gewonnen und sind aktuell das heißeste Team der Liga. Als solches wurde auch der SCB vor einigen Monat noch betitelt, die 2:5-Niederlage in Ostbayern markiert aber die mittlerweile siebte Niederlage in Folge. Überragender Mann auf Seiten der Eisbären war dabei David Booth, der mit seinen vier Toren keine Zweifel aufkommen lässt. „Er macht alles richtig. Was er uns dazubringt ist nicht nur in Tore zu fassen“, sagt Eisbären-Coach Maximilian Kaltenhauser nach dem Spiel.

Gleich zwei Neue beim SCB

Damit vermiest der Neuzugang der Eisbären das Debüt gleich zweier Steelers: Brett Schaefer war vor der Partie von den insolventen Bayreuth Tigers verpflichtet worden, der Stürmer setzt aber keinen Stich gegen die Ostbayern und wirkt eher blass. Auch Boris Blank startet sein Engagement bei den Schwaben mit einer Niederlage. Der 45-Jährige frühere Trainer der Krefeld Pinguine ist am Dienstagabend als neuer Co-Trainer von Alexander Dück vorgestellt worden.

„Wir müssen aufhören, uns selbst zu bemitleiden“, sagt der Coach nach der Begegnung. Er hat keine Lust mehr darauf, die Verletztenmisere als schuldigen für den Misserfolg zu nehmen und ergänzt: „Das war ein guter Weckruf, damit jedem klar wird, was Sache ist.“

Den Weckruf gibt es bereits nach 50 Sekunden, denn genau dann startet der 39-Jährige auch schon mit dem toreschießen. Als die Hintermannschaft der Schwaben wohl noch im Bus sitzen und Goalie Olafr Schmidt alleine lassen, wird der vom Routinier ausgewackelt und muss das 0:1 einstecken. Keine drei Minuten später greift der Keeper schon wieder hinter sich. Nach einem Scheibenverlust in der neutralen Zone spielen Kapitän Nikola Gajovsky und Booth ein Zwei-gegen-eins clever aus, der US-Amerikaner bedankt sich für das Zuspiel mit seinem zweiten Streich. Das 3:0 – ausnahmsweise nicht durch Booth sondern durch Goldhelm Andrew Yogan – folgt noch im ersten Drittel: Wieder ist die Defensivabteilung der Gäste zu langsam, wieder ist Schmidt machtlos (14.).

Kuqis Anschluss, Booths Antwort

Doch schnelle Tore können auch die Steelers, die mit ihrer ersten gefährlichen Aktion auch direkt den Anschlusstreffer erzielen. Nach gerade einmal 15 Sekunden blockt Gastgeber-Keeper Thomas McCollum einen Schuss von Niklas Heinzinger. Der Abpraller landet bei Fabjon Kuqi, der den Puck noch im Fallen am weit draußen stehenden Goalie vorbeidrückt.

Doch alle Steelers-Fans, die sich nach diesem Treffer fragten, ob das der Beginn einer furiosen Aufholjagd sein sollte, werden binnen 25 Sekunden wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht. Die Enztäler spielen häufig eine Art „kick and rush“, wie man es aus dem Fußball kennt. Sie schießen die Scheibe aus der neutralen Zone einfach mal hinter das Netz von McCollum und rennen dann hinterher. Hier wird es dem Schlusslicht allerdings zum Verhängnis, da die Eisbären gnadenlos kontern, erneut Gajovsky für den Ex-NHL-Spieler auflegt und der mit seinem Hattrick den Drei-Tore-Abstand wieder herstellt.

Booth weiter in Torlaune

Der Stürmer hat aber nicht genug: Noch im zweiten Abschnitt knallt er die Scheibe in Überzahl ins kurze Eck zum 5:1, Schmidt ist zum wiederholten Male chancenlos (36.). Der SCB-Goalie ist wahrlich die ärmste Sau auf dem Eis, da er von seinen Vorderleuten regelmäßig alleine gelassen wird – und trotzdem zeichnet er sich immer wieder mit Glanztaten aus, so etwa, als die Steelers bei einem Wechsel der Reihen kollektiv pennen, Yuma Grimm und Constantin Ontl dann aber frei am Deutsch-Kanadier scheitern.

Ryon Mosers Treffer in der 43. Minute ist nur noch Ergebniskosmetik. Als der Stürmer nach seiner Strafzeit aus der Kühlbox kommt, klaut er das Hartgummi und bleibt frei vor McCollum cool. Zwar gibt es im Schlussdrittel noch einige Torchancen, die beiden Schlussmänner nehmen allerdings alles weg, was ihnen vors die Fanghand kommt. Selbst Booth bleibt im letzten Abschnitt ohne Treffer, das schmälert seine überragende Leistung aber keinesfalls.

 
 
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