Bietigheim Steelers Defensive des Schlusslichts wird bei 3:9-Pleite abgeschlachtet

Von Niklas Braiger
Ein Sinnbild für das Spiel der Steelers: Joshua Rust (von links) will sich nur noch im Handtuch verstecken, auch Anton Sproll und Fabjon Kuqi sind bedient. Foto: Avanti/Ralf Poller

Die Ex-Bietigheimer Norman Hauner, C.J. Stretch und Lukas Laub sorgen für ein wahres Debakel der Steelers. Die Schwaben gehen gegen die Starbulls Rosenheim sang- und klanglos mit 3:9 unter.

Norman Hauner setzt vor der Partie das Ziel: „Wir müssen ein Tor mehr schießen, als Bietigheim.“ Doch dabei bleibt es nicht. Der ehemalige Stürmer der Bietigheim Steelers schenkt seinem Ex-Klub bei der 9:3-Packung einen Dreierpack ein und legt dazu noch einen Treffer auf. Auch die anderen früheren Enztäler C.J. Stretch und Lukas Laub sind in Torlaune, beide treffen jeweils ein mal selbst und bereiten drei weitere Tore für die Starbulls Rosenheim vor.

Die Hausherren werden derweil bei der Partie am 45. Spieltag der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL2) vorgeführt. Als wären sie Fahnenstangen, umkurven die Rosenheimer Stürmer die Defensive des Tabellenletzten, Goalie Leon Doubrawa wird Mal um Mal regelrecht im Stich gelassen. Es wirkt wie eine Trainingseinheit, als eben solche betitelt es auch Steelers-Coach Alexander Dück. „Es war eine gute Spiel-Trainings-Einheit für uns“, sagt er nach der Partie in der Pressekonferenz und ergänzt: „Wir wissen jetzt, was wir noch besser machen können. Wir sind in einer Transformationsphase, wir stellen um, wir spielen anderes Eishockey, und das muss jetzt jeder verstehen.“

Keine zwei guten Spiele am Stück

Vergleicht man die Leistung der Gastgeber mit dem starken Auftritt vom Freitag gegen Dresden, als die Steelers noch mit 4:1 gewannen, ist es ein Bild wie Tag und Nacht. Kraft-, macht-, mut- und planlos fahren die Enztäler über das Eis. „Wir sind noch nicht so weit, zwei Spiele hintereinander auf so einem Level zu spielen“, erklärt Dück. Es geht ab sofort darum, „dass jeder versteht, dass es nicht mehr geht, halbherzig dabei zu sein oder ein Spiel zu spielen und das nächste nicht mehr.“ Er kritisiert einige neue Spieler, die es wohl für einen Selbstläufer gehalten hätten. Namen nennt er allerdings nicht.

Bereits in der vierten Minute startet das Unheil, Stretch geht wie ein heißes Messer durch Butter durch die Hintermannschaft des Schlusslichts, kein Spieler in den grünen Trikots bekommt Zugriff auf den 34-Jährigen, der vor Doubrawa cool bleibt und mit Hilfe des Innenpfostens das 1:0 erzielt – Cole MacDonald und Spencer Berry geben nur Begleitschutz. Fünfeinhalb Minuten später folgt Hauners erster Streich in Überzahl (10.), ehe Chris Dodero auch noch das 3:0 nachlegt (13.). Erneut scheint die Defensive im Tiefschlaf und steht für den Center nur Spalier.

Hauner mit 2:0 und 4:0

Noch vor der ersten Pause erhöht Hauner auf 4:0 (18.). Der Aufstiegsheld der Bietigheimer wird von der Abwehr seines früheren Vereins förmlich komplett ignoriert und darf nach einem Pass in den Rückraum von Stretch unbedrängt einschieben. Im mittleren Abschnitt ist es Hauners dritter Streich (27.), ein Treffer von Laub (23.), und auch Dominik Daxlberger darf sich in die Torschützenliste eintragen (34.). Bei jedem einzelnen Tor wird es den Gästen zu einfach gemacht. Entweder findet ein simpler Querpass über das komplette Spielfeld einen blanken Rosenheimer, oder die schwäbische Abwehr fällt bei einem Konter auseinander.

Mit 0:7 geht es für den SCB in die zweite Unterbrechung. Zu dem Zeitpunkt ist es in der Ege-Trans-Arena bereits still geworden, zumindest aus der Enztalkuve kommt kein Mucks mehr. Einige Zuschauer haben auch bereits die Halle verlassen, selbst die knallharten Steelers-Ultras können sich das Armutszeugnis nicht länger antun. Die Fangruppierungen hängen ihr Banner ab und machen sich auf den Heimweg.

Nur die gut 100 Starbulls-Anhänger machen im Gegnerblock weiter mächtig Lärm. Die Hausherren müssen dann auch noch mächtig Häme einstecken. Erst skandieren die Gäste-Fans: „Für ein Heimspiel seid ihr ganz schön ruhig.“ Als im Schlussdrittel sogar noch das 8:0 durch Steffen Tölzer fällt, gibt es sogar Jubel von den Steelers-Anhängern (50.).

Steelers-Tore kommen zu spät

Eine Schlussoffensive der Bietigheimer kommt zu spät. Alexander Preibischs Doppelpack (51./55.) und der Debüttreffer von Marek Racuk (56.) sind Ergebniskosmetik, auch wenn Trainer Dück von Schadensbegrenzung nichts wissen will. „Schadensbegrenzung war es auf gar keinen Fall, wir haben eine Mission, wir müssen vier Wochen bereit sein.“ Kurz vor Schluss patzt dann ausgerechnet auch noch Doubrawa – einer der wenigen mit DEL2-Niveau im SCB-Kader am Sonntagabend. Ein scheinbar harmloser Schuss von Goldhelm Reid Duke von der blauen Linie rutscht dem Schlussmann durch die Schoner und trudelt zum 9:3-Endstand ins Netz.

 
 
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