Bietigheim Steelers DEL2-Geschichte: Tyler McNeely krönt sich zum alleinigen Rekordhalter

Von Marlon Hölzel
Tyler McNeely (rechts) bejubelt seine Vorlage zum 1:0. Damit ist er mit 497 Torbeteiligungen der neue Rekordspieler der DEL2. Foto: Timo Raiser

In der DEL2-Begegnung zwischen den Bietigheim Steelers und den Lausitzer Füchsen gewinnen die Hausherren mit 5:3. Dabei erzielt Tyler McNeely seinen 497. Scorerpunkt in der Liga.

Als Alexander Preibisch nach acht Minuten in der Partie der Bietigheim Steelers gegen die Lausitzer Füchse das frühe 1:0 erzielt, kennt der Jubel der 3857 Fans in der Ege-Trans-Arena keine Grenzen. Doch nicht wegen des Torschützen, sondern wegen des Vorlagengebers. Das ist nämlich Tyler McNeely, der mit dem Assist von hinter dem Tor seinen 497. Scorerpunkt in der DEL2 sammelt und damit nun alleiniger Rekordhalter der Liga ist. Er überholt am Sonntagabend beim letztendlichen 5:3-Sieg des SCB seinen Ex-Teamkollegen und die Steelers-Ikone Matt McKnight. Nach dem Treffer stürmen alle Spieler der Hausherren aufs Eis um den 38-Jährigen zu Beglückwünschen und mit ihm zu feiern. McNeely dreht eine Ehrenrunde auf dem Eis, von den Zuschauern gibt es Standing Ovations für diesen geschichtsträchtigen Moment.

Spruchband der Fans

Die Ultras in der Enztalkurve enthüllen zudem ein Banner für den Mann des Abends: „Eine Legende in unseren Reihen. Glückwunsch McNeely“, ist darauf zu lesen. Der Jubilar selbst sagt nach der Partie: „Ich habe die ganze Zeit versucht nicht daran zu denken und einfach nur zu spielen. Ich stand gut und glücklicherweise kam mein Pass bei Preibo an. Nach dem Tor meinte er zu mir, dass er echt Angst hatte beim Schuss, doch Gott sei dank sei er reingegangen. Für uns beide also ein erleichterndes Gefühl. Es war ein wirklich cooler Moment, wirklich etwas Besonderes.“

Zum Zeitpunkt der Führung haben die Steelers bereits ein leichtes Chancenplus. Im Tor der Steelers steht zum zweiten Mal in Folge Florian Mnich. Die Jungs in Grün-Weiß-Blau sind zu Beginn tonangebend und setzen sich vor dem Gäste-Tor fest. Gefährliche Torchancen entstehen dabei allerdings kaum und so kommen auch die Füchse zu den ersten Abschlüssen, unter anderem durch Nils Elten in Minute fünf. Jedoch kann Mnich den Schuss parieren. Die Begegnung zwischen den Teams aus dem Tabellenmittelfeld startet ausgeglichen ohne große Aufreger oder große Chancen, ehe McNeely für Ekstase sorgt. Kurz vor Ende des ersten Drittels in der 20. Minute erhöhen die Hausherren auf 2:0 in Form von Bastian Eckl, der auf Zuspiel von Jack Dugan und Cole Fonstad einschiebt.

So endet das erste Drittel mit den Steelers als bisher deutlich besserer Mannschaft, und 16:5 Schüssen aufs Tor. Auch im zweiten Durchgang bleiben die Ellentäler die ersten Minuten die tonangebende Mannschaft, bekommen jedoch fast den Anschlusstreffer in Unterzahl. Mnich pariert, ehe es zum Getümmel vor seinem Tor kommt, doch der Puck findet nicht den Weg in die Maschen. Auch den starken Schuss von Charlie Jahnke nur wenige Szenen später pariert er überragend. Eigentlich befreien sich die Gäste aus Weißwasser im Power-Play hinten etwas aus der eigenen Hälfte, als jedoch plötzlich Marek Racuk frei durch ist, mit viel Eis vor sich.

Racuk bleibt eiskalt und schiebt zum 3:0 in der 25. Minute ein. Und damit noch nicht genug. Die Steelers beweisen ihre Form aus den letzten Wochen und so sind es nur fünf gespielte Minuten später Racuk und Arne Uplegger, die als Vorlagengeber für Jack Dugan fungieren. Noch in der gleichen Minute, nur 31 Sekunden später, kommt die schnelle Antwort der Gäste, nachdem Christopher Theodore einen eigentlich bereits parierten Schuss von Mnich rechts am Goalie vorbei zum 1:4-Anschluss einschießt. Die Gäste steigern sich im Vergleich zum ersten Drittel deutlich und wirken seit dem ersten eigenen Tor aufgeweckter. Kaum eine Offensivchance der Steelers lassen sie zu und kommen auf der anderen Hälfte des Feldes immer wieder zu Abschlüssen, sind jedoch nicht zwingend genug. Eine unglücklich aussehende Szene führt zum nächsten Treffer der Gäste. In Überzahl bekommt Lennard Nieleck das Hartgummi an den Schläger und von dort aus prallt es ins Tor ab. Die Steelers dürfen sich, nachdem sie immer weiter eingeschnürt werden, über die Verschnaufpause freuen.

Unnötig spannend am Ende

Doch auch die Pause bremst die Gäste nicht aus. Nur 76 Sekunden nach Start des dritten Satzes muss Mnich erneut hinter sich greifen. Nieleck steht goldrichtig, aber auch deutlich zu ungedeckt am langen Pfosten und trifft zum Doppelpack nach Zuspiel von Lane Scheidl und Clarke Breitkreuz. Zudem kommt ein Chancenwucher bei den Hausherren. Erst trifft Arne Uplegger den Pfosten, dann verfehlt Fonstad die Scheibe. Die Partie entwickelt sich nach der klaren 4:0-Führung immer weiter zum Krimi.

Den Gästen aus Lausitz rennt die Zeit davon, sie bleiben aber weiterhin die dominantere Mannschaft und können zwischenzeitlich sogar mehr Torschüsse vorweisen. Beide Mannschaften werfen alles rein, was sie haben und auch die Steelers verpassen es immer wieder, die Führung auszubauen und sich ein Polster zu erarbeiten. Dies geht auch auf die Kappe von Füchse-Goalie Morrone, der ebenso wie Mnich überragend an diesem Abend pariert. Nach einem Fehlpass von Elten ist Reisnecker frei durch, doch auch er scheitert im direkten Duell. Fünf Minuten vor Schluss ist Goldhelm Dugan der nächste, der an Morrone scheitert. Defensiv spielen es die Steelers gut aus und antizipieren viele Pässe. Zwei Minuten vor Ende die Erlösung. Racuk rennt der Lausitzer Verteidigung davon und scheitert am Goalie. Der Puck bleibt am Pfosten liegen, jedoch kommt Fischer und stochert den Ball mit seinem Puck zum 5:3-Endstand.

Somit macht es der SCB spannender als nötig – erklimmt allerdings mit dem Sieg erstmals in der Saison mit Rang sechs einen direkten Playoff-Platz. „Wir sind gut gestartet und haben viele Sachen gut umgesetzt. Dann haben wir drei Warnschüsse bis wir aufgewacht sind und wieder so wie geplant weitergespielt haben“, resümiert Bietigheims Coach Alexander Dück.

 
 
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