Bietigheim Steelers DEL2-Schlusslicht belohnt sich nicht für seinen Aufwand

Von Michael Nachreiner
Bietigheims Cole MacDonald von links) versucht, Bad Nauheims Markus Lillich davonzulaufen. Foto: Eibner-Pressefoto/Florian Wiegan

Am Ende haben die Bietigheim Steelers knapp doppelt so viele Schüsse abgefeuert wie der EC Bad Nauheim, verliert aber mit 1:3.

Die letzte Patrone der Verantwortlichen der Bietigheim Steelers, der Trainerwechsel von Daniel Naud zu seinem Assistenten Alexander Dück, hat zumindest in Bad Nauheim noch nicht gezündet. Zwar war das Schlusslicht der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL2) bei den „Roten Teufeln“ in Mittelhessen wie schon oft in dieser Saison bemüht und investierte viel. „Wir haben insgesamt ein gutes Spiel abgeliefert“, erklärt Dück.

Tore zu richtigen Zeitpunkten

Doch Zählbares sprang dabei nicht heraus. Die Steelers verloren beim EC Bad Nauheim mit 1:3. Es war die sechste Niederlage in Folge. „Wir nutzen aktuell die Chancen nicht. In so einer Situation wird man schnell frustriert, kommt aus dem Rhythmus und verlässt die Strukturen“, fügt der Steelers-Coach hinzu. Und sein Gegenüber Harry Lange ergänzt: „Man sieht ja, wie eng alles ist. Es geht nur noch um Punkte. Deshalb tut so ein Sieg gut. Das macht auch etwas mit den Köpfen der Spieler, sollte Selbstvertrauen geben. Vor allem in den ersten beiden Dritteln haben wir die Tore zum richtigen Zeitpunkt geschossen.“

Zwar konnte Dück in nur einem Tag, in dem er in der Hauptverantwortung bei den Bietigheimern stand, das Rad auch nicht neu erfinden. Dennoch war seine Handschrift in Ansätzen bereits zu sehen. „Wir haben ein paar Sachen angesprochen, die wir verbessern wollen. Das geht aber nicht von heute auf morgen. Aber man hat schon ein paar Sachen gesehen – zum Beispiel im System, wie wir auf dem Eis stehen wollen“, erklärt Steelers-Kapitän Pascal Zerressen in der ersten Drittelpause bei Sprade-TV.

Am deutlichsten war das im Spiel gegen den Puck zu sehen. Daniel Naud hatte eine Diamant-Aufstellung bevorzugt mit einem vorgezogenen Spieler, drei Akteuren nebeneinander auf einer Linie in der Mitte und einem Libero dahinter. Dück ließ dagegen die Bad Nauheimer mit zwei Akteuren anlaufen. Dazu würfelte er die Reihen ordentlich durcheinander – auch aus der Not geboren. Neben den schon seit Wochen verletzten Brett Welychka und Guillaume Naud fehlte kurzfristig auch Ryan Gropp (Verdacht auf Gehirnerschütterung). Dadurch rückten die Verteidiger Paul Mayer und Anton Sproll in den Angriff.

Trotz der vielen Umstellungen standen die Steelers in der Defensive relativ stabil. Nur ein paar wenige Male waren sie im ersten Drittel ungeordnet. Eine dieser Situationen bestraften die Gastgeber direkt. Jordan Hickmott brachte die „Roten Teufel“ in Führung (11.). Das Team, das aber besser im Spiel war, waren die Bietigheimer. Doch ihnen stand insgesamt dreimal das Gestänge im Weg. Cole MacDonalds Rückhandschuss prallte nur gegen den Pfosten (17.). Auch in der 51. Minute traf er den Pfosten. Niklas Heinzinger hämmerte den Puck gegen die Latte (24.).

In die Drangphase der Gäste zu Beginn des zweiten Drittels erhöhten die Bad Nauheimer auf 2:0. Nach einem Doppelpass zwischen Fabian Herrmann und Hickmott überwand Ersterer Goalie Olafr Schmidt (25.). Nur 50 Sekunden später hatte Jerry Pollastrone das 3:0 auf dem Schläger, traf aber nur das Außennetz (26.).

Preibisch trifft zum 1:2

Kurz vor Ende des Mittelabschnitts belohnten sich aber auch die Bietigheimer. Einen Diagonalpass von MacDonald an den langen Pfosten drückte Alexander Preibisch mit dem Schlittschuh zum 1:2 über die Linie (39.). Nach Videobeweis blieb die Entscheidung auf Tor auch bestehen.

Doch obwohl die Steelers am Ende fast doppelt so viele Schüsse wie die „Roten Teufel“ in der Statistik stehen hatten, gerieten sie im Schlussdurchgang wieder mit zwei Toren in Rückstand. Kevin Schmidt erzielte das 3:1 (54.). Den Deckel drauf machen hätte viereinhalb Minuten vor dem Ende Pollastrone. Doch er traf nach einem Querpass von Brent Raedeke unter Olafr Schmidts Schoner hindurch nur den Pfosten. Während die ECBN-Fans feierten, zeigten die Schiedsrichter direkt an, dass es kein Treffer war. Und bei dieser Entscheidung blieben die Unparteiischen auch nach Videobeweis. Michael Nachreiner

 
 
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