Ravensburg revanchiert sich für den Auswärtssieg der Bietigheim Steelers am Sonntag. Die Towerstars gewinnen Spiel vier der DEL2-Playoff-Viertelfinalserie mit 4:3 in einem nervenaufreibenden Spiel. Wie schon in den ersten beiden Aufeinandertreffen der Runde geht die Partie in die Overtime, wo die Gäste aus Oberschwaben das glücklichere Händchen haben.
Bietigheim Steelers Der nächste Overtime-Krimi
Die Bietigheim Steelers verlieren Spiel vier der Viertelfinalserie gegen Ravensburg mit 3:4 in der Verlängerung. Damit ist alles wieder in der Reihe.
Erstmals in den Playoffs mit dabei ist bei den Steelers Tyler McNeely, der zuvor verletzt fehlte und damit Tamas Kanya aus dem Kader verdrängt. Zudem steht Verteidiger Mick Hochreither zwar auf dem Spielberichtsbogen, jedoch nur kurz auf dem Eis. Auch bei den Gästen aus Oberschwaben tut sich etwas im Aufgebot. Wo am Sonntag noch Nico Pertuch zwischen den Pfosten stand, nach dem frühen 0:3 aber vom Eis genommen wurde, steht nun der am Wochenende eingewechselte Ilya Sharipov. Pertuch hingegen ist gar nicht im Kader, dafür Youngster Keanu Salmik, der Gerüchten zufolge in der nächsten Saison für den SCB auflaufen könnte.
Fonstad bestätigt die gute Form
Sharipov hat gleich vom Eröffnungsbully weg viel zu tun. In der Anfangsphase finden die Gäste nicht aufs Eis, Kemp lässt nach etwas mehr als drei Minuten das Eins-gegen-Eins gegen den Schlussmann noch liegen, keine Minute später macht es der bisherige Mann der Serie Cole Fonstad besser. Der verwertet geistesgegenwärtig einen abgeblockten Schuss von Pawel Dronia am zweiten Pfosten zur frühen 1:0-Führung. Nur zwei Zeigerumdrehungen später hat der Kanadier gleich zwei Mal die Chance auf den Doppelschlag, einmal verfehlt er jedoch das Netz, einmal sogar gleich die Scheibe beim Schussversuch.
Mit dieser Schlagzahl geht es im restlichen ersten Abschnitt weiter. Ravensburg bekommt kaum den Schlittschuh aufs Eis und kann sich nie wirklich im gegnerischen Drittel festsetzen. Wenn doch mal ein Abschluss durch die gut gestaffelte Defensive kommt, ist Olafr Schmidt im Kasten zur Stelle. Mit dem Powerbreak stellt Gäste-Coach Bo Subr seine Männer dann aber besser ein und mit der ersten richtigen Chance kommt der ERV aus dem Nichts zum Ausgleich. Ein Durchbruch von Erik Karlsson über die linke Seite wird nicht unterbunden, den Querpass vor das Tor verwertet Robbie Czarnik mit einem kurzen Kontakt (13.).
Reisnecker vergibt, Dronia trifft
Die Steelers, die nach dem Monster-Start nun schläfrig wirken, haben rund 60 Sekunden vor Schluss Alu-Pech, als Filip Reisnecker sein herrliches Solo nicht vollendet bekommt und nur den Pfosten trifft. Mit ausgeglichenen Kräfteverhältnissen geht es ins zweite Drittel, wo Pawel Dronia plötzlich auf seine alten Tage zum Center mutiert. Denn einen Schlagschuss von der blauen Linie von Jack Dugan fälscht der Deutsch-Pole direkt vor Sharipov im Stile eines Mittelstürmers unhaltbar zum 2:1 ab (26.).
Davon angetrieben sind die Steelers wieder die bessere Mannschaft, Alexander Preibisch verpasst nach 32 Minuten noch selbst im Slot das 3:1, legt dann wenige Momente später aber für Reisnecker auf. Der mitgelaufene Deutsch-Tscheche nagelt das Hartgummi erbarmungslos in die Maschen. Reisnecker hat nur zwei Minuten später gleich wieder die Chance in einer baugleichen Szene auf das vierte SCB-Tor, scheitert aber am hechtenden Sharipov.
Nächster Nackenschlag
Doch wie schon im ersten Drittel schlagen die Gäste aus dem Nichts zurück. Dieses Mal nutzen die Oberschwaben das Gewusel nach einem Bully vor Schmidt aus, der Versuch von Karlsson wird noch entscheidend abgefälscht, so das der Puck über die Fanghand des Schlussmanns hinweg ins lange Eck fliegt. Und wo die Steelers noch am Sonntag vier der fünf Tore im Powerplay erzielten, sind es kurz nach der zweiten Drittelpause die Gäste, die mit einem Mann mehr auf dem Eis zuschlagen. Ein Distanzschuss von Nickolas Latta fliegt durch Freund und Feind hindurch zum 3:3 in die Maschen (44.).
Die Hausherren sind in der Rückwärtsbewegung nun zu langsam und zu nachlässig. So muss Schlussmann Olafr Schmidt gleich mehrfach gegen Czarnik, Karlsson und Co. entschärfen. 13 Minuten vor Schluss wird McNeely von den Schiedsrichtern mit einer Zwei-plus-Zwei-Minuten-Strafe auf die Strafbank geschickt. Dort haben die Ellentäler Glück, dass ein Distanzschuss nur an die Latte knallt (51.). Außer dieser Delle im Gestänge überleben sie die Unterzahl aber schadlos.
Kein Tor im Powerplay
Vier Minuten vor Schluss ist der Kanadier gleich wieder im Fokus, als er abseits der Scheibe den Schläger von Mark Rassell in die Magengrube kassiert. Nach Ansicht der Videobilder ist Rassells Arbeitstag allerdings nicht beendet, der Stürmer der Gäste kommt mit einer Zwei-Minuten-Strafe glimpflich davon. Aber auch die bisher so starke SCB-Powerplay-Reihe verpasst hier den Siegtreffer, wodurch es am Ende in die Overtime geht.
Dort knallt nach 90 Sekunden Ravensburgs Thomas Reichel die Scheibe per One-Timer erst an die Latte, Glück für die Ellentäler, auf der Gegenseite trifft Dugan nach zehn Minuten nur den Pfosten. Doch in der 71. Minute dann die Entscheidung. Ein Distanzschuss kommt mitten hinein ins Getümmel, die erste Verlängerung trudelt noch auf der Linie, dort steht Alec Ahlroth, der den Puck zum 4:3-Siegtor rüberschiebt und die Serie wieder zum 2:2 ausgleicht.
