Bietigheim Steelers Desolates Mitteldrittel führt zur Niederlage

Von Manuel Schust
Ratlose Gesichter bei Tim Schüle, Tyler McNeely und Arne Uplegger (von links) nach der 1:6-Niederlage in Rosenheim. Foto: Peter Lion

Die Bietigheim Steelers haben bei den Starbulls Rosenheim eine deutliche 1:6-Niederlage kassiert. Vor allem im Mitteldrittel sind die Ellentäler komplett chancenlos.

Nach dem knappen 3:2-Heimerfolg gegen DEL2-Schlusslicht ESV Kaufbeuren haben die Bietigheim Steelers am Sonntag in Rosenheim eine deftige Klatsche kassiert. Beim Tabellendritten erlebten die Ellentäler ein katastrophales Mitteldrittel, in dem sie fünf Gegentore hinnehmen mussten. Davon erholten sich die Steelers nicht mehr und unterlagen im Rofa-Stadion vor 4025 Zuschauern klar mit 1:6.

Anders als am Freitag setzte SCB-Trainer Alexander Dück auf Keeper Florian Mnich zwischen den Pfosten. Die Startformation komplettierten die Verteidiger Arne Uplegger und Tim Schüle neben Bastian Eckl, Cole Fonstad und Goldhelm Jack Dugan. Während sich Brett Kemp nach zweiwöchiger Verletzungspause wieder im Kader zurückmeldete, mussten die Ellentäler in Rosenheim krankheitsbedingt auf Mike Fischer verzichten.

In einer von langen Pässen dominierten Anfangsphase starteten die Steelers gut ins Spiel. Richtige Großchancen konnten sich beide Mannschaften jedoch noch nicht erspielen. SCB-Keeper Mnich parierte zweimal gut bei Schüssen von Charlie Serault und Fabian Dietz. Die größte Chance der Ellentäler ließ hingegen der frühere Rosenheimer Bastian Eckl nach Zuspiel von Jack Dugan aus.

Erst nach dem ersten Powerbreak nahm die Partie deutlich an Fahrt auf. Mit zunehmender Spielzeit wurden die Starbulls immer stärker. Rosenheim gelang es nun auch, sich erstmals längere Zeit im Drittel der Steelers festzusetzen und einige gut strukturierte Angriffe zu fahren. Einen Schuss spitzem Winkel von Charlie Serault konnte Florian Mnich nicht festmachen. Die im Torraum liegende Scheibe spitzelte Jordan Taupert ins Netz zur 1:0-Führung (16.).

Vier Gegentore in neun Minuten

Drittelübergreifend gerieten die Steelers in Unterzahl nach einer kleinen Strafe gegen Brett Kemp. Gerade als die Bietigheimer wieder komplett waren, schlugen die Starbulls zu. Anstatt in einer Überzahlsituation abzuspielen, hielt Scott Feser alleine drauf. Mnich konnte die Scheibe nur abprallen lassen. Und das Hartgummi landete direkt bei Dominik Kolb, der ungestört zum 2:0 einnetzte (21.).

Die Ellentäler wirkten regelrecht geschockt. Auch im ersten Power Play konnte der Schalter nicht umgelegt werden von den Bietigheimern. Anstatt in Überzahl Chancen für den Anschlusstreffer herausspielen zu können, kassierten die Gäste direkt den nächsten Nackenschlag. Nach einer Scheibeneroberung schalteten die Rosenheimer blitzschnell um und Scott Feser bediente den mit nach vorne geeilten Ex-Steeler Lewis Zerter-Gossage, der den dritten Treffer der Gastgeber markierte (23.).

Starbulls lassen nicht nach

Es sollte noch schlimmer kommen für die Ellentäler, die weiter in einer Art Schockstarre verharrten: Nach einem gewonnen Bully von Luigi Calce zog Shane Hanna direkt ab. Die Scheibe knallte für Florian Mnich unhaltbar vom Innenpfosten ins Tor zum 4:0 (27.). Und Rosenheim legte weiter nach. Starbulls-Kapitän C.J. Stretch feuerte einen Schuss direkt unter die Latte ins Tor zum 5:0 (29.). Mnich war dabei die Sicht fast komplett verdeckt durch Rosenheims Fabian Dietz .

An eine Aufholjagd war für die Gäste gar nicht zu denken. Denn die Steelers waren fortan überwiegend in Unterzahl. Bastian Eckl kassierte nach einem harten Check gegen Tobias Beck eine große Strafe plus Spieldauer.

Das lange Unterzahlspiel kostete den Bietigheimern viel Kraft. Eiskalt nutzte das der gut freigespielte Ville Järveläinen aus und erzielte mit seinen 17. Saisontreffer das sechste Tor der Gastgeber (37.). Wieder war Mnich die Sicht genommen durch den gut postierten Fabian Dietz.

Das halbe Dutzend war nun voll. Doch die Oberbayern hätten nach Aluminiumtreffern durch Feser und Järveläinen sogar noch nachlegen können.

Im Schlussdrittel war die Luft einfach raus aus der Partie. Bei den Steelers kam nun Olafr Schmidt für den glücklosen Florian Mnich in den Kasten. Immerhin gaben sich die Ellentäler nicht komplett auf und versuchten die Partie noch ordentlich zu Ende zu bringen. Im Power Play scheiterte Rückkehrer Brett Kemp noch an Oskar Autio (49.).

Reisnecker erzielt Ehrentor

Den Ehrentreffer der Gäste markierte dann aber in der 52. Minute Filip Reisnecker. Nach einem Scheibenverlust der Gastgeber setzte Brett Kemp in einer Zwei-gegen-Eins-Situation den mitgeeilten Reisnecker gut in Szene und der netzte ein. Anschließend verflachte das Spiel aber bis zum Ertönen der Schlusssirene.

„Wir sind gar nicht mal so schlecht ins Spiel gestartet“, betonte SCB-Trainer Alexander Dück nach dem Spiel. „Das erste Gegentor war ein individueller Fehler. Knackpunkt war das Tor kurz nach unserer Unterzahl. Dann haben wir noch Tore hinterher kassiert. Aber wir sollten uns nicht so leicht aus dem Spiel bringen lassen. Mir hat nicht geschmeckt, dass wir den Gegner sein Spiel spielen haben lassen.“

Am Freitag (19.30 Uhr) kommt es in der Ege-Trans-Arena zum Derby, wenn der EHC Freiburg in Bietigheim gastiert.

 
 
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