Bietigheim Steelers Die Siegesserie der Ellentäler reißt

Von Manuel Schust
Es ging hart zur Sache: Ohne Helm und mit vom Leib gerissenen Trikot sitzt Jack Dugan auf dem Eis und ist im Clinch mit Landshuts Colton Jobke Foto: /Oliver Bürkle

Gegen den EV Landshut verlieren die Steelers eine Partie mit Playoff-Charakter mit 3:6. Die Gäste kaufen dem SCB erst den Schneid ab und lassen dann nichts mehr anbrennen.

Nach zuvor fünf Siegen in Folge kassierten die Bietigheim Steelers am Freitag eine 3:6-Heimniederlage gegen den EV Landshut. In einem von den Gastgebern äußert hart geführten und intensiven Spiel trumpfte Landshut mit Härte auf. Die Ellentäler fanden im Schlussdrittel keine spielerischen Mittel mehr, um die Partie zu ihren Gunsten zu entscheiden.

Steelers-Trainer Alexander Dück setzte nach den letzten Erfolgen auf die bewährte Formation: Neben den Verteidigern Tim Schüle und Arne Uplegger komplettierten Kapitän Alexander Preibisch, Cole Fonstad und Goldhelm Jack Dugan die erste Reihe. Zum achten Mal in Folge stand Olafr Schmidt im Kasten der Bietigheimer.

Die Partie begann direkt rasant. Es waren nur wenige Sekunden gespielt, da konnte Landshuts Tobias Schwarz nach einem Fehlpass von Tim Schüle alleine aufs Bietigheimer Tor zufahren. Doch Olafr Schmidt fuhr den Fanghandschuh aus und vereitelte die erste Großchance der Niederbayern. Im direkten Gegenzug knallte Marek Racuk das Hartgummi an die Latte. Und ein abgefälschter Schuss von SCB-Verteidiger Pawel Dronia touchierte das Außennetz.

EVL setzt auf extreme Härte

Das Spiel wurde dann zunehmend härter. Beide Teams konnten die Unterzahlspiele unbeschadet überstehen. Aber gerade als die Steelers mehr vom Spiel hatten, brachte Tor Immo den EVL in Überzahl mit einem platzierten Schuss ins rechte Kreuzeck in Führung (11.). Die Antwort der Steelers ließ nicht lange auf sich warten. Ebenfalls in Überzahl gelang Marek Racuk drei Minuten später der Ausgleich. Dann eskalierte es abseits des Treffers zwischen Jack Dugan und Colton Jobke. Beide kassierten nach einem Handgemenge große Strafen und landeten für fünf Minuten auf der Strafbank.

Als sich der Trubel etwas gelegt hatte, verloren die Ellentäler die Scheibe in der Vorwärtsbewegung. Der EVL schaltete blitzschnell um und der Ex-Bietigheimer Yannick Wenzel brachte Landshut wieder in Führung (17.). Trotz fast doppelt so vielen Torschüssen (19:10) gingen die Hausherren mit einem 1:2-Rückstand in die erste Drittelpause.  

Ins Mitteldrittel starteten die Steelers mit Schüssen von Fonstad und Racuk, die aber EVL-Keeper Jonas Langmann parierte. Kurz darauf pennte die Bietigheimer Hintermannschaft komplett und verlor die Scheibe im eigenen Drittel. Erneut nutzten die Gäste das gut aus und bauten nach dem Tor von Koskenkorva ihre Führung auf 3:1 aus (22.).

Doch wieder konnten die Steelers verkürzen. Bastian Eckl legte Scheibe geschickt zurück auf Filip Reisnecker. Und der haute das Hartgummi per One-Timer zum Anschlusstreffer ins Netz (27.). Nachdem Mike Fischer brutal abgeräumt worden war, gab es zwei Strafen für den EVL. Im 5-gegen-3 brauchen die Ellentäler gerade mal sechs Sekunden für den Ausgleich. Arne Uplegger legte für den einschussbereiten Jack Dugan auf, der mit seinem 23. Saisontreffer das 3:3 erzielt (28.).

Landshut gewann aber wieder Oberwasser und landete durch Gooch und Park zwei Aluminiumtreffer. In der Verteidigung setzte der EVL weiter auf eine Härte, die oft am Rand der Unsportlichkeit war. Erneut profitierten die Gäste von einem Scheibenverlust der Steelers und Immo netzte zum 4:3 für Landshut ein (35.).

Landshut dominiert am Ende

Erst im Schlussdrittel verlor das Spiel an Härte und der Spielfluss nahm wieder zu. Zunächst drückten die Gastgeber auf den Ausgleich. Aber erneut war es ein Scheibenverlust der Steelers, der dem EVL einen Treffer beschert. David Stieler schlenzte die Scheibe um Olafr Schmidt herum zum 5:3 über die Linie (48.).

Anschließend nahm Landshut Härte und Tempo aus dem Spiel. Den Ellentälern gelang es nicht mehr, sich richtig vorne festzusetzen. Mehrfach rutschte das Spielgerät über die blaue Linie raus. Dreieinhalb Minuten vor dem Ende zogen die Steelers Goalie Schmidt und versuchten sich im 6-gegen-5. Doch ohne eine richtige Druckphase aufbauen zu können, mussten die Steelers auch noch den sechsten Gegentreffer hinnehmen. Trevor Gooch traf ins verwaiste Bietigheimer Tor zum 3:6-Endstand.

Für Landshut ist es ein wichtiger Sieg, der ihre Hoffnungen auf die direkte Playoff-Teilnahme aufleben lässt. Die Steelers liegen nur noch vier Punkte vor dem siebten Platz auf Rang fünf.

„Wir waren nicht bereit für das Spiel und hatten zu viele leichtsinnige Scheibenverluste“, ärgerte sich SCB-Trainer Dück über die Niederlage.

Am Sonntag (17 Uhr) sind die Steelers zu Gast bei der Düsseldorfer EG.

 
 
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