Bietigheim Steelers Ellentäler auf Stürmer-Suche

Von Niklas Braiger
Daniel Weiß kennt die Steelers bestens, von 2021 bis 2023 hat er dort gespielt. Sein Tryout-Vertrag in Rosenheim ist ausgelaufen, er wäre für den Klub als Stürmer-Lösung zu haben. Foto: Ralf Poller/Avanti

Nach zwei Verletzungen muss Trainer Alexander Dück früh in der Saison kreativ werden. Ein weiterer Stürmer würde dem SCB gut tun.

Es ist ein bizarres Bild nach vier Spieltagen in der DEL2. Die Bietigheim Steelers stehen mit einem Torverhältnis von 10:14 auf Rang zwölf, haben nur zwei Zähler geholt und sich aber zumindest phasenweise gut gegen die bisherigen Kontrahenten präsentiert. Die Ravensburg Towerstars, die an diesem Freitag der Gegner der Ellentäler in der Ege-Trans-Arena sind (19.30 Uhr), zeigen kaum ein anderes Bild. Sie haben zwar ein Tor mehr geschossen, jedoch auch eins mehr kassiert. Dennoch stehen sie mit acht Punkten auf Rang vier der aktuellen Tabelle.

Grund dafür ist ein Horror-Auftakt der Oberschwaben, die am ersten Spieltag mit 1:8 beim EV Landshut unter die Räder kamen. Doch was folgte, waren drei knappe Siege gegen Weiden, Düsseldorf und Bad Nauheim in Serie. Der Aufstiegsaspirant und letztjährige Vizemeister ist damit wieder voll in der Spur und trifft nun auf die verletzungsgebeutelten Steelers. Denn im Kader von Trainer Alexander Dück fehlen gleich zwei wichtige Stürmer. Mike Fischer hat vor einer Woche beim Auswärtsspiel in Kaufbeuren einen harten Check gegen den Kopf kassiert. „Schonungsbedingt ist er raus. Es ist kein Spaß, was Kopfverletzungen angeht“, sagt der Coach. Dazu muss der 45-Jährige auf Importspieler Alex Dostie verzichten. Bei ihm ist es eine Oberkörperverletzung, die Dück nicht weiter ausführen will.

Vertragsloser Daniel Weiß

Damit klafft eine Lücke im Bietigheimer Offensivspiel, die der Verein wohl noch füllen will. Eine Option, die sich ganz aktuell eröffnet ist ein alter Bekannter: Daniel Weiß. Der viermalige Deutsche Meister stand bereits von 2021 bis 2023 im Ellental auf dem Eis und spielte im Oberhaus für den SCB. Vergangene Saison war der 35-Jährige für die Moskitos Essen in der Oberliga-Nord aufgelaufen, schloss sich jüngst Rosenheim an und stand sogar beim Auswärtsspiel der Bayern im Ländle für die Starbulls auf dem Eis. Der Routinier erhielt dort einen Tryout-Vertrag, der nun ausgelaufen ist und nicht verlängert wurde. Ob er jedoch in das Wunschprofil des Vereins und von Coach Dück passt, ist zu bezweifeln. Denn den Steelers mangelt es aktuell eher an der Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, es gibt keinen wirklichen Knipser im Team. Diese Rolle würde Weiß, der vorwiegend auf dem Flügel spielt, auch nicht unbedingt bekleiden.

Ein weiteres Fragezeichen im Team steht im Tor. Gegen Kaufbeuren vor einer Woche hielt Olafr Schmidt den Sieg im Penaltyschießen fest. Dennoch wurde der Deutsch-Kanadier in der Partie gegen Rosenheim überraschend durch Florian Mnich ersetzt. „Das war eine Entscheidung des Trainerteams“, gab sich Dück nach der Partie am vergangenen Sonntag wortkarg und machte keine durchsichtige Angabe für den Wechsel. In der Vorsaison, als Schmidt noch gemeinsam mit David Zabolotny das Tor hütete, rotierten die beiden Goalies anfangs im Regelfall bei den meisten Spielen durch. Gegen Mitte der Saison lief Schmidt dann aber seinem Kollegen den Rang ab und wurde zur klaren Nummer eins. Auch bei den Ravensburgern gibt es Diskussionen rund um die Torhüter-Position. Ex-Steeler Ilya Sharipov stand in den ersten drei Saisonspielen im Kasten. Nach 13 Gegentoren in diesen Partien bekam zuletzt aber Youngster Nico Pertuch seine Chance.

 
 
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