Bietigheim Steelers Ellentäler verlieren nach Viererpack von Czarnik

Von Manuel Schust
Keeper Florian Mnich machte keine schlechte Partie in Ravensburg, musste bei den Towerstars allerdings sechs Gegentreffer hinnehmen. Foto: /Kim Enderle

Im Duell Elfter gegen Zwölfter müssen sich die Bietigheim Steelers bei den Ravensburg Towerstars mit 3:6 geschlagen geben.

Vor der Deutschland-Cup-Pause galt es für die Bietigheim Steelers, ein schweres Programm mit Spielen gegen die Topteams der DEL2 zu bewältigen. Nun warten auf die Ellentäler Partien gegen Teams aus ähnlicher Tabellenregion. Nachdem die Mannschaft von Alexander Dück am vergangenen Sonntag beim 9:3-Heimerfolg gegen Kaufbeuren den höchsten Saisonsieg feiern konnte, stand für die Bietigheimer am Freitagabend das Auswärtsspiel beim Tabellennachbarn Ravensburg Towerstars auf dem Programm. Elfter gegen Zwölfter: Es sollte die erwartet hart umkämpfte Partie sein, bei der die Ravensburger dank effizientem Spiel mit 6:3 siegten.

Erstes Tor nach 35 Sekunden

Steelers-Trainer Alexander Dück, der als Spieler von 2015 bis 2017 noch die Schlittschuhe für die Towerstars geschnürt hatte, gab im Tor Daniel Mnich den Vorzug gegenüber Olafr Schmidt, der geschont wurde. In der Startformation standen außerdem die Verteidiger Arne Uplegger und Tim Schüle neben Tyler McNeely, Alexander Preibisch und Benjamin Zientek. In der CHG-Arena legten die Ravensburger einen Blitzstart hin. Nachdem die Gastgeber das Anspielbully gewonnen hatten, brauchten sie gerade mal 35 Sekunden, um in Führung zu gehen. Simon Sezemsky zog von der blauen Linie ab und Mark Rassell fälschte mit der Kelle den strammen Schuss unhaltbar ins Tor ab zur frühen Führung.

In einer temporeichen Anfangsphase mit wenigen Unterbrechungen übernahmen die Steelers mehr und mehr die Kontrolle über das Spiel. Nach einem harten Check von Denis Pfaffengut an Cole Fonstad kassierte der Ravensburger Verteidiger eine 2-Minutenstrafe. Im ersten Power Play der Steelers standen die Towerstars zunächst gut in den Passwegen. Doch die Bietigheimer blieben geduldig. Nachdem die Scheibe zunächst geklärt wurde, nahmen die Gäste erneut Tempo auf. Fonstad legte den Puck perfekt auf Jack Dugan zurück und der Topscorer fackelte nicht lange und platzierte die Scheibe ins rechte Eck zum 1:1-Ausgleich (10.).

Gerade als die Steelers die klareren Offensivaktionen hatten, fiel der erneute Führungstreffer der Ravensburger. Denis Pfaffengut schoss von der blauen Linie einfach mal aufs Tor. Das Hartgummi wurde von Robbie Czarnik entscheidend abgefälscht und kullerte kurios über die Linie (17.). Anschließend wurde die Partie hitzig und einige Spieler durften auf der Strafbank Platz nehmen. Ravensburgs Nick Latte bekam sogar eine 10-Minutenstrafe wegen Provozierens. Auch Dugan, Racuk und die Ravensburger Voyer und Pfaffengut erhielten Strafen im Baden-Württemberg-Duell. Eine späte Drangphase der Steelers blieb ohne Erfolg und es ging nach 20 Minuten beim Stand von 2:1 in die Drittelpause.

Kaltschnäuzige Towerstars

Nach einer Strafzeit gegen Lukas Jung von den Towerstars waren die Steelers früh im zweiten Drittel in Überzahl, konnten den Vorteil aber nicht nutzen. Wirklich gute Chancen blieben zunächst auf beiden Seiten aus, trotz leichter Überlegenheit der Gäste.

Doch dann schlug die erste Formation der Ravensburger zu. Nach einem Check an Maximilian Söll kamen die Towerstars vor dem Bietigheimer Tor in Scheibenbesitz. Schnell passte der Ravensburger Goldhelm Rassell auf Robbie Czarnik und der netzte mit einem Direktschuss zum 3:1 ein. Nur zwei Minuten später war es wieder das Duo Rassell-Czarnik: In Unterzahl sicherte Rassell die Scheibe gegen Uplegger und bediente den völlig frei stehenden Czarnik, der wieder direkt einschießen konnte (33.). Im vierten Überzahlspiel der Partie gelang den Steelers der Anschlusstreffer durch Tyler McNeely nach Zuspiel von Benjamin Zientek und Mike Fischer. Aber es war der Abend von Robbie Czarnik. Der 35-jährige Amerikaner legt sich nach einem gewonnenen Bully die Scheibe zurecht und schlenzt sie mit seinem vierten Treffer des Abends zum 5:2 ins Tor. Während die Steelers zu wenig aus Überzahl-Situationen machten, spielten die Gastgeber einfach effizienter. Bei nur fünf Schüssen aufs Tor erzielten die Oberschwaben drei Treffer im zweiten Drittel.

Im Schlussdrittel drängten die Ellentäler auf einen frühen Anschlusstreffer, aber konnten sich keine klaren Chancen erspielen. Als Zientek und Fonstad 2-Minutenstrafen kassierten, mussten die Gäste sich im 5-gegen-3 beweisen. Nach einem Scheibengewinn spielte sich Kapitän Alexander Preibisch den Puck über die Bande selbst zu und nahm Fahrt auf. Im direkten Duell gegen Keeper Pertuch setzte er sich durch und erzielte trotz doppelter Unterzahl das Tor zum 5:3. Doch gerade als die Bietigheimer wieder vollzählig waren, baute Ravensburg durch Alec Ahlroth die Führung auf 6:3 wieder aus (50.).

Anschließend war der Bann gebrochen und das Spiel entschieden. „Das zweite Viertel war der Knackpunkt, weil wir richtig viele Chancen rausgespielt haben“, kommentierte Sören Sturm nach Spielende. „Pertuch hat überragend gehalten und viele Chancen vereitelt. Im letzten Drittel haben wir nochmal kurz Luft geschnuppert und beim 5-gegen-3 ein Tor in Unterzahl geschossen. Dann kriegen wir direkt das nächste Tor und es war die Luft raus. Ravensburg war kaltschnäuziger heute und hat das Sechs-Punkte-Spiel gewonnen.“

Am Sonntag (17 Uhr) gastiert mit dem EHC Freiburg der Tabellenletzte der DEL2 in der Ege-Trans-Arena.

 
 
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