Bietigheim Steelers Finnischer Trainer soll SCB zum Klassenerhalt führen

Von Andreas Eberle
Pekka Kangasalusta coacht ab sofort die Bietigheim Steelers. Hier gibt er bei einem Spiel seines finnischen Ex-Klubs Mikkelin Jukurit Anweisungen an der Bande. Foto: Imago Images/Newspix24/Kalle Parkkinen Foto:  

Die Bietigheim Steelers setzen im Abstiegskampf auf Pekka Kangasalusta. Bis November war der einstige Verteidiger noch Assistenzcoach beim Nationalteam. Fabian Dahlem rückt wieder ins zweite Glied.

Am Nikolaustag haben die Bietigheim Steelers die Katze aus dem Sack gelassen: Der Finne Pekka Kangasalusta (45) wird neuer Trainer beim DEL-Tabellenletzten und damit Nachfolger des vor zwölf Tagen entlassenen Daniel Naud. Dies gab der Verein am Dienstagmittag bekannt.

„Bei ihm stimmt das Gesamtpaket. Pekka ist kein Unbekannter, hat eine gute Vita und ist eine Persönlichkeit. Er war der Kandidat auf unserer Liste, der am besten zu uns passt. Und er weiß genau, auf was er sich einlässt“, sagt Geschäftsführer Volker Schoch im Gespräch mit der BZ.

Der aus dem westfinnischen Jurva stammende Kangasalusta fungierte zuletzt beim deutschen Nationalteam als rechte Hand von Toni Söderholm – bis der Bundestrainer Mitte November überraschend zurücktrat und Knall auf Fall zum Schweizer Spitzenklub SC Bern wechselte. Vor seinem DEB-Engagement hatte sich Kangasalusta als Chef- und Assistenzcoach in den Topligen Finnlands, der KHL sowie der slowakischen Liga einen Namen gemacht und Erfahrung gesammelt. 2018 war der frühere Verteidiger sogar als Co-Trainer der finnischen Auswahl bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang und bei der WM in Dänemark dabei. Nun übernimmt er im Ellental erstmals einen DEL-Verein – vorerst bis zum Saisonende. „Es gibt nur ein Ziel, und das ist der Klassenerhalt. Daran werden alle gemessen“, sagt Schoch.

Am Montag war Kangasalusta zum ersten Mal in seinem Leben in Bietigheim-Bissingen und schaute sich die Gegebenheiten vor Ort an – Arena, Eisflächen, Kabinen, Kraft- und Funktionsräume, Geschäftsstelle. Im persönlichen Gespräch wurden sich Schoch und der Finne dann schnell handelseinig. Bereits am Nachmittag war ein Vertrag unterschrieben. „Wir hatten eine klare Summe festgelegt und sind in dem Rahmen geblieben, der für uns machbar ist“, verrät Schoch, der gemeinsam mit dem Aufsichtsrat und dem Stammverein SCB die Gespräche mit den einzelnen Kandidaten geführt und die Entscheidung getroffen hatte.

Dahlem rückt ins zweite Glied

Fabian Dahlem, der nach der Trennung von Naud drei Spiele lang interimsweise eingesprungen war, rückt nun wieder ins zweite Glied und assistiert künftig Kangasalusta. Auch der 56-jährige Oberbayer hatte sich Hoffnungen gemacht, nach den zuletzt überzeugenden Leistungen in der Chefrolle bleiben zu dürfen. „Fabian war einer der ersten, der es erfahren hat, und er hat sehr professionell reagiert“, sagt Schoch und lobt Dahlem für den Einsatz als Feuerwehrmann: „Wir sind ihm dankbar, dass er kurzfristig Verantwortung übernommen und die Mannschaft mit dem tollen Auftritt in Wolfsburg und dem Sieg gegen Bremerhaven wieder in die Erfolgsspur gebracht hat.“

Nach einer kurzen Vorstellung leitete Kangasalusta am Dienstagvormittag bereits das erste Training. Mit Torhüter Sami Aittokallio sowie den Stürmern Michael Keränen und Teemu Lepaus hat er gleich drei finnische Landsleute unter seinen Fittichen. Am Freitag (19.30 Uhr) gibt der Coach im Gastspiel beim Aufsteiger Löwen Frankfurt seinen Einstand an der Steelers-Bande. In der Ege-Trans-Arena werden die SCB-Fans den neuen Hoffnungsträger am 18. Dezember zum ersten Mal zu sehen bekommen – in der Heimpartie gegen Red Bull München. Zuvor stehen in Düsseldorf (14. Dezember) und Iserlohn (16. Dezember) zwei weitere Auswärtsduelle auf dem Plan.

Kommt noch Verstärkung?

„Die Mannschaft hat das Potenzial, in der Liga zu bleiben. Das hat sie in dieser Saison in einigen Momenten auch schon gezeigt. Das Trainerteam muss nun dafür sorgen, dass es noch mehr dieser Momente gibt als bisher“, stellt Schoch fest. Gleichwohl schließt der Steelers-Boss nicht aus, dass es in nächster Zeit auch auf dem Eis noch Verstärkung geben könnte. Im Rahmen einer Sponsoring-Offensive ist der Verein aktuell dabei, zusätzliche Gelder einzuwerben. Den neuen Mann Kangasalusta wird’s freuen.

 
 
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