Bietigheim Steelers fordern Red Bull München heraus Hoffnungsträger Peterson gibt Debüt

Von Andreas Eberle
Neuzugang Avery Peterson ist der neue (Strahle-) Mann im Bietigheimer Angriff. Gegen Red Bull München gibt der 26-jährige US-Amerikaner an diesem Freitag seinen Einstand.⇥ Foto: Bietigheim Steelers

Der neu verpflichtete US-Amerikaner stürmt im DEL-Heimspiel gegen den Spitzenreiter EHC Red Bull München erstmals für die Bietigheim Steelers. Trainer Naud hält viel von ihm. Von Andreas Eberle

Daniel Naud ist ein Trainer, der mit allen Wassern gewaschen ist. Dass die Fans der Bietigheim Steelers vom Anfang der Woche präsentierten Neuzugang Avery Peterson im Abstiegskampf viel erwarten, weiß der 59-jährige Kanadier genau. Zumal die Kontingentspieler gerade bei den Underdogs der Liga gewöhnlich für Schlüsselrollen vorgesehen sind. Doch was macht Naud? Er nimmt dem 26-jährigen US-Amerikaner die Last und stattdessen das komplette Team in die Pflicht. „Warum sollte bei einem Ausländer der Druck größer sein als bei einem deutschen Spieler? Die sind genauso gefordert und müssen ihre Leistung bringen.“ Punkt. Das Statement sitzt.

An diesem Freitag (19.30 Uhr/Live auf Magenta Sport) wird Peterson im Heimspiel gegen den EHC Red Bull München zum ersten Mal für die Steelers auflaufen – im dritten Sturm an der Seite von René Schoofs und Guillaume Naud, wie Coach Naud durchblicken lässt. Der Bietigheimer Anhang wird die DEL-Premiere des neuen Hoffnungsträgers allerdings nur am Bildschirm verfolgen können, denn die Partie in der EgeTrans-Arena findet erneut ohne Zuschauer statt – so wie auch die weiteren im Dezember angesetzten Heimbegegnungen (die BZ berichtete).

Bei den ersten Übungseinheiten mit der Mannschaft hat 1,91-Meter-Mann Peterson bereits Eindruck gemacht. „Avery passt charakterlich zu 100 Prozent zu uns. Er ist läuferisch stark, kann gut in unserem System spielen und Verantwortung übernehmen. Bei der Fitness fehlt ihm wegen des Jetlags vielleicht noch etwas, aber das wird in ein paar Tagen erledigt sein“, sagt Naud über den vom AHL-Klub Milwaukee Admirals ins Ellental gewechselten Linksschützen, der im Angriff auf jeder Position einsetzbar ist.

Sheen führt Torschützenliste an

Vielleicht schlägt Peterson ja ähnlich gut ein wie Riley Sheen, der bei seiner Verpflichtung im Juni 2020 in Eishockey-Europa ebenfalls ein unbeschriebenes Blatt gewesen ist. Mittlerweile führt der 26-jährige Kanadier gemeinsam mit Wolfsburgs Christopher DeSousa sogar die Torschützenliste in der deutschen Eliteklasse an – beide haben bisher 17 Mal getroffen. Naud: „Ich freue mich sehr für Riley. Er hat sich während der Saison kontinuierlich gesteigert, spielt auch defensiv jetzt wesentlich besser als zu Beginn und arbeitet viel für die Mannschaft.“ 

Von den derzeit drei verletzten Stürmern wird Daniel Weiß in zwei bis drei Wochen als Erster sein Comeback feiern. Am Donnerstag stand der gebürtige Schwarzwälder nach seinem Fußbruch erstmals wieder auf dem Eis. Norman Hauner erwartet Naud dagegen erst im Januar wieder zurück. Eine längere Zwangspause blüht Benjamin Zientek, der in der vergangenen Woche am Unterkörper operiert wurde.

München kommt mit viel Rückenwind nach Bietigheim. Am Dienstagabend erkämpften sich die Bayern im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League beim finnischen Topklub Lukko Rauma nach einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2. Auch in der Liga ist der EHC auf Erfolgskurs: Mit im Schnitt 2,045 Zählern pro Spiel führt der dreimalige Meister die DEL-Tabelle an. Das erste Duell haben die Steelers Ende Oktober gegen ein coronabedingt stark ersatzgeschwächtes Red-Bull-Team mit 0:2 verloren. „Wir müssen ein perfektes Spiel machen“, weiß Naud, der aber verspricht: „Wir werden uns nicht verstecken.“

Falken-Trip nach Weißwasser mit dem Steelers-Bus empört Heilbronner Fans

Viele Fans der Heilbronner Falken haben derzeit einen dicken Hals. Der Grund: Ihre Mannschaft ist am Dienstag ausgerechnet mit dem Bus des verhassten Erzrivalen Bietigheim Steelers zum DEL2-Gastspiel nach Weißwasser gefahren. Die Ultragruppierung Kollektiv Heilbronn wertete dies in einem öffentlichen Facebook-Beitrag als „bodenlose Frechheit“ und „größte Schande, die wir je mit unserem geliebten Eishockey- Klub erleben mussten“.

Bereits vor Ort hatten befreundete Fans des Gegners Lausitzer Füchse mit einem Banner Kritik an dem Vorgang geübt. „Durch das Land im Feindgewand, habt ihr noch alle Tassen im Schrank?“, wurden die Falken da gefragt. Frostig fiel trotz des 8:2-Sieges auch der Empfang in Heilbronn aus. An der Halle hatten HEC-Anhänger Transparente angebracht, auf denen Sprüche wie „Ein ahnungsloses Management, das unsere Farben nicht kennt“ oder „Schämt euch“ zu lesen waren. Der Verein nahm am Mittwochabend auf seinen Kanälen Stellung zur heiklen Angelegenheit und wies darauf hin, dass am Dienstag weder der Falken- noch der zuletzt genutzte Ersatzbus zur Verfügung gestanden hätten. Daher habe man sich „kurzfristig für die Alternative mit dem Steelers-Bus entschieden“.

 
 
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