Bietigheim Steelers Goldhelm-Doppelpack ohne Dugan

Von Marlon Hölzel
Goldhelm in Vertretung, Brett Kemp,, machte seinem Kopfschutz alle Ehre und erzielt im Auswärtsspiel in Düsseldorf einen Doppelpack im ersten Drittel. Mit seinen Treffern sleitet er den 4:1-Auswärtssieg ein. Foto: Ralf Poller/Avanti

In der DEL2-Partie zwischen dem Düsseldorfer EG und den Bietigheim Steelers eröffnet Brett Kemp mit einem Doppelpack die Partie. Letztendlich sichern sich die Steelers den Auswärtssieg.

Die Bietigheim Steelers starten am Freitagabend bei DEL-Absteiger Düsseldorf in das Wochenende. Die Gäste aus dem Ellental gewinnen letztendlich 4:1 durch einen spielstarken und konzentrierten Auftritt.

Goldhelm in Vertretung

Die Begegnung zwischen Absteiger Düsseldorf und Aufsteiger Bietigheim startet mit einem schnellen Treffer. Gerade einmal 210 Sekunden dauert es bis die Scheibe im Tor liegt, allerdings aufseiten der Düsseldorfer, da die Steelers in Form von Goldhelm Brett Kemp schnell in Führung geht. Kemp bekommt viel zu viel Platz von der rheinischen Defensive, lässt sich unbedrängt vor dem Tor Zeit und schiebt die Scheibe locker durch die Beine vom DEG-Goalie Niklas Lunemann. Die Hausherren finden keinen Zugriff in das Spiel. Kaum bekommen sie Scheibenkontrolle und versuchen zu Beginn hauptsächlich die Steelers-Offensive wegzuverteidigen.

So ist es nur wenige Minuten später Tim Schüle, der mit einem Pfostentreffer für die nächste Gefahr im Spiel sorgt. Der Fehlschuss sorgt zumindest für einen kleinen Hallo-Wach-Effekt bei den Gastgebern, denn langsam setzen auch sie die ersten offensiven Lebenszeichen. Goalie Olafr Schmidt verhindert allerdings nach acht Minuten den Ausgleich der Düsseldorfer.

Nach rund zehn Minuten ist die Partie unterbrochen. Tyler McNeely wird eine Spielverzögerung vorgeworfen, da er laut den Schiedsrichtern den Puck absichtlich über das Plexiglas gechippt habe. Nach Absprache zwischen den Unparteiischen entscheiden sie allerdings, dass die Scheibe noch abgefälscht war, wodurch McNeely einer Strafe entgeht. Und nur kurz danach steht wieder eine Schiedsrichterentscheidung im Fokus. Brett Kemp zieht die Scheibe schön hinter dem Tor vorbei und zurück ins kurze Toreck doch per Videobeweis wird überprüft, ob das Hartgummi überhaupt im Tor war. Die anschließende Überprüfung zeigt jedoch deutlich, dass der Puck die Linie überquert (12.).

Brett Kemp, der Goldhelm in Vertretung für den spontan ausfallenden Jack Dugan, macht seinem eigentlichen Besitzer alle Ehre und schnürt den frühen Doppelpack. Und die Steelers dominieren die Partie. In dreifacher Überzahl kontern die Gäste, doch Cole Fonstad verzieht. Im ersten Drittel bestätigt die Düsseldorfer EG ihre aktuelle Form mit vier Niederlagen aus den letzten fünf Partien. Sie finden sich auf dem Eis kaum zurecht und lassen die Gäste das Spielgeschehen fast vollständig übernehmen.

Auch im zweiten Drittel bleiben die Gäste die tonangebende Mannschaft. Sie üben weiterhin starken Druck auf die Düsseldorfer Schlussreihe aus. Zu gute kommt ihnen zudem die Zwei-Minuten-Strafe der Gäste, die für das erste Power-Play sorgt. Die Überzahl büßen die Gäste allerdings mit dem 1:2-Anschlusstreffer der DEG. Ture Linden profitiert von einem Fehlpass und verwandelt eiskalt in den Winkel. Das Erfolgserlebnis macht sich auch auf dem Eis bemerkbar. Die Hausherren treten mit einer völlig anderen Körpersprache auf. Die ersten zehn Minuten des zweiten Drittels zeigen mehr Spannung jedoch wenig Spektakel. Gleich dreifach verpassen die Steelers eine Überzahl zu nutzen.

Premierentreffer für Reisnecker

Die nächste Großchance spielt sich erst in der 34. Minute wieder ab, nachdem Düsseldorfs Yushiroh Hirano nur haarscharf aus der Distanz an Schmidt scheitert. Kurz darauf die Chance auf beiden Seiten innerhalb von 30 Sekunden. Erst vergibt Düsseldorf eine Überzahl im Drei-Gegen-Eins, daraufhin vergibt Schüle ebenso ein Drei-Gegen-Eins indem er den Puck unterschlägt, woraufhin die DEG wieder kontert und gleich mehrfach am SCB-Goalie scheitert. Kurz vor der zweiten Satzpause zappelt die Scheibe wieder im Düsseldorfer Netz. Nachdem Cole Fonstad an einer sensationellen Rückwärts-Spagat-Parade scheitert, verwandelt Neuzugang Filip Reisnecker zum Führungsausbau und seinem ersten Tor in Grün-Weiß-Blau. Vorlagengeber dabei war McNeely, der somit nur noch einen Zähler entfernt ist, um geteilter Top-Scorer der DEL2 zu werden.

Das letzte Drittel plätschert vor sich hin. Auch das vierte Power-Play der Partie nutzen die Gäste von der Enz nicht. In der 50. Minute sind es erstmals die Rheinländer, die ihr Glück selbst im Überzahlspiel probieren dürfen. Ihr einziges Tor der Partie erzielten sie in Unterzahl. Einen Mann mehr auf dem Eis nutzen sie allerdings ebenfalls nicht. Lunemann, der sich bereits mehrfach als Goalie in dieser Begegnung bewiesen hatte, lenkt in der 52. Minute im Eins-gegen-eins einen Schuss von Bastian Eckl an den Pfosten. Die Steelers lassen defensiv wenig anbrennen und verwalten die Partie weitgehend, schaffen es allerdings offensiv dafür nicht alles klar zu machen. Mit seinem linken Schoner verhindert Schmidt vier Minuten vor Ende den Anschlusstreffer und somit eine nervenaufreibende Endphase. Die DEG muss das Spiel offensiv angehen. Dies nutzt Joshua Rust und verwandelt zum 4:1-Endstand ins leere Tor. Die Steelers haben ihr Spiel über 60 Minuten durchgezogen und sich von dem Fehler beim Gegentor nicht aus der Ruhe bringen lassen.

„Ich denke, dass wir aus dem kleinen Tief vom Anfang der Saison gut rausgekommen sind. Jetzt machen wir die Kleinigkeiten richtig. Wir haben das super runtergespielt heute“, resümiert Sören Sturm nach dem Auswärtssieg. Am Sonntag empfangen die Steelers zuhause den EV Landshut, die parallel mit 4:2 gegen Kaufbeuren triumphierten.

 
 
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