Bietigheim Steelers Goldhelm Jack Dugan bleibt den Ellentälern erhalten

Von Manuel Schust
„Ich werde im Herbst nach Bietigheim zurückkehren“, verkündete Jack Dugan (mit Kappe) vor den jubelnden Steelers-Fans bei der Saisonabschlussfeier am Samstag. Foto: Timo Raiser

Während ihrer Abschlussfeier geben die Steelers die Vertragsverlängerung von Jack Dugan bekannt. Bei der Trainersuche will man sich Zeit lassen.

Die Eisflächen in der Ege-Trans-Arena und der benachbarten Eishalle sind zwar schon seit Mitte letzter Woche abgetaut. Doch die Begeisterung um die grandiose DEL2-Saison der Bietigheim Steelers, bei der der Aufsteiger überraschend bis ins Halbfinale vorstoßen konnte, ist bei den Fans weiter ungebrochen. Am Samstag feierten die Ellentäler vor ihrer Heimspielstätte bei sommerlichen Temperaturen den Saisonabschluss mit ihren Anhängern. Die ohnehin schon gute Laune wurde durch die Verkündung der Vertragsverlängerung von Topscorer Jack Dugan noch weiter angefeuert. Im Rahmen der Versteigerung seines Trikots, das für stolze 1000 Euro einen neuen Besitzer fand, verkündete der 28-jährige Amerikaner vor den Fans, dass er im Herbst nach Bietigheim zurückkehren wird. In seiner ersten Spielzeit in Europa kam der Stürmer in 64 Partien für die Steelers auf 31 Tore und 60 Vorlagen.

Dritte Kontigentstelle besetzt

„Wir sind sehr froh, dass wir uns mit Jack einigen konnten“, kommentierte Steelers-Geschäftsführer Gregor Rustige die Vertragsverlängerung des Dreh- und Angelpunkts im Spiel der Bietigheimer. „Er ist ein Topspieler, der in den entscheidenden Momenten den Unterschied macht, und gleichzeitig ein echter Charakter.“

Damit konnten die Ellentäler die dritte Kontingentstelle im neuen Kader bereits besetzen. Neben Goldhelm Dugan haben auch Marek Racuk und Cole Fonstad ihre Verträge im Ellental verlängert. Bevor die weitere Kaderplanung vorangetrieben werden kann, gilt es nun, zunächst die Trainerfrage zu klären. Von Trainer Alexander Dück haben sich die Steelers bekanntlich einen Tag vor dem sechsten Halbfinalspiel gegen Kassel getrennt, nachdem bekannt geworden war, dass Dück ein Strafbefehl zugestellt worden war.

„Die allermeisten Spots haben wir bereits besetzt und sind daher gut aufgestellt“, verrät Geschäftsführer Rustige im Gespräch mit der BZ. „Wir würden jetzt gerne bei den noch offenen Spots weitermachen, aber das wollen wir natürlich in Absprache mit dem neuen Trainer entscheiden.“

Da das Gerüst des neuen Kaders bereits steht, sei keine Eile geboten. „Wir haben viele Bewerbungen für den Trainerposten erhalten und prüfen die aktuell“, erklärt Rustige. „Dann sieben wir weiter aus und gehen in die Gesprächsphase. Es wird jetzt nicht bis Juni dauern, bis wir den neuen Trainer bekannt geben können, aber wir brauchen auch nicht morgen zu entscheiden.“ Ein Kandidat für die Cheftrainer-Position ist auch der bisherige Assistenztrainer Boris Blank, bestätigt der Geschäftsführer der Steelers. Dass 14 Spieler bereits verabschiedet wurden, habe unterschiedliche Gründe. Einige Spieler seien in die Jahre gekommen, bei anderen seien Zweijahresverträge ausgelaufen, wieder andere seien – auch als Folge der erfolgreichen Spielzeit – sehr teuer geworden.

Weiter langsam wachsen

Wie schnell es nach erfolgreichen Spielzeiten auch wieder bergab gehen kann, hat Steelers-Kapitän Alexander Preibisch in den vergangenen neun Jahren im Ellental erlebt. Daher warnt der 34-Jährige auch davor, nach der tollen Saison zu euphorisch zu werden.

„Wir sollten mit der Erwartung, die wir dieses Jahr hatten, nämlich die Playoffs zu erreichen und nichts mit dem Abstieg zu tun haben, auch in die kommende Saison gehen“, sagt Preibisch. „Erstmal müssen wir uns wieder richtig in der DEL2 etablieren, bevor man größere Ansprüche stellen kann. Denn wir wissen alle, wie schnell es gehen kann, dass man nach einem guten Jahr wieder ein schlechtes hat. Daher ist man in Bietigheim gut beraten, kleinere Brötchen zu backen.“

Angesprochen auf die nun gestiegene Erwartungshaltung im Umfeld und das vermeintlich schwere zweite Jahr in der DEL2, äußert sich Gregor Rustige ähnlich wie Kapitän Preibisch. Für die Steelers gilt es Schritt für Schritt die eingeschlagene Entwicklung weiter fortzusetzen und keine Luftschlösser zu bauen.

„Auch im nächsten Jahr werden wir das Ziel ausgeben, in die Playoffs zu kommen“, macht Rustige deutlich. „Wir wollen weiter langsam etwas aufbauen und in der Arena Verbesserungen vornehmen, damit wir die Einnahmen steigern und weiter konkurrenzfähig bleiben können.“

 
 
- Anzeige -