Bietigheim Steelers Ineffizienz bricht dem SCB das Genick

Von Niklas Braiger
Cole Fonstad darf zwar bei seinem Tor zum 1:2 jubeln, am Ende bleibt das aber der einzige SCB-Treffer. Foto: Jan Huebner/imago-images

Insgesamt 30 Torschüsse feuern die Bietigheimer Eishockey-Männer auf das Netz von Weidens Goalie Simon Wolf ab. Davon findet nur Cole Fonstads zwischenzeitliches 1:2 den Weg ins Tor.

Am neunten Spieltag vor rund zwei Monaten holten die Bietigheim Steelers mit 6:1 gegen die Blue Devils Weiden ihren ersten Dreier in der aktuellen DEL2-Saison. Es war der Dosenöffner für die Ellentäler, die seitdem im Saft stehen und nach dem Horror-Start in die Spielzeit wieder Anschluss an das Tabellenmittelfeld geschaffen haben. Das erste Aufeinandertreffen mit den Oberpfälzern im Oktober war nicht nur der erste Drei-Punkte-Sieg, sondern auch das Debüt von Neuzugang Cole Fonstad, der nur wenige Tage zuvor verpflichtet wurde. Der neue Kanadier bereitete damals sogar auch gleich zwei Tore vor, auch beim zweiten Duell am Freitagabend trägt er sich wieder in die Scorer-Liste ein. Er erzielt das zwischenzeitliche 1:2 direkt vor der zweiten Drittelpause, am Ende reicht das jedoch nicht, die Blue Devils gewinnen am Ende mit 4:1.

Neu-formierte erste Reihe

Dabei startet die Partie vor 2560 Zuschauern in der Hans-Schröpf-Arena gleich mit einer Menge Tempo und Torchancen auf beiden Seiten, die Fans bekommen einiges für ihr Geld geboten, nur noch keine Tore. Die Steelers, bei denen Neuzugang Filip Reisnecker einen Tag nach seiner Verpflichtung bereits debütiert, startet auch gleich mit dem Deutsch-Tschechen in der ersten Reihe. Neben Fonstad und Goldhelm Jack Dugan macht der auch mächtig Betrieb, es mangelt allerdings noch in der Präzision. Zu oft kommen die Schüsse der Ellentäler direkt in die Fanghand von EVW-Goalie Simon Wolf.

Defensiv lassen die Gäste zu Beginn wenig zu, nur selten kommt mal eine Scheibe zu Wolfs Gegenüber Olafr Schmidt durch. Wenn doch greift der aber sicher zu, so etwa gegen Tommy Muck, der bei den verletzungsgebeutelten Weidenern als gelernter Stürmer in der Verteidigungs-Reihe aushelfen muss. Dennoch ist er in der 16. Minute in aussichtsreicher Schussposition, mit dem Schoner ist Schmidt aber zur Stelle. So geht es Pari in die Pause, am Mikrofon bei sporteurope.tv sagt Steelers-Verteidiger Arne Uplegger vor dem Gang in die Kabine: „Es ist ein offener Schlagabtausch, wir müssen es stoppen, dass Weiden hinten so einfach rauskommt.“ Das gelingt den Schwaben auch in den ersten Minuten des zweiten Abschnitts, weiterhin bekommt Schmidt die nötige Unterstützung und kann seinen Kasten sauber halten.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde ist der Deutsch-Kanadier dann aber machtlos. Da steht Luca Gläser nämlich im Zentrum plötzlich komplett blank, die Scheibe kommt per Zufall zum Stürmer. Pawel Dronia hatte zuvor unglücklich abgefälscht und damit unfreiwillig auf Gläser abgelegt. Der Weidener bleibt cool, nutzt die Chance und schließt direkt neben den Pfosten ab (32.). Genau 60 Sekunden danach jubeln die Blue-Devils-Fans schon wieder. Denn Tom Schwarz kratzt hinten noch eine Scheibe aus der eigenen Zone, Daniel Schwaiger treibt das Hartgummi quer über die Eisfläche, lässt Maximilian Söll links liegen und legt dann vor Schmidt quer. Schwarz bedankt sich dafür und schiebt ins freie Tor zum Doppelschlag ein.

Von 0:2-Rückstand lassen sich die Steelers aber nicht beirren und spielen mutig weiter, insbesondere Brett Kemp ist immer wieder ein Aktivposten im Bietigheimer Offensivspiel, aber auch Reisnecker und Fonstad tun viel für den Anschluss. Letzterer kommt dann auch zwei Sekunden vor der zweiten Drittelpause zum verdienten 1:2. Aus dem Getümmel hinter dem Tor bringt wohl Tim Schüle den Puck vor das Netz, dort steht der Kanadier blank und erzielt das erste Tor für die Grün-Weiß-Blauen am Abend.

Unglückliches drittes Gegentor

Angetrieben davon macht der SCB auch weiter. Mit Feuer unterm Hintern kommen die Schwaben aus der Kabine. Entlastung gibt es in dieser Phase keine für die Hausherren, die sich nur mit langen Schlägen aus der eigenen Zone und daraus resultierenden Icings befreien können. Ein wenig aus dem nichts muss Schmidt siebeneinhalb Minuten vor Schluss in Unterzahl aber zum dritten Mal hinter sich greifen. Weiden bestraft die mangelnde Effizient der Steelers, nach einem Bully prallt der erste Schuss der Blue Devils noch von Schmidts Helm ab, der Abpraller landet erneut bei Gläser, der wieder richtig steht und zum 3:1 trifft. Nach dem erneuten Rückschlag macht sich bei den Gästen merklich der Frust breit, Schüle verpasst Paul Vinzenz direkt vor dem SCB-Netz noch einen Gruß aus der Küche. Kurz darauf werden Gläser und Kemp für ihre gegenseitig ausgetauschten Nettigkeiten auf die Strafbank zum Ausdampfen geschickt.

Die Entscheidung fällt letztlich nach einem katastrophalen Bock von Arne Uplegger. Der Verteidiger hat die Scheibe an der gegnerischen blauen Linie, beim Passversuch rutscht ihm der Puck aber vom Schläger und landet genau bei Constantin Vogt, der zwei Meter vor ihm steht. Da Olafr Schmidt 105 Sekunden vor Schluss vom Eis ist, um alles auf eine Karte zu setzen, ist das Netz verwaist und somit hat Vogt leichtes Spiel, des 4:1-Endstand herzustellen. „Wir haben Weidens Spielaufbau nicht unter Kontrolle bekommen“, bemängelt Torschütze Fonstad nach der Partie und ergänzt: „Wir waren in der Entscheidungsfindung zu langsam.“

An diesem Sonntag geht es bereits weiter für die Steelers. Dann erwarten sie vor heimischer Kulisse die Eispiraten Crimmitschau (16 Uhr).

 
 
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