Bietigheim Steelers Jack Doremus gelingt ein Hattrick

Von Michael Nachreiner
Bietigheims Topscorer Jack Doremus (links) war der Mann des Spiels beim 7:2-Sieg der Steelers beim ESV Kaufbeuren. Foto: Archiv/Avanti/Ralf Poller

Bietigheims Topscorer ist der überragende Mann beim 7:2-Sieg der Steelers beim ESV Kaufbeuren – nicht nur, weil er drei Treffer erzielt.

Unter der Woche hatte Daniel Naud vor allem seine Stürmer in die Pflicht genommen. Sie müssten 60 Minuten lang konzentriert auch ohne Puck arbeiten, hatte der Trainer der Bietigheim Steelers gefordert. Und seine Spieler haben ihn erhört. Der 7:2-Sieg des Klubs aus dem Ellental beim ESV Kaufbeuren war defensiv eins der besten Spiele der Steelers in dieser Saison in der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL2). Überragender Mann war Jack Doremus. Der Bietigheimer Topscorer erzielte nicht nur drei Treffer, sondern fuhr immer wieder aggressive Forechecks.

„Der Sieg sowie die Art und Weise, wie er zustandegekommen ist, tut gut. In letzter Zeit haben wir viel investiert, aber die Spiele verloren. Alle Spieler, die heute gespielt haben, haben sehr, sehr gut gespielt“, berichtet Naud. Und sein Gegenüber Daniel Jun ergänzt: „Bis auf 20 Minuten haben wir komplett versagt. Das zweite Drittel war ein absolutes Desaster. Wir haben haarsträubende Fehler gemacht, das war nicht DEL2-tauglich.“

Lascheit trifft nach 96 Sekunden

Für die Steelers hätte die Partie fast nicht besser beginnen können. Bereits nach 96 Sekunden fingen sie in der eigenen Zone einen Angriff des ESVK ab. Lewis Zerter-Gossage eröffnete das die Chance, nur noch mit Kaufbeurens Philipp Bidoul vor sich auf das Tor der Gastgeber zuzufahren. Im letzten Moment legte der Deutsch-Kanadier noch quer, und Dominik Lascheit drückte die Scheibe über die Linie.

Das 0:1 war sinnbildlich für das Auftreten der „Joker“. Sie leisteten sich zahlreiche leichte Puckverluste. Auch dem 0:2 ging ein Fehler der Gastgeber voraus. Micke Saari hatte im Bullykreis in der eigenen Zone das Spielgerät fast schon von Jack Doremus erobert. Doch der Steelers-Goldhelm behauptete sich doch noch irgendwie und zog direkt vom Anspielpunkt ab – 2:0 (13.).

ESVK nutzt erste Überzahl

Auf der anderen Seite hielt Leon Doubrawa sein Tor zunächst sauber. Bei der ersten Überzahlsituation der Kaufbeurer war er dann aber doch geschlagen. Nach einer schnellen Seitenverlagerung leitete John Lammers direkt weiter zu Tyler Spurgeon vor dem Bietigheimer Gehäuse, der zum 1:2 vollstreckte (17.).

Direkt nach 151 Sekunden nach Wiederanpfiff setzte Doremus den nächsten Nadelstich. Der US-Amerikaner war an der Mittellinie von Yannik Burkhart und Lammers eigentlich schon gecheckt worden. Doch irgendwie blieb Bietigheims Topscorer auf den Beinen und ließ anschließend erst Bidoul ins Leere laufen und dann auch Goalie Daniel Fießinger keine Chance.

Mit dem 4:1 ist die Moral des ESVK gebrochen

Als dann Alexander Preibisch einen Pass von Fabian Koziol an der eigenen blauen Linie abfing, was zur Vorlage für Doremus wurde, der keine Mühe hatte, das 4:1 zu erzielen, war die Moral der Kaufbeurer gebrochen. Brett Welychka hatte in der 35. Minute in Überzahl dann alle Zeit der Welt, sich beim 5:1 die Ecke auszusuchen. Und nach dem 1:6 durch Jackson Cressey – er, Ryon Moser, mit dem Cressey einen Doppelpass spielte, und Welychka waren alleine auf den ESVK-Goalie zugefahren – hatte Fießinger genug und machte für Rihards Babulis zwischen den Pfosten Platz (40.). In die Drittelpause verabschiedeten die Kaufbeurer Fans ihr Team mit Pfiffen, während die Steelers-Anhänger lautstark feierten.

In den letzten 20 Minuten waren lange Zeit nur die Bietigheimer Fans zu hören. Sie bejubelten unter anderem das 7:1 durch Fabjon Kuqi per Bauerntrick (45.), nachdem der Puck über den Babulis’ Schläger gesprungen war. Erst in der Schlussphase unterstützten auch die ESVK-Anhänger ihr Team wieder. Den „Joker“ gelang aber auch fast nichts. Selbst bei einem Zwei-gegen-eins schlug Maximilian Hops am langen Pfosten über die Scheibe (58.). Erst 80 Sekunden vor dem Ende verkürzte Sami Blomqvist nach einem Solo über das gesamte Feld auf 2:7.

Am Sonntag gegen Crimmitschau

Am Sonntag (17 Uhr) geht es in der Ege-Trans-Arena für die Steelers weiter gegen die Eispiraten Crimmitschau. „Wir müssen wieder einfach und geduldig spielen – so haben wir auch die sechs Spiele in Folge gewonnen. Dann haben wir zwar den Faden etwas verloren, aber die Spieler haben zurückgefunden“, erklärt Naud.

 
 
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