Bietigheim Steelers Kehler verspricht Highspeed-Hockey

Von Niklas Braiger
Tim Kehler hat keine Zeit mehr, viel an der Taktik zu schrauben. Am Freitagabend steht der Pflichtspiel-Auftakt für ihn und den SCB an. Foto: Hansi Britsch/Baumann

Mit einem neuen Team und einem neuen Trainer geht es in die neue DEL2-Saison für die Bietigheim Steelers. Der Coach garantiert den Fans eine ansehnliche Spielweise.

Alles ist angerichtet für die neue Saison in der DEL2 mit den Bietigheim Steelers. An diesem Freitag startet das rundum erneuerte Team mit dem Auswärtsspiel in Regensburg (20 Uhr), am Sonntag steht dann das erste Heimspiel in der Ege-Trans-Arena an (17 Uhr gegen Weißwasser).

Nicht nur 14 neue Akteure stehen dann auf dem Eis für den SCB, es wird auch ein neuer Mann hinter der Seitenlinie stehen. Tim Kehler, zuvor Assistenztrainer bei den Schwenninger Wild Wings, ist der Nachfolger von Alexander Dück und verspricht den Steelers-Fans: „Wir werden mit viel Tempo und sehr energetisch spielen. Wenn wir den Puck nicht haben, wollen wir den Gegner unter Druck setzen und ihn zurückgewinnen. In allen Bereichen des Eises.“ Er ergänzt: „Wir haben durch und durch viel Talent und wollen den Spielern ermöglichen, kreativ zu sein und ihr Können zu zeigen.“

„Wir werden Fehler machen“

Das hat allerdings seinen Preis: „Wir werden Fehler machen“, sagt Kehler gleich klar. Das sollen aggressive Fehler sein, im Versuch, Chancen zu kreieren und Scheibenverluste zu provozieren. Dennoch sei der SCB in dieser Saison „unterhaltsam anzusehen. Ich denke, die Fans werden Spaß haben, unsere Spiele zu schauen.“

Um diese Skills auszunutzen, hat Kehler einen jungen und hungrigen Kader um sich herum, der vereinzelt von Routiniers gestützt wird. So etwa von Benjamin Zientek, der dem Coach nach seiner Kreuzbandriss-Rückkehr prompt gut gefällt: „Er hat meine Erwartungen übertroffen. Angesichts seines Alter und von was er zurückkommt, wird es Zeiten geben, in denen er einen Tag Pause braucht, aber dafür ist der Kader breit genug.“ Pause braucht Zientek zum Saisonauftakt erst einmal nicht. Er ist – wie auch alle seine Mitspieler – fit und kann auflaufen. Einzig Luca Franzese wird für die Heilbronner Falken mit der Förderlizenz spielen.

Ein Kader-Fragezeichen steht beim SCB zwischen dem Pfosten. Mit Dean Döge, Keanu Salmik und Felix Noack ist das Goalie-Trio neu und jung besetzt, Eigengewächs Cedric Nachtmann steht als Reserve ebenfalls noch in den Startlöchern. In Regensburg bekommt Noack erst einmal den Vorzug, allerdings ist hier keine Hierarchie in Stein gemeißelt. „Das ist wie auf den anderen Positionen auch. Felix hat sich in den ersten Monaten hier als ‚Top Guy’ etabliert und wird auch starten. Aber dann schauen wir auf die Leistung der Jungs. Wir wollen alle spielen sehen“, erklärt Kehler.

Auch auf dem Feld sind die Spielanteile noch nicht fest verteilt, was allerdings auch zu Problemen führen kann. „Es ist ein schmaler Grad. Es wird ein Balanceakt werden zwischen ‚Hey, du hast richtig gut dieses Wochenende gespielt’ und ‚Wir wollen einen anderen Spieler ins Lineup bringen, was dir Spielzeit kostet’. Spieler sind aber immer ehrgeizig und wollen immer spielen“, verdeutlicht der Kanadier.

Die zwei jüngsten Teams der Liga

Angetrieben von diesem Ehrgeiz will Kehler in dieser Saison im Idealfall eine Achterbahnfahrt vermeiden. „Als Trainer will ich die Höhen und Tiefen ausgleichen, sodass es nicht so viele Ups und Downs sind und wir eine konstante und nicht so dramatische Saison haben.“ Eine genaue Endplatzierung will der 55-Jährige nicht prognostizieren, „dafür sind noch zu viele Dinge unbekannt.“ Stattdessen erwartet er eine stetige Steigerung seiner Mannschaft, die mit 24,69 Jahren im Schnitt den jüngsten Kader hat, dicht gefolgt vom Gegner am Freitag, Regensburg (25,19 Jahre). Zum Vergleich: Die Düsseldorfer EG hat einen Altersschnitt von 28,52 Jahren.

 
 
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