Bietigheim Steelers Kein Schussglück und keine Chance am Freitag, den 13.

Von Andreas Eberle
Der Wolfsburger Gerrit Fauser, Steelers-Torjäger C.J. Stretch, Luis Schinko und Verteidiger Guillaume Naud (von links) kämpfen mit harten Bandagen um die Scheibe. Der Schiedsrichter hat alles genau im Blick. Foto: Avanti/Ralf Poller

Die Bietigheim Steelers verlieren auch ihr siebtes DEL-Spiel gegen die Grizzlys Wolfsburg – und bleiben bei der 0:5-Pleite einmal mehr ohne Heimtor.

Max Renner war vor dem DEL-Heimspiel seiner Bietigheim Steelers gegen die Grizzlys Wolfsburg noch guter Dinge. „Irgendwann ist es mal an der Zeit, jeden zu schlagen“, sagte der 30-jährige Verteidiger im auf der Videotafel übertragenen Spieltags-Interview – angesprochen auf die schwarze SCB-Serie gegen die Niedersachsen. Irgendwann vielleicht. Aber der Freitag, der 13., war dieser Tag noch nicht. Mit 0:5 verlor das Schlusslicht aus dem Ellental auch das siebte Kräftemessen mit den Grizzlys in der DEL. Schlimmer noch: Erneut blieb das Team zu Hause gegen Wolfsburg ohne einen Torerfolg. Schon in der Vorsaison hatte bei Bietigheim in der Ege-Trans-Arena zweimal vorne die Null gestanden. Beide Partien endeten 0:4.

Wolfsburg-Serie als Zufall

„Das ist reiner Zufall“, sagte Gästetrainer Mike Stewart und wollte von einem Lieblingsgegner nichts wissen: „Es ist selten leicht, gegen Bietigheim zu spielen.“ Pekka Kangasalusta haderte derweil mit der Chancenverwertung. „Der Freitag, der 13., war kein Glückstag für uns“, befand der finnische Steelers-Coach. „Uns hat heute die Effektivität gefehlt.“

Der Willen war seinen Profis nicht abzusprechen. Auch die Fans in der mit 2229 Zuschauern nur mäßig gefüllten Halle sangen wie gehabt lautstark gegen die Heimpleite und den drohenden Abstieg an. Um einem Topteam wie Wolfsburg ernsthaft die Stirn bieten zu können, fehlt es ihrer Mannschaft derzeit aber an Klasse und Durchschlagskraft.

Fit, ausgeruht, mental stark – so wollten die Steelers nach zwei Erholungstagen zu Wochenbeginn und laut Kangasalusta guten Trainingseinheiten auftreten und der Personalnot trotzen. Mit Goalie Sami Aittokallio, Josh Atkinson und Michael Keränen fehlten gleich drei verletzte Kontingentspieler. Zudem saß Max Prommersberger mit bandagierter linker Hand auf der Tribüne. Immerhin kehrte Jimmy Martinovic ins Aufgebot zurück. Das 20-jährige Abwehr-Talent, das am Sonntag noch für den DEL2-Kooperationspartner Selber Wölfe gespielt hatte, verteidigte an der Seite von Kapitän Constantin Braun.

Doch schon im Auftaktdrittel zeigte der Tabellenfünfte aus der VW-Stadt, dass mit ihm nicht zu spaßen ist. Die technisch und läuferisch klar stärkeren Gäste machten Dampf, ließen den Steelers kaum Luft zum Verschnaufen. Eine fragwürdige Strafe gegen Robert Kneisler wegen Haltens zog das 0:1 nach sich. Im Powerplay ließ Wolfsburg den Puck wunderbar zirkulieren, ehe Topscorer Spencer Machacek zuschlug (4.). Vor dem 0:2 verlor Daniel Weiß an der Bande den entscheidenden Zweikampf gegen Trevor Mingoia. Dessen Querpass versenkte Nolan Zajac, der sich im Rücken der Bietigheimer Abwehr herangepirscht hatte (7.). Nun war der Hunger der Grizzlys erst mal gestillt. „Wir haben das Spiel verloren, bevor es richtig angefangen hat“, klagte Kangaslusta später.

Pogge verhindert Ehrentor

Mit zunehmender Spieldauer kamen auch seine Cracks auf Touren. Bei Fünf gegen Fünf waren sie zwar unterlegen, aber in Überzahl zeigte sich der Außenseiter brandgefährlich. Dass bei den drei Powerplays nicht zumindest das Ehrentor fiel, hatte viel mit Justin Pogge zu tun. Der Backup von Nationalkeeper Dustin Strahlmeier vereitelte mehrere Riesenchancen – etwa auch die von Mathew Maione, der zentral durchgebrochen war (37.).

Zu dem Zeitpunkt stand es allerdings schon 0:3. Tyler Morley auf links und Machacek auf rechts spielten sich mit langen Pässen hinter den Steelers-Kasten den Puck hin und her. Morley verlud Martinovic und legte die Scheibe durch Brauns Beine quer. Machacek besorgte den Rest – sein bereits 21. Saisontreffer (34.).

Auch im Schlussdrittel hatte der SCB noch Möglichkeiten, um das Ergebnis freundlicher zu gestalten, aber Pogges Gehäuse blieb wie vernagelt – und Bietigheim zum bereits fünften Mal in dieser Runde ohne eigenen Treffer. Besser zielte Wolfsburg: Matthew Gabriel Lorito (53.) und Morley (57.) erhöhten auf 5:0. „Bietigheim, bis zum Schluss“, skandierten der Anhang trotzig. Zumindest 17 DEL-Spiele sind es noch bis zum Hauptrundenschluss. Und bis zum bitteren Ende?

 
 
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