Bietigheim Steelers Keine Überraschung bei Atkinsons DEL-Premiere

Von Andreas Eberle
Hochbetrieb vor dem Bietigheimer Gehäuse: Mathew Maione, Guillaume Naud, Evan Jasper und C.J. Stretch (von links) unterstützen ihren Schlussmann Sami Aittokallio (verdeckt) mit vereinten Kräften. Foto: Avanti//Ralf Poller

Trotz einer beherzten Vorstellung verlieren die Bietigheim Steelers gegen den Meister Eisbären Berlin mit 2:5. Verteidiger Joshua Atkinson debütiert.

Dieses Comeback haben Team und Anhang wochenlang herbeigesehnt: Nach einer Knieverletzung feierte Joshua Atkinson am Donnerstagabend seine DEL-Premiere im Trikot der Bietigheim Steelers – und das gleich gegen den Titelverteidiger Eisbären Berlin. Mit freundlichem Beifall wurde der kanadische Verteidiger von den Fans in der Kurve begrüßt, als Hallensprecher Aaron Glock dessen Namen vorlas. Mit Applaus wurden Atkinson und die Steelers nach dem Duell auch in die Kabine verabschiedet.

„Wir waren nah dran“

Der SCB verlor zwar 13 Tage nach dem 4:2-Sensationscoup an der Spree beim Wiedersehen beider Klubs mit 2:5. Die erneut beherzte Vorstellung gegen den Deutschen Meister nötigte aber Respekt ab – auch dem Trainer. „Die Jungs haben wieder hart gearbeitet. Wir waren nah dran“, sagte Daniel Naud und bescheinigte auch Debütant Atkinson „eine gute Leistung“: „Man hat gesehen, was er uns läuferisch bringen kann. Aber er wird noch etwas Zeit brauchen.“ Mit einem weiteren Überraschungserfolg wäre der SCB in der Tabelle sogar an der bisher schwächelnden Star-Truppe aus der Hauptstadt vorbeigezogen. So aber schlitterten die Schwaben wegen des Punkteschnitts wieder auf den letzten Platz.

Bei den Hausherren fehlten wie gehabt Torhüter Cody Brenner, Kapitän Constantin Braun und US-Stürmer Chase Berger. Zusätzlich fiel diesmal Daniel Weiß mit Leistenproblemen aus. Dennoch legte der SCB – mit dem 3:2-Heimsieg vom Dienstag gegen Augsburg im Rücken – frech los. Die Anfangsphase ging klar an Bietigheim. Im ersten Powerplay der Partie bissen die Eisbären allerdings zurück: Nach einem wilden Gestochere vor Sami Aittokallios Kasten reagierte Giovanni Fiore gedankenschnell, legte sich mit einem Schlenker den Puck zurecht und vollendete zum 0:1 – just in dem Moment, in dem sich Max Prommersberger an der Strafbank zur Rückkehr aufs Eis fertig gemacht hatte (8.).

Die Riesenchance zum Ausgleich vergab Alexander Preibisch nach einem von Jimmy Martinovic initiierten Konter – der Versuch des Assistenzkapitäns, Juho Markkanen zu tunneln, misslang (16.). Die Fans belohnten den mutigen Steelers-Auftritt zur ersten Pause trotzdem mit Applaus.

Der steigerte sich in der 25. Minute zum Jubelorkan: Aus einem extrem spitzen Winkel, fast an der roten Linie und von weit außen, zog Mathew Maione einfach mal ab und übertölpelte Markkanen, von dessen Rücken die Scheibe zum 1:1 ins Netz hoppelte. Das kuriose Gegentor fasste der Favorit offenbar als Majestätsbeleidigung auf. Keine drei Minuten später gelang den Eisbären die nächste Führung: Kevin Clark verwandelte einen Abpraller, nachdem Aittokallio einen Schuss von Matthew White abgewehrt hatte.

 Mit einem Fehlpass leitete Tim Schüle im Schlussdrittel das Berliner 3:1 ein, für das letztlich Manuel Wiederer sorgte (48.). Doch der Verteidiger machte den Lapsus sofort wieder wett: Seinen Fernschuss fälschte Evan Jasper zum 2:3 ab (51.). Mit einem Doppelschlag innerhalb von 40 Sekunden zogen die Eisbären den aufmüpfigen Steelers endgültig den Zahn: Julian Melchiori (56.) und Zachary Boychuk (57.) schossen den 5:2-Sieg der Gäste heraus.

Dreimal auswärts bis zur Pause

Bis zur Deutschland-Cup-Pause hat der SCB jetzt noch drei knackige Auswärtsaufgaben bei Vereinen aus den Top Sechs zu lösen hat: am Sonntag (16.30 Uhr) bei den Grizzlys Wolfsburg, am Dienstag (19.30 Uhr) bei den Löwen Frankfurt und am Donnerstag (19.30 Uhr) beim ERC Ingolstadt. Naud schreckt der Dreierpack aber nicht: „Wenn wir unser Spiel spielen, sind wir immer unangenehm.“ Die Eisbären Berlin können ein Lied davon singen.

 
 
- Anzeige -