Bietigheim Steelers Kölner Haie beißen die Punkte weg

Von Andreas Eberle
Voller Einsatz an der Bande: Steelers-Stürmer Michael Keränen (vorne) und der Kölner Verteidiger Stanislav Dietz kämpfen um jeden Zentimeter Eisfläche. Foto: Avanti/Ralf Poller

Das Schlusslicht aus dem Ellental kassiert gegen Köln die fünfte Niederlage im fünften Saisonduell und bleibt beim 0:2 erstmals ohne eigenen Torerfolg. Daniel Weiß wird für 700 DEL-Spiele geehrt.

Jubiläen sind in der Regel große Festtage. Für 700 Spiele in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) wurde Daniel Weiß am Freitagabend geehrt. Knapp 50 davon absolvierte der 32-jährige Stürmer bisher im Trikot der Bietigheim Steelers. Das siebte runde Jubiläum seiner Karriere und den 49. Einsatz für den SCB hatte sich Weiß aber gewiss anders vorgestellt: Sein Team verlor das Heimduell gegen die Kölner Haie mit 0:2 – die fünfte Niederlage im fünften Saisonduell. Mit nur einem Zähler auf der Habenseite spaziert der Außenseiter aus dem Ellental wie schon seit Rundenbeginn mit der roten Laterne durch die Liga.

„Das war ein ganz intensives Spiel mit Chancen auf beiden Seiten“, bilanzierte Haie-Coach Uwe Krupp und sprach von einem „Arbeitssieg“. Ein großes Kompliment machte Daniel Naud dem Gegner aus dem Rheinland. „Köln ist meiner Meinung nach die beste Mannschaft gewesen, gegen die wir bisher in dieser Saison gespielt haben. Sie sind schnell, gut organisiert und spielen aggressiv“, so der Steelers-Trainer.

Wotan Knecht im Profikader

Wie von Naud angekündigt, hütete Cody Brenner wieder den Kasten. Als Backup fungierte diesmal allerdings nicht Sami Aittokallio wie noch am Dienstag gegen Düsseldorf – der angeschlagene Finne saß auf der Tribüne. So stand Wotan Knecht aus der Bietigheimer U20 erstmals bei einem Pflichtspiel im Profikader. Sein Debüt feierte er allerdings nicht. Denn Cody Brenner erwies sich erneut als starker Rückhalt der Steelers und glänzte mit 28 abgewehrten Schüssen. Sein ebenfalls starker Gegenüber Mirko Pantkowski entschärfte zwar sechs Schüsse weniger, schaffte dafür aber den ersten Shutout in dieser Runde.

Im ersten Drittel bekamen die 2157 Zuschauer in der EgeTrans-Arena noch keine Treffer zu sehen. Dennoch hatte Hallensprecher Andreas Lausch am Mikro einiges zu erzählen. Auf dem Eis ging es hoch her, waren Kampf und Intensität Trumpf – und die beiden Strafbänke gut besucht. Bis zur ersten Pause sprachen die Schiedsrichter Zsombor Pálkövi und André Schrader gegen jedes Team vier Strafzeiten aus. Am nächsten dran an einem Torerfolg war Jason Bast, der einen Penalty vorbeischoss. Zuvor hatte Kapitän Constantin Braun den durchgebrochenen Haie-Angreifer mit letztem Einsatz noch abgefangen und regelwidrig gestoppt (19.).

Im zweiten Durchgang ging’s mit Strafen munter weiter. Unmittelbar nach dem zweiten Powerbreak der Partie – die Steelers-Fans wurden gerade lauter – fiel in der 31. Minute die Kölner 1:0-Führung. Ein Tor, das es in sich hatte. Verteidiger Nick Bailen, ein US-amerikanischer Profi mit belarussischer Staatsbürgerschaft, schnappte sich am eigenen Kasten den Puck, fuhr mit viel Speed übers ganze Feld und allen Bietigheimern davon. Und zur Krönung passte sein platzierter Schuss exakt ins kurze Eck. Vier Minuten später folgte der nächste Nackenschlag für die Schwaben: Alexander Oblinger hob nach einem Zuspiel von Luis Üffing den Schläger hin – 2:0. „Auf geht’s Steelers kämpfen und siegen“ tönte es jetzt trotzig aus der Kurve.

Auch im Schlussdrittel stand der SCB-Anhang bis zum Schluss voll hinter der Mannschaft, die auch alles versuchte. Allein: Es fehlten die letzte Präzision im Abschluss, die letzte Konsequenz – und wieder auch mal die nötige Prise Glück. „Wir hätten ein Tor verdient gehabt“, beteuerte Naud.

Gastspiel in Schwenningen

Am Sonntag (19 Uhr) haben seine Schützlinge bei den stark gestarteten Schwenninger Wild Wings die nächste Chance, den ersehnten ersten Saisonsieg zu holen. Die Schwarzwälder haben am Freitag in Bremerhaven dem bisherigen Überraschungs-Spitzenreiter Fischtown Pinguins mit dem 3:2 die erste Niederlage zugefügt. Daniel Weiß hätte bestimmt nichts dagegen, wenn nun in seinem 701. DEL-Spiel die Steelers in der Schwenninger Helios-Arena eine Überraschung schaffen. Dann wäre die Niederlage gegen Köln bei seinem großen Jubiläum rasch vergessen.

 
 
- Anzeige -