Bietigheim Steelers Mission Klassenerhalt beginnt ohne Punkte

Von Andreas Eberle
Ein starkes Zeichen: Mit einer grün-weißen Choreografie schworen die Fans der Bietigheim Steelers sich und ihre Mannschaft vor dem Heimspiel gegen die Straubing Tigers auf die Mission Klassenerhalt ein. Foto: Avanti//Ralf Poller

Die Bietigheim Steelers verlieren bei ihrer DEL-Heimpremiere gegen Geheimfavorit Straubing Tigers mit 1:5. Drei individuelle Fehler zerstören die Hoffnungen auf eine Überraschung. Das einzige Tor der Schwaben erzielt Neuzugang Wilkie in Überzahl.

Vor der Heimpremiere zeigten die Fans der Bietigheim Steelers Flagge: Sie verwandelten ihre Fankurve mit Papier in den Vereinsfarben in eine grün-weiße Wand. „Mission Klassenerhalt“ prangte in großen Lettern darunter. Dass es für den SCB einzig und allein ums Überleben in der DEL geht, wurde bereits am Auftaktwochenende deutlich. Denn die besagte Mission Klassenerhalt begann ohne Zählbares. Dem 1:3 am Freitagabend bei den Fischtown Pinguins in Bremerhaven folgte am Sonntagnachmittag eine 1:5-Heimpleite gegen die Straubing Tigers. Das erneut als Außenseiter angetretene Team aus dem Ellental belegt nun nach dem Auftaktwochenende gleich den 15. und damit letzten Platz.

„Wir haben 40 Minuten sehr gut gespielt. Der Unterschied war, dass wir drei Geschenke gemacht und drei hundertprozentige Chancen ausgelassen haben“, sagte Trainer Daniel Naud und forderte eine Stehaufmännchen-Mentalität: „Wir dürfen den Kopf jetzt nicht hängen lassen, sondern müssen hart weiterarbeiten.“ Aus vom Verein nicht näher erläuterten medizinischen Gründen hatte Naud erneut auf den kanadischen Verteidiger Joshua Atkinson notgedrungen verzichtet.

Drei haarsträubende Patzer sowie die fehlende Zielstrebigkeit im Angriff wurden den Steelers vor den 2152 Zuschauern in der EgeTrans-Arena zum Verhängnis – und ein Champions-Teilnehmer wie Straubing bestraft derlei Mängel natürlich eiskalt. Die Niederbayern, die zwei Tage zuvor bereits Nürnberg mit 5:2 abgewatscht hatten, bestätigten eindrucksvoll, warum sie in dieser Runde als Geheimfavorit gehandelt werden. In puncto Tempo, Passgenauigkeit und Spielwitz waren sie klar besser. Was Kampfgeist und Einsatz anbelangt, konnte man den Schwaben aber wie schon am Freitag in Bremerhaven keinen Vorwurf machen.

Lob vom Gegner fürs Powerplay

Schon recht viel versprechend sah beim SCB das Überzahlspiel aus. „Bietigheim hat ein sehr gutes und gefährliches Powerplay. Da sind wir ein paar Mal gerade noch davongekommen“, fand auch Gästecoach Tom Pokel später lobende Worte dafür.

Seine Tigers legten einen stürmischen Start hin und betrieben vom ersten Bully an ein aggressives Forechecking. In der elften Minute war Steelers-Goalie Aittokallio, der insgesamt 35 Schüsse hielt, zum ersten Mal geschlagen: Ex-Nationalspieler Benedikt Kohl versenkte den Puck im linken oberen Torwinkel. Vorangegangen war ein schlampiger Pass von Verteidiger Guillaume Naud auf Chase Berger, den der Vorbereiter Jason Akeson abgefangen hatte.

Auf das erste Heimtor der Saison musste der Bietigheimer Anhang bis zur 18. Minute warten. Neuzugang Chris Wilkie, der bereits kurz zuvor noch am Pfosten gescheitert war, traf im Powerplay. Zuvor hatten die Steelers die Scheibe schön in den eigenen Reihen zirkulieren lassen.

Zwei weitere individuelle Fehler brachen den Gastgebern dann das Genick. Ausgerechnet der sonst so zuverlässige Aittokallio ließ sich hinter dem eigenen Kasten den Puck von Mark Zengerle klauen. Dessen Pass schob Taylor Leier zum 1:2 ins leere Gehäuse – exakt zehn Sekunden nach dem Bietigheimer 1:1-Ausgleich. In der 28. Minute waren sich bei eigener Überzahl Kapitän Constantin Braun und Teemu Lepaus uneinig, JC Lipon ging dazwischen und erhöhte auf 3:1 für Straubing. Und als die Steelers-Abwehr nicht richtig klärte, besorgte Travis St. Denis aus kurzer Distanz sogar den vierten Tigers-Treffer (38.). Zwischendurch parierte Aittokallio auch noch einen Penalty von Leier – Braun hatte einen zweiten Shorthander der Gäste mit einem Foul gerade noch verhindert. Den Schlusspunkt zum 5:1 setzte Michael Connolly in Überzahl (53.).

Trainer Naud dankt den Fans

Der SCB-Block feuerte die Mannschaft dennoch bis zum bitteren Ende an. Das gefiel auch Naud. „Obwohl wir hinten lagen, war die Unterstützung sehr gut – und die brauchen wir auch zu 100 Prozent“, stellte der Trainer fest und versprach: „Die Fans werden auch noch Siege sehen – und dabei helfen sie uns mit ihrer Anfeuerung.“ Am Freitag (19.30 Uhr) haben seine Schützlinge die nächste Gelegenheit, eine Überraschung zu schaffen. Dann ist der ERC Ingolstadt im Ellental zu Gast.

 
 
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