Bietigheim Steelers Mit Aittokallio kehrt der Erfolg zurück

Von Michael Nachreiner
Goalie Sami Aittokallio (Mitte) war bei seiner Rückkehr ins Tor der Bietigheim Steelers ein sicherer Rückhalt seiner Mannschaft. . Foto: Avanti/Ralf Poller

Der Goalie feiert bei seiner Rückkehr ins Tor mit den Steelers einen 3:2-Sieg nach Penaltyschießen im Kellerduell gegen Augsburg. Bietigheim gibt damit die rote Laterne wieder ab.

Die Fans der Bietigheim Steelers haben am Dienstagabend vor dem Anpfiff der DEL-Partie zwischen dem Team von Trainer Daniel Naud und den Augsburger Panther nach den drei Niederlagen in Folge ihrem Unmut freien Lauf gelassen. Sie hatten ein Banner mit den Worten „Es ist mittlerweile fast kurz vor zwölf. Wenn das hier noch keiner begriffen hat, ist er am falschen Platz“ entrollt. Mit dem ersten Bully feuerten sie ihre Steelers aber wie immer lautstark an.

Und die Bietigheimer Cracks zahlten das Vertrauen zurück. Nach Penaltyschießen kämpften sie die Augsburg Panther mit 3:2 nieder. „Alle Reihen sind sofort gut ins Spiel gekommen“, freut sich Steelers-Trainer Daniel Naud. „Auch defensiv waren wir gut. Und Sami Aittokallio hat uns Selbstvertrauen gegeben. Er hatte ein paar wichtige Paraden.“

Gegen Augsburg legten die Steelers eine ganz andere Einstellung an den Tag als zuletzt. Sie kämpften um jeden Puck und gaben keine Scheibe verloren. Sinnbildlich für diese Mentalität war Lucas Flade. Obwohl er in der achten Minute umgestoßen worden war, behauptete er das Spielgerät auch im Liegen. Und auch offensiv waren die Bietigheimer gefährlich. Doch Mathew Maione (3.), Flade (5.), Daniel Weiß (7.), Benjamin Zientek (11.) und Alexander Preibisch (25.) scheiterten entweder an Panther-Goalie Markus Keller oder zielten knapp daneben.

Als sich beide Teams schon darauf eingerichtet hatten, mit einem 0:0 in die erste Drittelpause zu gehen, zappelte der Puck doch noch im Netz. Eine Sekunde vor der Sirene hatte Tim Schüle aus zentraler Position abgezogen und dadurch Keller überrascht, dem wohl auch die Sicht etwas verdeckt war – 1:0 für die Steelers.

Der Führungstreffer verlieh den Bietigheimern im Mittelabschnitt Flügel. Sie kamen mit ganz viel Selbstvertrauen aus der Kabine und spielten, als hätte es die Negativserie zuletzt nicht gegeben. Doch ein weiterer Treffer wollte ihnen zunächst nicht gelingen. Chris Wilkie traf nur den Außenpfosten (28.).

1:45 Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels fand die Scheibe aber doch den Weg ins Gäste-Tor. Zwar scheiterten zunächst noch Robert Kneisler und im Nachschuss Schüle gegen Goalie Keller, der schon auf seinem Hosenboden saß. Doch Zientek drosch den Puck zum 2:0 über die Linie.

Nur gut eine Minute später trübten die Gäste allerdings die Feierstimmung in der Ege-Trans-Arena. Vincent Saponaris Schuss war zwar zu zentral, als dass er Aittokallio gefährlich werden konnte. Doch von der Brust des Steelers-Goalie prallte die Scheibe Samuel Soramies auf den Schläger, der 36,7 Sekunden vor der Sirene zum 1:2 abstaubte.

Mit dem Gegentor als mentaler Hypothek war die Souveränität der Steelers, die sie im zweiten Drittel an den Tag gelegt hatten, im Schlussabschnitt erst einmal dahin. Sie verloren viel zu schnell und zu leicht im eigenen Aufbauspiel den Puck an die Gäste. „Die Augsburger machten viel Druck“, zollt Naud dem Gegner Respekt. Doch zunächst brannte nichts an. Die beste Gelegenheit zum Ausgleich vergab Saponari, der Aittokallio abschoss, nachdem Maximilian Renner hinter dem eigenen Tor die Scheibe an Soramies verloren hatte (39.). „Wir hatten oft gute Sicht aufs Tor und auch einige Rebounds. Doch es war niemand da, der diese verwertete“, ärgert sich Augsburgs Trainer Peter Russell.

In der 34. Minute war dann aber auch der Bietigheimer Torwart ein zweites Mal geschlagen. Einen Schuss von Sebastian Wännström hatte er mit einem Reflex noch pariert. Doch beim Nachschuss von Blaz Gregoric war Aittokallio machtlos.

Wilkie machte nach torloser Verlängerung als vierter Schütze im Penaltyschießen den Steelers-Sieg dann aber perfekt. Der Rest war Jubel pur.

 
 
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