Bietigheim Steelers Mit geballter Abwehrstärke in die Fremde

Von Andreas Eberle
Verstärkung für die Steelers-Defensive: Der kanadische Verteidiger Joshua Atkinson stand am Donnerstag bei seinem DEL-Debüt gegen die Eisbären Berlin gut 16 Minuten auf dem Eis. Foto: / Foto: Avanti/Ralf Poller

Trotz Brauns Ausfall herrscht in der Defensive der Bietigheim Steelers aktuell ein Überangebot. Mit Atkinson steht ein kanadischer Topverteidiger nach auskurierter Verletzung wieder im DEL-Kader. Außerdem drängen sich die Talente Martinovic und Flade auf.

In der Abwehr haben die Bietigheim Steelers momentan fast schon ein Luxusproblem – wenn man denn beim finanziell nicht gerade auf Rosen gebetteten SCB überhaupt von Luxus sprechen will. Beim DEL-Heimspiel am Donnerstag gegen die Eisbären Berlin (2:5) standen gleich acht Verteidiger mit einem „D“ auf dem Spielberichtsbogen. Dabei fiel mit Kapitän Constantin Braun sogar der beste wie gehabt mit einer Fingerverletzung aus.

Dreimal auswärts bis zur Pause

Geballte Abwehrstärke scheint in den kommenden drei Partien allerdings auch nötig. Denn bis zur Deutschland-Cup-Pause bekommen es die Steelers auswärts mit gleich drei Teams aus den Top sechs zu tun. Am Sonntag (16.30 Uhr) geht es zu den Grizzlys Wolfsburg. Am Dienstag und Donnerstag folgen zwei Duelle in Frankfurt und Ingolstadt. „Das ist ein toughes Programm. Uns ist aber egal, wer der Gegner ist. Wir werden uns wieder gut vorbereiten. Wenn wir unser Spiel spielen, sind wir immer unangenehm“, sagt Coach Daniel Naud.

Das aktuelle Überangebot an Verteidigern erweitert auch für das Trainerteam den Spielraum. Guillaume Naud, der ohnehin als Allrounder gilt, rückte gegen Berlin in den vierten Sturm. Lucas Flade (21), der im bisherigen Saisonverlauf durchaus zu gefallen wusste, blieb als siebter Verteidiger ohne Einsatz. Dafür erhielt der ein Jahr jüngere Jimmy Martinovic gut zwölf Minuten Eiszeit – der Lohn für die starken Leistungen, die der Youngster seit seiner Rückkehr Anfang Oktober vom DEL2-Kooperationspartner Selber Wölfe gezeigt hat.

Einen vielversprechenden Eindruck hat auch der Kanadier Joshua Atkinson bei seiner DEL-Premiere hinterlassen, sowohl in der Deckung als auch bei seinen Vorstößen in der Offensive. Der 30-jährige Verteidiger hatte in der Vorbereitung noch fast alle Testspiele absolviert, ehe er sich am Knie verletzte und sich in der Reha erst wieder mühsam herankämpfen musste. Zwischenzeitlich wurde in Fankreisen sogar bereits spekuliert, Atkinson werde gar nicht mehr lizenziert. Bei seinem Debüt stand der vom ungarischen Champions-League-Teilnehmer Fehérvár AV19 gekommene Linksschütze nun gut 16 Minuten auf dem Eis.

„Wir haben ihm am Anfang absichtlich nicht so viel Eiszeit gegeben, weil es sein erstes Spiel war. Läuferisch kann er uns viel bringen – und dieses Qualitäten brauchen wir auch“, sagt Trainer Daniel Naud über den Neuzugang, warnt aber vor überzogenen Erwartungen: „Josh wird noch ein bisschen Zeit brauchen, bis er sein Toplevel erreicht hat. Wenn er wieder voll im Team ist und trainiert, wird er für uns nach der Deutschland-Cup-Pause noch sehr wichtig.“ Andreas Eberle

 
 
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