Bietigheim Steelers Mit Special Teams zur Serien-Führung

Von Manuel Schust
Steelers-Stürmer Brett Kemp (in weiß) war an allen Bietigheimer Treffern in Spiel drei gegen Ravensburg beteiligt. Viermal bereitete er Tore vor, einmal netzte er selbst zum 3:0 ein. Foto: Kim Enderle

Dank eines überragenden Überzahlspiels gewinnen die Bietigheim Steelers Spiel drei der Viertelfinal-Serie in Ravensburg mit 5:2 und gehen mit 2:1 in Führung.

Nach zwei an Spannung kaum zu überbietenden Auftaktspielen, die beide erst in der Verlängerung entschieden wurden, gewinnen die Bietigheim Steelers Spiel drei im DEL2-Viertelfinale bei den Ravensburg Towerstars mit 5:2. Damit geht das Dück-Team in der Best-of-seven-Serie mit 2:1 in Führung. Die Ellentäler schlagen dabei im Auftaktviertel dreifach in Überzahl zu.

SCB-Trainer Alexander Dück setzte weiter auf die Erfolgs-Formation vom Freitag und schickte neben Keeper Olafr Schmidt die Verteidiger Arne Uppleger und Tim Schüle, Alex Dostie, Brett Kemp und Mike Fischer aufs Eis. Statt Ilya Sharipov stand bei den Towerstars nun Nico Pertuch zwischen den Pfosten.

Special Teams funktionieren

Die Steelers starteten druckvoll in die Partie, schnürten die Ravensburger früh ein und prüften Goalie Pertuch direkt. Nach einer Strafzeit gegen Ryan Odude kamen die Ellentäler schnell zum ersten Power Play. Und als die Ravensburger Verteidiger mit einem Pass vom links vom Tor positionierten Jack Dugan rechneten, zog der Bietigheimer Stürmer einfach ab. Völlig unbedrängt schlenzte der 27-Jährige die Scheibe vorbei an Pertuch, dem die Sicht versperrt war, zum 1:0 rein (7.).

Kaum waren die Oberschwaben wieder komplett gab es die nächste Strafzeit gegen Daniel Pfaffengut. Auch diesmal war das Special Team der Steelers schnell erfolgreich. Brett Kemp umrundete das Tor der Gastgeber und passte an die blaue Linie zu Arne Uplegger. Der schob den Puck direkt weiter zu Cole Fonstad, der per Direktabnahme ganz trocken zum 2:0 einnetzte (9.). Gerade als Ravensburg etwas besser ins Spiel fand, kam es zum dritten Power Play der Ellentäler. Wieder lief das Hartgummi gut durch die Reihen der Steelers. Fonstads Schuss konnte Pertuch nur parieren und die freiliegende Scheibe stocherte Brett Kemp per Abstauber ins Tor (16.). Die Ravensburger tauschten den Goalie und schickten Routinier Ilya Sharipov ins Tor. Es hagelte weiter Strafen für die Hausherren und in einem dominanten Auftaktdrittel waren die Steelers sogar dem vierten Treffer nahe, doch es ging mit 3:0 in die erste Pause.

Zwar kamen die Towerstars deutlich verbessert aus der Kabine, die richtige Durchschlagskraft fehlte aber weiterhin. Selbst wenn die Gastgeber sich mal Chancen herausspielten, konnten sich die Steelers auf Olafr Schmidt verlassen. Immerhin überstanden die Oberschwaben ein weiteres Überzahlspiel der Ellentäler, die das Tempo nun aber auch etwas gedrosselt hatten.

Anschlusstor gibt Rückenwind

Als die Ravensburger in einem Power Play erneut zu harmlos agierten, witterten die Steelers in Unterzahl eine Kontermöglichkeit und rückten auf. Doch nach einem Fehlpass wendete sich das Blatt ganz schnell und Marvin Schmid steuerte alleine auf das Bietigheimer Tor zu. Schmid zögerte lange und schob den Puck ins rechte Eck vorbei zum Anschlusstreffer (37.). Die Towerstars hatten nun das Momentum auf ihre Seite gebracht und drängten in einem drittelübergreifenden Power Play auf das nächste Tor. Doch die Riesenchance bekamen die Steelers als zwei Bietigheimer plötzlich alleine vor Sharipovs Tor standen. Cole Fonstad schaffte es aber nicht, die Scheibe am Ravensburger Keeper vorbeizulegen und für die Vorentscheidung zu sorgen (42.).

Alec Ahlroth kam für die Oberschwaben mit viel Tempo über die linke Seite zu einer guten Chance. Nach einer Parade von Schmidt kam der Ravensburger Stürmer zu Fall und krachte in die Bande. Das Spiel nahm jetzt deutlich Tempo auf und es ging hin und her. Ravensburg drängte nun auf das zweite Tor. Doch die Verteidigung der Ellentäler stand gut. Auch als die Oberschwaben erneut in Überzahl waren, hielten sich die Steelers weiter schadlos.

Wechselfehler wird ausgenutzt

Die Druckphase der Towerstars ebbte ab und direkt hatten die Steelers wieder gute Torgelegenheiten. Nach einem Wechselfehler waren kurz sechs Ravensburger auf dem Eis und durch die hieraus resultierende Strafe kamen die Steelers neun Minuten vor Ende wieder in Überzahl. Wie schon im ersten Drittel lief die Scheibe gut durch die Reihen der Ellentäler. Kemp passte raus auf Dugan, der von der blauen Linie quer auf Fonstad legte. Und der besorgte per Direktabnahme das 4:1 (53.). Die Ravensburger gingen All-In, zogen in Überzahl den Goalie und es ging im Sechs-gegen-Vier weiter. Nach einem Schuss von Nick Latta staubte Louis Latta zum 2:4 ab (58.). Doch Kapitän Alexander Preibisch setzte in der Schlussminute mit einem Empty-Netter den Schlusspunkt zum 5:2.

„Wir hatten das Privileg ein paar Überzahlsituationen zu spielen und das haben wir die ersten dreimal sehr gut gemacht“, sagte SCB-Trainer Dück nach dem Spiel. „Wir haben die Scheibe bewegt, die Wege gefunden, schnell abgeschlossen und die Scheibe nicht zu lange gehalten.“

Am Mittwoch (19.30 Uhr) findet das vierte Spiel der Serie in der Ege-Trans-Arena statt.

 
 
- Anzeige -