Bietigheim Steelers Mit voller Mannschaftsstärke und vollem Akku ins Kellerduell

Von Andreas Eberle
Die Bietigheim Steelers sind ihre Personalprobleme los. Das Team tritt fast wieder in Bestbesetzung an. Foto: Imago/Eibner/Jan-Frederic Helbig

Die Deutschland-Cup-Pause haben die Bietigheim Steelers zur Regeneration genutzt. Viele Profis feiern beim DEL-Gastspiel in Augsburg ihr Comeback, darunter auch Kapitän Constantin Braun sowie die Kontingentspieler Teemu Lepaus und Michael Keränen.

Nach einem kräftezehrenden Hammerprogramm abschalten und regenerieren, Verletzungen und Krankheiten auskurieren: Die Deutschland-Cup-Pause kam für die Bietigheim Steelers wie gerufen. Zehn Tage gab Daniel Naud seiner Mannschaft frei. Wie auch der Trainer nutzten viele DEL-Profis die Gelegenheit zu einem Kurzurlaub. Das Vier-Nationen-Turnier in Krefeld und damit auch den Triumph der DEB-Auswahl verfolgte Naud eher am Rande. „Ich habe mir aus der Ferne die Highlights angeschaut, aber ich wollte mal bewusst nicht so viel an Eishockey denken“, berichtet der 60-jährige Kanadier.

Schlüsselduell im Abstiegskampf

Nach zwei spielfreien Wochen setzen die Steelers ihre Hatz um den Klassenerhalt am Wochenende fort. Zum Wiederauftakt kommt es gleich zu einem Schlüsselduell im Abstiegskampf: Der Vorletzte aus Bietigheim tritt an diesem Freitag (19.30 Uhr/Magenta Sport) beim Letzten Augsburger Panther an. Am Sonntag (15.15 Uhr/Magenta Sport und Servus TV) folgt im Ellental der Heimkracher gegen die Kölner Haie.

Seit Montag befindet sich das SCB-Ensemble wieder auf dem Eis. Im Gegensatz zu den sechs Wochen vor der Länderspiel-Pause, als Naud nur mit einem Häuflein Profis üben konnte, ist nun wieder ein vernünftiger Trainingsbetrieb möglich. „Wegen der vielen Spiele und der wenigen Spieler haben wir wochenlang nicht richtig trainiert. Da waren wir hauptsächlich mit Regeneration und Pflege beschäftigt“, sagt der Coach und freut sich über die neue Luxussituation: „Jetzt können wir endlich wieder normal mit vier Blöcken und der nötigen Intensität trainieren.“

An den Einheiten mischte fast der komplette Kader mit. So gut wie alle Sorgenkinder sind wieder fit und einsatzfähig. Damit wird in Augsburg eine ganze Latte Profis ins Aufgebot zurückkehren – angefangen von Torhüter Cody Brenner über die Abwehr-Haudegen Constantin Braun, Tim Schüle und Max Prommersberger bis hin zu den Angreifern Teemu Lepaus, Michael Keränen, Daniel Weiß und Benjamin Zientek. Zur Erinnerung: Im letzten Spiel vor dem Deutschland-Cup war Bietigheim mit gerade mal 13 Feldspielern angetreten und hatte dank einer herausragenden kämpferischen Leistung beim ERC Ingolstadt trotzdem mit 2:1 nach Penaltyschießen gewonnen.

Lucas Flade ist aktuell noch etwas angeschlagen – ein grippaler Infekt plagt das Abwehrtalent. Ein Fragezeichen steht außerdem hinter dem Comeback von Joshua Atkinson. Der 30-jährige Verteidiger, der sich beim 4:5 in Frankfurt trotz einer Verletzung bis zum Spielende durchgeschleppt hatte, wirkte unter der Woche mit einem gelben Trikot mit. „Das heißt bei uns, es darf keinen Körperkontakt mit ihm geben, um zu verhindern, dass ein weiterer Unfall passiert“, klärt Naud auf. Das letzte Wort über einen Einsatz von Atkinson hat der Arzt. Falls der Kanadier im Augsburger Curt-Frenzel-Stadion noch nicht auflaufen kann, rückt Jimmy Martinovic in die Verteidiger-Riege. Ansonsten würde der 20-jährige Youngster beim DEL2-Kooperationspartner Selber Wölfe Wettkampfpraxis sammeln.

Der Gegner aus Augsburg steckt in einer der größten Krisen, seit der Verein im deutschen Eishockey-Oberhaus antritt. Nach 14 Niederlagen in den ersten 18 Partien trägt der AEV die Rote Laterne. Zuletzt hat das Team von Trainer Peter Russell sogar neun Pleiten am Stück kassiert. Auch die beiden Kellerduelle in der Bietigheimer Egetrans-Arena gingen mit 3:5 und 2:3 nach Penaltyschießen verloren. Doch Steelers-Trainer Naud warnt: „Augsburg ist besser als der Tabellenplatz.“

Endras wieder im Tor der Panther

Das Problem der bayerischen Schwaben liegt im Angriff. Nur bei vier der 18 Saisonspiele erzielten sie mehr als zwei Tore. Keine Durchschlagskraft und mangelnde Kreativität – diesen Vorwurf müssen sich speziell die Panther-Ikonen wie „Brady“ Lamb und „Drew“ LeBlanc gefallen lassen.

Ein Hoffnungsschimmer ist die anstehende Rückkehr von Routinier Dennis Endras (37) nach seiner hartnäckigen Adduktorenverletzung. Mit dem früheren Nationaltorhüter im Kasten feierte Augsburg zu Rundenbeginn drei seiner vier Siege. Keine Frage: Wie dem SCB kam die Deutschland-Cup-Pause auch dem kriselnden Schlusslicht sehr gelegen.

 
 
- Anzeige -