Bietigheim Steelers SCB erkämpft sich immerhin einen Punkt

Von Claus Pfitzer
Wie ein Schlag ins Gesicht: Die Bietigheim Steelers um Niklas Heinzinger (links) verlieren in Overtime. Foto: Pressefoto Baumann

Der Tabellenletzte der DEL2 holt zweimal einen Rückstand auf und verliert in der Verlängerung vor 4445 Zuschauern gegen den ESV Kaufbeuren mit 4:5.

Die Steelers-Profis unterziehen den Vertrauensbeweis ihres Aufsichtsrats (die BZ berichtete) einem hammerharten Stresstest. Im Heimspiel gegen den Tabellenvierten ESV Kaufbeuren rechtfertigte das Schlusslicht das ausgesprochene Vertrauen mit einer kämpferisch starken Leistung und zündeten im dunklen Tabellenkeller einen kleinen Hoffnungsfunken. Die Bietigheimer holten mit Moral einen 1:3-Rückstand auf und glichen nochmals zum 4:4 aus. Am Ende reichte es immerhin zu einem Punkt.

„Wir haben mit Ehrgeiz und Leidenschaft gespielt und nach Rückstand nicht aufgegeben. Alle Gegentore haben wir nach Konter bekommen. Vier Tore sollten eigentlich reichen“, sprach Steelers-Coach Daniel Naud die Schwachpunkte vor allem in der Defensive an. Keine Durchhalteparolen, sondern klare Worte benutzte er im Hinblick auf den restlichen Saisonverlauf: „Wir müssen geduldiger und defensiv besser spielen. Dann schaffen wir es. Die Mannschaft hat genug Qualität.“

Der ESV Kaufbeuren wurde von rund 750 im Sonderzug aus dem Allgäu angereisten Fans lautstark unterstützt und nach der Partie gefeiert. Die Rückfahrt traten die Eishockey-Cracks mit ihren Anhängern im Zug an. Die Fans der Steelers verhielte sich anfangs eher verhalten, doch das änderte sich mehr und mehr durch den mutigen Auftritt ihrer Mannschaft. Im weiten Runde der Ege-Trans-Arena waren am „Schools Day“ der Steelers 925 Schülerinnen und Schüler aus 26 Schulen versammelt. Die insgesamt 44450 Zuschauer in der proppenvollen Arena bekamen ein spannendes und packendes Spiel geboten.

SCB kommt besser in die Partie

„Unser Start war nicht optimal“, kritisierte Kaufbeurens Trainer Daniel Jun den zurückhaltenden Start seines Teams, der mit dem Rückstand bestraft wurde. Jack Doremus setzte sich vor dem Kaufbeurer Tor energisch gegen drei Gegenspieler durch und schob den Puck clever an Torhüter Daniel Fießinger vorbei über die Linie (7.). In Unterzahl hatte Alexander Preibisch die Riesenchance zum 2:0. Nach einem abgeblockten Schuss von Jamal Watson stürmte Preibisch in Penalty-Manier aufs Gästetor zu, scheiterte mit seinem Abschluss aber an Fießinger (9.). Danach agierte Kaufbeuren druckvoller und mit mehr Entschlossenheit, aber die Bietigheimer hielten gut dagegen.

Im zweiten Drittel schien es dann für die Steelers dahinzugehen. Dreimal nutzte der ESV schnelle Umschaltmomente gegen eine überforderte Verteidigung zu Torerfolgen. Das 1:1 bereitete Tyler Spurgeon wunderbar vor, John Lammers nutzte den Querpass zum finalen Torschuss (23.). Spurgeon und Lammers bereitete dann die erstmalige Führung vor, die Sebastian Gorcik mit einem Schuss in den Torwinkel erzielte (35.). Zu schnell für die Steelers-Defensive ging es auch beim 3:1 für die Gäste. Sami Blomqvist setzte sich gegen drei Bietigheimer durch und überwand Torwart Olafr Schmidt (38.). Die Gastgeber agierten im Aufbauspiel zu fehlerhaft, dem Passspiel fehlte oft die Präzision. Allerdings hatten nach dem 1:1 Fabjon Kuqi und Ryon Moser gute Chancen aufs zweite Tor, scheiterten aber an Goalie Fießinger. „Wir haben den Gegner ins Spiel gebracht mit dem Gegentor in Überzahl“, monierte ESV-Coach Jun „nach einem zweiten Drittel, in dem wir einfach gespielt haben und besser waren“.

Moral der Hausherren beachtlich

Der angesprochene Treffer durch Lewis Zerter-Gossage in Unterzahl bedeutete den 3:3-Ausgleich der Steelers (48.). Das 2:3 hatte Doremus mit einer tollen Einzelleistung erzielt (43.). Allerdings kassierten die Gastgeber nur 55 Sekunden nach dem 3:3 durch Micke Saari das vierte Tor der Gäste, die gerade wieder komplett auf dem Eis waren. Doch die Moral der Bietigheimer war intakt. Alexander Preibisch gelang mit einem Drehschuss das 4:4 (54.), wobei sich zuvor Moser allerdings regelwidrig gegen Watson durchgesetzt hatte.

Die technisch und spielerisch stärkeren Gäste holten sich nach 37 Sekunden in der Verlängerung den zweiten Punkt. Perfekt gespielt, nutzte Blomqvist nach Doppelpass mit Watson den Freiraum vor dem Steelers-Tor und erzielte das 5:4. Immerhin konnte Bietigheim den Abstand auf Dresden auf Platz 13 auf sechs Punkte verkürzen. Die Pre-Playoffs sind weiter meilenweit entfernt, die Spiele werden immer weniger, der Heimpartie am Freitag gegen die Lausitzer Füchse folgen drei Auswärtsspiele in Folge und in den Playdowns muss der 14. der Abschlusstabelle jeweils vier Siege erreichen, der besser platzierte Gegner nur zwei (Runde eins) oder drei (Runde zwei).

 
 
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