Bietigheim Steelers Schmidt hält DEL2-Schlusslicht in Rosenheim lange im Spiel

Von nac
Ex-Steeler C.J. Stretch (Mitte) legte beim 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen seinen ehemaligen Klub Bietigheim beide Tore der Starbulls Rosenheim auf. Foto: Archiv/Pressefoto Baumann/Alexander Keppler

Der Bietigheimer Goalie vereitelt beim 1:2 einige Großchancen der Starbulls. In der Verlängerung muss er sich aber zum zweiten Mal geschlagen geben.

Olafr Schmidt hat nicht nur in Rosenheim, sondern das ganze Wochenende lang sehr gut gespielt“, lobt Steelers-Coach Daniel Naud seinen Goalie nach der Partie bei den Starbulls Rosenheim, der die Bietigheim Steelers lange im Spiel hielt. Am Ende stand das Schlusslicht der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL2) aber nur mit einem Punkt da. Sie verloren am Zusammenfluss von Mangfall und Inn vor 4033 Zuschauern – darunter rund 250 Fans aus Bietigheim – mit 1:2 nach Verlängerung. „Beide Mannschaften hätten allerdings schon in den 60 Minuten den Siegtreffer erzielen können“, zieht Daniel Naud als Fazit.

Die Steelers wurden „kalt erwischt“ (Daniel Naud). Bereits nach 37 Sekunden zappelte der Puck im Netz der Bietigheimer, die wieder auf Guillaume Naud verzichten mussten, dafür auf Paul Mayer wieder zurückgreifen können. C.J. Stretch hatte Schmidt in die falsche Ecke geschickt, der einen Bauerntrick erwartete. Doch der Starbulls-Stürmer, der bis zum vergangenen Sommer drei Jahre im Ellental aktiv war, legte von hinter dem Tor zurück auf Lukas Laub, einen anderen Ex-Steeler. Und der hatte keine Probleme, aus spitzem Winkel das 1:0 zu erzielen.

Steelers mit 0:1 gut bedient

Die Rosenheimer blieben am Drücker. Doch Shane Hanna traf nur den Pfosten (5.). Laub brachte den Abpraller nach einem Stretch-Schuss nicht im leeren Tor unter (8.). Und Reid Duke, der seine Fünf-Spiele-Sperre abgesessen hatte, scheiterte im Eins-gegen-eins an Schmidt (12.). „Wir hätten zwei oder sogar drei Tore schießen können. Die Chancen waren da“, erklärt Starbulls-Trainer Jari Pasanen. „Schade, dass wir aus dem Schwung nicht mehr gemacht haben. Denn nach und nach wurde es langsam zu einem 50:50-Spiel.“

Mit zunehmender Spieldauer kamen die Bietigheimer immer besser in die Partie. Vor allem, nachdem Daniel Naud in der ersten Drittelpause etwas umgestellt hatte, standen die Gäste defensiv besser. Und auch offensiv belohnten sie sich. Zwar wurde Alexander Preibisch in der 25. Minute noch abgeblockt. Doch die Hartgummischeibe fiel Pascal Zerressen vor die Füße, der nicht lange fackelte und den Puck zu seinem zweiten Saisontreffer ins lange Eck hämmerte.

Rosenheims Goalie Tomas Pöpperle regte sich aber fürchterlich auf – und auch die Feldspieler beschwerten sich bei den Schiedsrichtern. „Für mich hatten die Steelers sechs Mann auf dem Eis. Aber es gibt vier Schiedsrichter, und letztendlich muss man vertrauen, was sie pfeifen. Aber egal, wie, man muss bis zum Pfiff weiterspielen“, berichtet Pasanen.

In der Folge entwickelte sich ein an Dramatik kaum zu überbietender Schlagabtausch. Beide Teams hatten mehrmals die Möglichkeit, den nächsten Treffer zu erzielen und damit wahrscheinlich die Vorentscheidung herbeizuführen. Doch im zweiten Drittel zielten erst Preibisch und dann Jack Doremus zu zentral (28.). Auf der anderen Seite tuschierte ein Schuss von Marvin Feigl nur das Außennetz. Und nachdem die Rosenheimer den Puck am Leben gehalten hatten, fuhr Schmidt die Fanghand beim Schlagschuss von Bastian Eckl aus (38.).

Beide Teams mit Chancen auf Sieg

Im Schlussabschnitt erarbeiteten sich die Starbulls wieder ein Übergewicht an guten Möglichkeiten. „Doch wir kriegen die Kugel nicht ins Eckige“, erklärt Pasanen. Zunächst verzog Duke im Zwei-gegen-eins (44.). Dann rettete Schmidt überragend gegen Laub, der Spencer Berry ausgetanzt hatte (48.). Und Hanna schoss nach Vorlage von Stretch zu unplatziert, nachdem Stefan Reiter den Bietigheimer Verteidiger auf sich gezogen hatte (56.).

Doch auch die Bietigheimer hätten den Siegtreffer erzielen können. Allerdings zielte Doremus in Unterzahl, als Dennis Dietmann auf der Strafbank saß, knapp daneben (50.). Und als Pöpperle nicht zum ersten Mal einen Schuss nicht festhielt, klärte ein Rosenheimer gerade noch vor der Linie (58.).

Nach nur 63 Sekunden in der Verlängerung legte Stretch die Scheibe mit der Rückhand in den Slot, von wo Maximilian Vollmayer den Puck unter die Latte hämmerte. Nach Videobeweis bestätigten die Schiedsrichter die Entscheidung auf Tor. „Da sieht man C.J.’s Qualität“, lobt Daniel Naud.

DEL2-Schlusslicht steht laut Rustige kurz vor Verpflichtung eines Importspielers

Bei den Bietigheim Steelers überschlagen sich die Ereignisse. Erst waren sich die Verantwortlichen des Eishockey-Zweitligisten mit einem Importspieler über einen Wechsel ins Ellental einig. Doch dann zerschlug sich dieser wieder, weil der Spieler keine Freigabe von seinem bisherigen Klub erhielt. „Doch jetzt haben wir wieder jemanden. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Tagen Vollzug vermelden können“, erklärt Geschäftsführer Gregor Rustige in einem Video auf den Social-Media-Kanälen des DEL2-Vereins.

Den Verantwortlichen ist durchaus bewusst, dass die Steelers die meisten Gegentore kassiert haben. Dennoch wird eher ein Stürmer gesucht. „Die Abwehr bilden nicht nur die Verteidiger und der Torwart, sondern das ganze Team. Und zurzeit fehlen mit Brett Welychka und Ryan Gropp zwei Stürmer länger verletzt, die in den ersten beiden Reihen spielen“, erklärt Rustige. „Deshalb müssen wir ganz genau abwägen, welcher Spielertyp zu uns passt. Die Goldrandlösung wäre natürlich zwei Spieler zu holen – einen Stürmer und einen Verteidiger.“

Ein großes Dankeschön schickt Rustige dabei auch in Richtung der Fans. Aus deren Reihen kamen bei der „Möglichmacher“-Aktion mehr als 15 000 Euro für die Verpflichtung weiterer Spieler zusammen.

 
 
- Anzeige -