Bietigheim Steelers Selb verpasst DEL2-Schlusslicht eine Ohrfeige

Von Michael Nachreiner
Ohne ein Mannschaftstraining mit den Steelers, hinterließ Bietigheims Neuzugang Marek Racuk (links) dennoch einen guten Eindruck bei seinem Debüt im grün-weiß-blauen Trikot. Foto: /Martin Kalb

Gut 48 Stunden nach der Niederlage beim Fünfletzten in Freiburg geht Bietigheim vor nur 1824 Zuschauern in der Ege-Trans-Arena gegen den Drittletzten mit 1:7 unter.

Die Bietigheim Steelers haben das zweite Sechs-Punkte-Spiel innerhalb von gut 48 Stunden verloren. Nach der Niederlage am Sonntag, beim Fünftletzten EHC Freiburg, der auf dem letzten Pre-Playoff-Platz steht, unterlag die Mannschaft von Trainer Daniel Naud am Dienstag auch gegen den Drittletzten Selber Wölfe. Beim 1:7 holten sich die Ellentäler eine richtige Packung ab. „Es lag nicht am Willen. Ich bin überzeugt, dass die Jungs gewollt haben. Aber unser Mindset war zu offensiv, wir wollten ein bisschen zu viel. Statt 1:3 nach 40 Minuten hätte es vielleicht auch 3:3 stehen können. Im letzten Drittel hatten wir keine Struktur mehr. Und irgendwann verkrampft man und macht dann Fehler“, analysiert Steelers-Trainer Naud. Und sein Gegenüber Ryan Foster ergänzt: „Zu Beginn des zweiten Drittels waren wir vier, fünf Minuten ständig unter Druck im eigenen Drittel. Da hätte Bietigheim in Führung gehen können. Doch stattdessen treffen wir zum 2:1 und dann zum 3:1. Im Schlussabschnitt hat man nach dem 4:1 gemerkt, dass bei den Steelers die Luft raus war. Wir waren aber auch eiskalt beim Verwerten unserer Chancen.“

Racuk hinterlässt guten Eindruck

Steelers-Neuzugang Marek Racuk stand gegen Selb im Aufgebot. „Er hat ein paar gute Sachen gemacht, obwohl er nicht mit uns trainiert und seit vier, fünf Tage nicht auf dem Eis war. Dazu hat er mit nagelneuen Schlittschuhen gespielt, die er erst eintragen muss“, berichtet Naud. Von Selbs Frank Hördler wurde der Tscheche auf jeden Fall schon mal auf seine Weise in der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL2) begrüßt, als er Racuk in die Bande checkte. Bietigheims Neuzugang blieb kurz liegen, es kam zur Rudelbildung, konnte aber weiterspielen (36.).

Den Steelers glückte ein Traumstart. Mit dem ersten Powerplay erzielten sie das 1:0. Jack Doremus legte von der Bande vor das Tor, wo Ryan Gropp die Scheibe trocken hoch ins kurze Eck hämmerte (6.). Doch in der Defensive spielten die Gastgeber oft mit dem Feuer. Doch zunächst konnten sie sich bei ihrem Goalie Olafr Schmidt bedanken. Er parierte beispielsweise sowohl den ersten Versuch als auch den Nachschuss von Chad Bassen (15.). Und auch Daniel Schwamberger kam an Bietigheims Schlussmann nicht vorbei (20.),

Einmal musste Schmidt aber doch hinter sich greifen. Wieder hatten seine Vorderleute den Puck in der Vorwärtsbewegung verloren. An der Bande verhinderte Berry zwar die Puckannahme durch einen Selber, doch die Scheibe erreichte dadurch den dahinter stehenden Bassen. Der legte quer, und Rasmus Heljanko traf zum Ausgleich (9.).

1:2 nimmt Steelers Momentum

In eine Drangphase der Steelers zu Beginn des Mittelabschnitts – unter anderem traf Gropp den Pfosten (25.) – fiel die Selber Führung. Schmidt wehrte einen Schuss von Mark McNeill neben den Pfosten ab. Von dort brachte Arturs Kruminsch die Scheibe direkt wieder in den Slot, wo Nick Miglio den Goalie aus kurzer Distanz überwand (26.).

Nach dem Gegentor verloren die Steelers das Momentum. Knapp sechs Minuten nach der Führung erhöhten die Gäste auf 3:1. Schmidt ließ einen Schuss nach vorne abprallen, wo zwei Selber freistanden. Leon Dalldush legte quer. Doch bevor Richard Gelke vollenden konnte, drückte Ryker Killins den Puck ins eigene Tor über die Linie (32.). Das Tor wurde aber Gelke zugeschrieben.

Das letzte Drittel glich einem Scheibenschießen. Heljanko und nur 45 Sekunden später Fedor Kolupaylo erhöhten auf 5:1 (beide 45.). McNeill (53.) und Bassen (56.) schraubten das Ergebnis auf den Endstand von 7:1. Das Urteil der Steelers-Fans fiel schon während der letzten Viertelstunde vernichtend aus. Leichte Stockfehler der Bietigheimer und die Gegentore wurden höhnisch bejubelt. Und nach der Schlusssirene wurden die Steelers in die Katakomben mit einem Pfeifkonzert und Buh-Rufen verabschiedet.

 
 
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