Bietigheim Steelers Steelers erkämpfen sich zwei Punkte in Ingolstadt

Von Michael Nachreiner
Bietigheims Elias Lindner (von links) setzt sich gegen Charles Ingolstadts Bertrand durch. Foto: PIX-Sportfotos/Traub

Mit nur vier Verteidigern und neun Stürmern gewinnen die Steelers in der DEL mit 2:1 nach Penaltyschießen beim ERC Ingolstadt. C.J. Stretch erzielt beide Tore des SCB.

Die Bietigheim Steelers verabschieden sich mit einem 2:1-Sieg nach Penaltyschießen am Donnerstagabend beim Tabellenzweiten der Deutschen Eishockey Liga (DEL), dem ERC Ingolstadt, in die Deutschland-Cup-Pause. Matchwinner wurde Goalie Sami Aittokallio, der im Penaltyschießen sechs von sieben Versuchen der Gastgeber parierte. Den Zusatzpunkt tütete C.J. Stretch ein, der als einziger im Penaltyschießen traf. „Die Niederlage war extrem bitter. Bis zum Penaltyschießen hätte es gar nicht kommen dürfen. Wir hatten Chancen ohne Ende“, erklärt Ingolstadts Mirko Höfflin.

Die Steelers mussten im Vergleich zum Gastspiel bei den Löwen Frankfurt am Dienstag auf Josh Atkinson, dem ein Frankfurter in die Kniekehle gefallen war, und Teemu Lepaus verzichten. Damit liefen die Bietigheimern nur noch mit vier Verteidigern und neun Stürmern aus. „So eine kurze Bank wünscht man keinem Trainer“, hat auch Bundestrainer Toni Söderholm Mitleid mit seinem Kollegen an der Bietigheimer Bank, Daniel Naud. Dafür kam ganz kurzfristig Loris Walter zu seiner DEL-Premiere. „Ich habe erst am Morgen einen Anruf bekommen. Die Anspannung war riesig. Aber das ist der schönste Tag meines Lebens“, erklärt er bei Magenta Sport.

Die Steelers spielten in Ingolstadt etwas mit dem Feuer. Statt die Checks vor allem in der eigenen Zone zu Ende zu fahren, bauten sie einen Fünferblock zentral vor dem Kasten von Goalie Aittokallio auf, gewährten den Gastgebern viel Zeit an der Scheibe und ließen sie fast unbehelligt kombinieren. Die Strategie ging aber auf. Zwar hatten die Gastgeber ein optisches Übergewicht und am Ende auch ein Schussverhältnis von 43:19. Doch gefährlich wurde es zunächst nur einmal. Mirko Höfflin traf den Pfosten (4.).

In Scheibenbesitz setzten die Bietigheimer aber auch immer wieder Nadelstiche. Nach einem Pass von Mathew Maione von fast hinter dem eigenen Tor bis an die gegnerische blaue Linie war Chris Wilkie allen davongeeilt. ERC-Goalie Michael Garteig war aber zur Stelle (11.).

Nach fast genau 16 Minuten war es dann allerdings doch passiert. Nachdem Maione den Puck an der Bande seitlich hinter dem eigenen Kasten verloren hatte, legte Louis Brune auf Enrico Henriquez Morales ab, der die Scheibe durch die Hosenträger von Goalie Aittokallio über die Linie beförderte.

Auch im zweiten Durchgang änderte sich nicht viel. „Die Steelers stehen sehr kompakt, das macht es schwierig. Wir spielen zwar viel, aber sind nicht gradlinig“, berichtet Torschütze Henriquez Morales. Erst eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Bietigheims C.J. Stretch wegen eines Stockschlags schien das Zeichen für die Ingolstädter zu sein, zwei Gänge hochzuschalten. Sowohl im Powerplay als auch danach bei personeller Gleichzahl brannte es mehrmals lichterloh vor dem Kasten von Aittokallio. Doch der Goalie hielt sein Gehäuse sauber.

Als dann Stretch zum 1:1 traf – sein Schuss prallte von Garteig gegen Maurice Edwards und von dort ins Tor –, war die Partie auf den Kopf gestellt (48.). Mit viel Einsatz – die Bietigheimer blockten insgesamt 21 Versuche der Ingolstädter – brachten die Gäste das Unentschieden über die Zeit und kassierten auch in der Verlängerung kein Gegentor.

 
 
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