Bietigheim Steelers steigen in die Kaderplanung ein Priorität hat die Trainerfrage

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Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch braucht in den nächsten Wochen ein gutes Händchen bei der Kaderplanung für die DEL2-Spielzeit 2020/21. Vor allem die Trainerfrage brennt ihm unter den Nägeln. In den nächsten acht Tagen will er Klarheit schaffen. ⇥ Foto: Martin Kalb

Steelers-Geschäftsführer Schoch will bis 25. März einen neuen Coach engagieren. Der DEL2-Klub plant mit vier Ausländern im Sturm. Williams muss gehen.

Bei den Bietigheim Steelers steht nach der schwachen DEL2-Spielzeit 2019/20 und dem Ausscheiden in den Pre-Playoffs alles auf dem Prüfstand. „Die Mannschaft hat am Ende des Tages nicht geliefert“, sagt Geschäftsführer Volker Schoch im Rückblick. „Wir hatten eine gute Truppe. Das Problem war, dass sie nicht regelmäßig und konstant ihr Leistungsvermögen abgerufen hat.“

Die wichtigste Personalie ist für Schoch die des Trainers. Bis zum 25. März will der Verein die Nachfolge von Marc St. Jean geklärt haben. Vier Übungsleiter sind dem Geschäftsführer zufolge aktuell im Rennen um den Posten. Ursprünglich hatte die Liste nach zahlreichen Bewerbungen und Anfragen mal 34 Coaches umfasst. Schoch wünscht sich einen erfahrenen Trainer und Gewinnertypen, der bereits Erfolge vorweisen kann. Auch ein internationaler Coach komme in Frage. Ob er Deutsch sprechen muss? „Nicht zwangsweise. Die Eishockey-Sprache ist Englisch“, antwortet Schoch. Ob er die Liga kennen muss? „Nicht unbedingt.“

Mike Stewart ist kein Thema

Mike Stewart, der bei den Kölner Haien im Februar von seinen Aufgaben entbunden wurde, aber noch bis 2021 einen Vertrag bei den Rheinländern hat, ist für den Steelers-Macher keine realistische Option: „Stewart nimmt keinen Job in der Zweiten Liga an. Ich bin mir sicher: Wenn in der DEL der erste Trainer fliegt, wird dieser durch ihn ersetzt.“

Auch bei der Mannschaft wird es Veränderungen geben. Bei den Personalplanungen gilt das Hauptaugenmerk der Offensive, wie Schoch durchblicken lässt: „Vorne hat’s geklemmt. Wir brauchen Leute, die Tore schießen. Die Defensive war dagegen eine der besten der Liga.“

Laut Schoch werden die Steelers in der neuen Saison auf vier ausländische Angreifer setzen, während die Abwehr ohne Kontingentspieler auskommen soll. Offen ist allerdings noch, ob Topscorer Matt McKnight, Myles Fitzgerald und Guillaume Leclerc ein Vertragsangebot erhalten.

Der US-amerikanische Torhüter Stephon Williams wird dem Aufgebot künftig nicht mehr angehören. Ein Kandidat für den Platz zwischen den Pfosten ist Ilya Sharipov. Der frühere Bietigheimer Meistergoalie ist in der abgelaufenen Runde für gleich drei Vereine aufgelaufen: die Schwenninger Wild Wings (DEL), die Wölfe Freiburg und den ESV Kaufbeuren (beide DEL2).

Noch einen Vertrag für die nächste Saison haben die Verteidiger Tim Schüle und Max Prommersberger, Allrounder René Schoofs sowie die Stürmer Alexander Preibisch, Norman Hauner, Benjamin Zientek und Brett Breitkreuz. Die Kaderplanung wird aufgrund der sich verschärfenden U-Regelungen zu einem Puzzlespiel. Denn künftig dürfen maximal 15 Profis auf dem Spielberichtsbogen stehen, die älter sind als 24 Jahre (Ü24-Spieler) – und darunter sind in der Regel vier Kontingentspieler. Hinzu kommen mindestens vier Akteure zwischen 21 und 24 Jahren sowie zwei Talente unter 21. Mit Cody Brenner (23), Yannick Wenzel (21), Fabian Ribnitzky (20), Fabjon Kuqi (19) und Robert Kneisler (18) waren die Steelers schon bisher bei der jungen Garde gut aufgestellt.

„Das Ziel sowie die Tiefe und Breite des Kaders ist letztlich auch eine Budgetfrage“, weiß Schoch, der die Zusammenstellung der Mannschaft unabhängig von einem DEL-Kooperationspartner planen will. 2019/20 hielt sich die Unterstützung durch die Iserlohn Roosters in Grenzen – auch weil der Klub aus Nordrhein-Westfalen selbst oft Personalprobleme hatte. Die Adler Mannheim, die die Heilbronner Falken unterstützen, sowie der EHC Red Bull München, der mit Oberligist SC Riessersee zusammenarbeitet, stuft Schoch als gute Partner ein, die Kölner Haie und die Eisbären Berlin mit Abstrichen. „Alles andere sind Alibi-Kooperationen“, so das Urteil des Steelers-Geschäftsführers.

Vier Tage hatten die Bietigheimer Profis nach dem Aus gegen Kaufbeuren frei, um die Köpfe freizubekommen. Seit Freitagvormittag sind die Spieler wieder am Standort. Da zog auch Schoch vor versammelter Mannschaft ein kritisches Resümee. Weitere Einzelgespräche, warum es 2019/20 nicht wie gewünscht geklappt hat, sollen folgen. „Bleiben wollen alle“, sagt Schoch. „Es werden aber einige gehen müssen.“

Info Wegen der Corona-Krise fällt das geplante Fan-Fest der Bietigheim Steelers aus. Dafür soll Geschäfstführer Volker Schoch zufolge im Juli oder im August eine größere Feier zur Saisoneröffnung stattfinden.

 
 
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