Bietigheim Steelers Trainer coacht sein Team aus der Ferne

Von Andreas Eberle
Die Steelers-Talente Elias Lindner und Jimmy Martinovic (rechts) – hier im Testspiel gegen den EHC Basel – bereichern das Bietigheimer DEL-Team derzeit mit ihren couragierten Auftritten. Foto: /Oliver Bürkle

Der erkrankte Daniel Naud steht im DEL-Duell bei den Eisbären Berlin zwar erneut nicht an der Steelers-Bande, ist seinem Team aber dennoch ganz nah. Einige Profis haben mit grippalen Infekten und Erkältungen zu kämpfen. Die Aufstellung entscheidet sich kurzfristig.

Als die Bietigheim Steelers am Donnerstagmittag mit dem Bus nach Berlin aufgebrochen sind, war der Chefplatz leer: Trainer Daniel Naud kuriert nach wie vor seine Krankheit aus und wird im DEL-Duell beim Meister Eisbären Berlin an diesem Freitag (19.30 Uhr) mit großer Wahrscheinlichkeit fehlen. „Mir geht es jeden Tag besser. Wenn alles gut läuft, bin ich am Sonntag gegen Straubing wieder dabei“, sagte Naud am Donnerstagvormittag im Telefongespräch mit der BZ – mit noch etwas kratziger Stimme.

Videoschulung mit „Teams“

Obwohl sich der 60-jährige Kanadier physisch abgekapselt hat, ist er dem Team nah und sehr präsent. Beim 5:3-Heimsieg am Sonntag gegen Augsburg schaltete er sich in den Pausen per Handy in die Kabine zu und nahm Einfluss. Für die Übungseinheiten unter der Woche gab Naud aus der Ferne ebenfalls Impulse. Am Spieltag übernimmt er nun auch höchstpersönlich die Videoschulung – mit Hilfe des Online-Konferenzsystems „Microsoft Teams“.

Bei den Partien selbst ist der Trainer während seiner Abwesenheit auf den Sportsender Magenta-Sport angewiesen. Den Liveübertragungen kann er aber durchaus etwas Positives abgewinnen: „Da hat man die Perspektive von oben und bekommt Einblicke, die du an der Bande nicht hast. Und natürlich bin ich dann auch sauer, wenn wir nicht das spielen, was wir spielen wollen, oder ein Spieler nicht das macht, was er machen soll.“ Eines ist aber sowohl in der Arena als auch im heimischen Wohnzimmer gleich: „Ich stehe die ganze Zeit und kann nicht sitzen“, sagt Naud – und erklärt sich das selbst mit Gewohnheit und einer gewissen Nervosität. Und mit einer nicht ganz so gemütlichen Couch, wie der Coach schmunzelnd anfügt.

Zwei Torhüter, sechs Verteidiger sowie zwölf Stürmer haben sich auf den langen Weg in die Hauptstadt gemacht. Wer von den Spielern an der Spree tatsächlich auflaufen kann, entscheidet sich aber kurzfristig. Denn in den vergangenen Tagen haben grippale Infekte und Erkältungen das Bietigheimer Team heimgesucht. Geschäftsführer Volker Schoch zeigt vor dem David-gegen-Goliath-Duell bei den Eisbären dennoch die Zähne: „Wir werden eine wettbewerbsfähige Mannschaft aufs Eis schicken und fahren nach Berlin, um den Gegner zu ärgern – und um dort zu gewinnen.“

Tim Schüle und Max Prommersberger werden bei der Zähmung der Eisbären allerdings nicht mithelfen können. Die beiden Verteidiger sind noch leicht angeschlagen, sollen aber spätestens am Dienstag im Kellerduell bei den Iserlohn Roosters wieder mitmischen. Auch die Finnen Sami Aittokallio und Michael Keränen fallen weiter aus, wobei Schoch ein baldiges Comeback des Goalies ankündigt: „Sami steht kurz vor der Rückkehr.“ Der am Knie verletzte und bisher noch nicht lizenzierte Kanadier Josh Atkinson befindet sich derweil wie gehabt in der Reha.

Kuqi ersetzt Kneisler

Ein Wechsel – Youngster für Youngster, K. für K. – bahnt sich im vierten Bietigheimer Sturm an. Dort ersetzt Fabjon Kuqi (21) den gleichaltrigen Robert Kneisler, den eine Erkältung plagt. Kuqi war zuletzt für den DEL2-Kooperationspartner Selber Wölfe im Einsatz. Leon Doubrawa, Elias Lindner, Lucas Flade und Jimmy Martinovic komplettieren in Berlin die junge Steelers-Garde. Vor einer Woche erhielt Martinovic beim 2:3 in München gut fünf Minuten Eiszeit, gegen Augsburg waren es gar sechs – und jeweils legte das 20-jährige Abwehrtalent einen frechen und couragierten Auftritt hin. Fortsetzung folgt.

 
 
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