Bietigheim Steelers Tyler McNeely blendet den Scorer-Rekord aus

Von Niklas Braiger
Bietigheims Routinier Tyler McNeely (rechts) sind Siege wichtiger als eigene Tore. Foto: Ralf Poller/Avanti

Noch drei Tore oder Assists fehlen dem Deutsch-Kanadier, um die meisten Punkte in der DEL2-Geschichte zu haben.

Wann ist es endlich soweit? Das fragen sich die Eishockey-Fans in den letzten Wochen. Denn schon seit einigen Spieltagen in der DEL2 steht Tyler McNeely von den Bietigheim Steelers kurz vor einem Moment für die Ewigkeit: Dem Rekord für die meisten Scorerpunkte in der Liga. Aktuell hält eine weitere Bietigheimer Vereinslegende diese Marke. Matt McKnight schoss in der Hauptrunde in 382 Spielen insgesamt 496 Tore. McNeely ist davon in 444 Partien nur noch zwei entfernt.

Doch darauf will sich der Deutsch-Kanadier eigentlich gar nicht fokussieren. Denn auch an diesem Freitag sind ihm die Ergebnisse der Mannschaft wichtiger, als der eigene Erfolg. Auch für das Auswärtsspiel an diesem Freitagabend um 19.30 Uhr in Düsseldorf will McNeely lieber drei Punkte einfahren, als den Rekord zu knacken. „Ich versuche einfach die Spiele zu gewinnen. Das ist das Wichtigste aktuell“, macht er deutlich. Ihm sei bewusst, dass die Saison noch lang ist, irgendwann werden die Scorer also passieren. Doch sobald er auf dem Eis steht, ist das nebensächlich: „Es ist schon im Hinterkopf, aber wenn ich spiele, denke ich nicht daran.“

Rekordkulisse gegen Krefeld

Am Freitag wollen die Steelers nun die Schwächephase der Düssedorfer EG ausnutzen. Aus den vergangenen sechs Spielen gab es für die Sechs vom Niederrhein, ansonsten unterlag man nur – wenngleich ausschließlich gegen Teams aus den oberen sechs. Dennoch ist das eine Chance für den SCB, der gerade mit dem Sieg am vergangenen Sonntag im Heimspiel gegen Crimmitschau überzeugte. Die Vorfreude bei McNeely ist aber nicht nur deshalb spürbar: „Es ist immer schön, in großen Arenen wie in Düsseldorf zu spielen“, weiß der Routinier. 13.102 Zuschauer passen in den PSD Bank Dome, beim Straßenbahnduell gegen Krefeld vor einer Woche war die Arena nicht nur restlos ausverkauft, sondern stellte damit auch einen Zuschauerrekord für die DEL2 auf. So voll wird es beim Gastspiel der Steelers wohl nicht werden.

Während McNeely am Freitagabend auf Rekord-Jagd geht, muss sein Sturmpartner von draußen zuschauen. Alexander Preibisch fehlt dem SCB weiterhin mit einer Fuß-Verletzung außer Gefecht gesetzt. Bitter für den Kapitän, der 2009 und von 2012 bis 2017 bei der DEG auf dem Eis stand und dort seine erste Profi-Erfahrung sammelte. „Preibo ist ein Kämpfer, für das Rückspiel wird er wieder fit sein. Wenn er dorthin zurückkehrt, wird er wahrscheinlich herzlich willkommen geheißen“, ist sich McNeely sicher, weiß aber auch: „Wenn er fehlt, müssen wir ihn ersetzen. Er bringt viel aufs Eis, das wird schwer.“ Doch soll der Sieg auch für den verletzten Preibisch geholt werden. Die Spieler wissen von den historischen Freund- und Bekanntschaften.

Die Gesundheit geht vor

Auch Preibisch selbst trauert der verpassten Chance einer Heimkehr nach – wobei er eigentlich gebürtig aus Köln stammt. „Es ist schon bitter, so etwas zu verpassen. Meine Freunde und Familie wäre zum Spiel gekommen. Aber die Gesundheit geht vor“, erklärt der Kapitän, der womöglich nächste Woche wieder auf dem Eis stehen könnte. Die Partie an diesem Sonntag gegen Landshut kommt allerdings ebenfalls noch zu früh.

 
 
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