Sommerpause gibt es für Patrik Vogl nicht. Der Athletiktrainer der Bietigheim Steelers hat das ganze Jahr zu tun, selbst dann, wenn die Spieler noch gar nicht auf dem Eis stehen. Denn auch in der spielfreien Zeit arbeitet Vogl mit einigen Akteuren zusammen. „In den drei Monaten der Sommervorbereitung können wir die Basis setzen, um ab August davon zu zehren“, erklärt der Coach. Das soll dafür sorgen, dass vermeidbare Verletzungen bei einem Minimum gehalten werden. „Im Winter geht es dann in Richtung Regenerationsmanagement und Erhaltung.“
Bietigheim Steelers Vom Verteidiger zum Fit-Macher
Patrik Vogl stand jahrelang selbst als Spieler auf dem Eis. Inzwischen kümmert er sich darum, dass die Bietigheim Steelers bestens auf die harte Saison vorbereitet sind.
Aktuelle und ehemalige Spieler
Mit Tim Schüle, Alexander Preibisch, Mick Hochreither, Maximilian Söll und auch Youngster Maksim Hanzek werden bereits fünf SCB-Spieler von Vogl Tag für Tag durch den Kraftraum gescheucht. Doch nicht nur aktuelle Kadermitglieder der Ellentäler vertrauen auf seine Künste. „Auch Joshua Rust und Niklas Heinzinger sind mit dabei“, erzählt der Athletiktrainer.
Selbst spielte Vogl bis 2017 Eishockey auf höchstem Niveau. Nach einigen Jahren in Bayern (etwa beim EHC München, dem ERC Ingolstadt oder den Augsburg Panthern) kam er 2013 mit damals 28 Jahren zu den Bietigheim Steelers. In einer Saison im Ellental kam der Verteidiger als Assistenzkapitän direkt in die Playoffs und scheiterte dort erst im Finale an den Fischtown Penguins. Nach der Spielzeit wechselte er nach Frankfurt und ließ seine Profi-Karriere 2016/17 bei den Heilbronner Falken ausklingen.
Daher weiß Vogl ganz genau, was jeder einzelne Spieler individuell braucht. „Junge Spieler brauchen mehr Führung. Im Idealfall muss ich sie bremsen, manchmal aber auch pushen. Sie brauchen deutlich mehr Aufmerksamkeit“, schildert er. Bei erfahrenen Akteuren wie etwas Schüle, Preibisch oder in der vergangenen Saison auch Eishockey-Oldies wie Tyler McNeely muss der Coach das Rad nicht neu erfinden. „Bei Tyler war es Detailarbeit. Ich muss ihm keine Kniebeuge zeigen und erklären, was das bringt. Ich werde einen Teufel tun, einem alten Spieler mein Programm aufzuzwingen. Ich frage nach, was er bis jetzt gemacht hat und wo man etwas verändern könnte.“
In der vergangenen Saison ist Vogl sehr zufrieden mit seiner Arbeit. „Die Verletzungen war sehr sehr überschaubar, gerade die schweren.“ Beim SCB habe es durch den kleinen Kader eine große Auswirkung, wenn auch nur wenige Spieler ausfallen. Was der Ex-Spieler aber deutlich macht: „Man kann nicht alles vermeiden. Wenn sich jemand die Hand bricht, kann ich als Athletiktrainer keinen Einfluss nehmen. Wenn jemand mit dem Knie in den Pfosten fährt oder einen Stockschlag in die Rippen bekommen, wird es schwierig.“
Fokus auf Muskeln und Bänder
Hellhörig wird der 40-Jährige dann, wenn es um muskuläre Beschwerden oder Bänderverletzungen geht. „Da sind wir sehr gut gefahren“, lobt er die Arbeit – auch der Physiotherapeuten und des medizinischen Teams. „Von uns allen ist es das Ziel, dass niemand wieder gesund werden muss, sondern alle gesund bleiben.“ Lediglich über die Innenband-Probleme der Spieler könne man diskutieren. „Da können wir das Knie besser stabilisieren. Aber was die Jungs an Minuten aufs Eis gebracht haben, war schon krass“, so Vogl.
