Bietigheim Steelers Weiß: „Das war einfach Augenkrebs“

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Arvin Atwal (links) – hier im Zweikampf mit Louis-Marc Aubry – feierte ein unauffälliges Debüt für die Bietigheim Steelers. Er kam beim 1:8 in Köln auf gut 17 Minuten Eiszeit. Foto: Pix-Sportfotos/Schneider

Bietigheim ist bei den Kölner Haien chancenlos und verliert mit 1:8. Den Ehrentreffer erzielt Teemu Lepaus zu Beginn des Mittelabschnitts. Es ist die einzige gute Phase der Steelers.

Die Kölner Haie, die noch auf den sechsten Platz in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) schielen, um direkt ins Playoff-Viertelfinale einzuziehen, haben sich den Frust nach der knappen 2:3-Niederlage im rheinischen Derby bei der Düsseldorfer EG am Freitag von der Seele geschossen.  Am Sonntagabend fertigten sie die Bietigheim Steelers beim Debüt von Arvin Atwal, der direkt neben Kapitän Constantin Braun in der ersten Reihe verteidigte, mit 8:1 ab. „Wenn man hierherkommt und nur fünf Minuten Eishockey spielt, hätte es auch 0:15 ausgehen können. Das war einfach Augenkrebs“, ärgert sich Daniel Weiß am Mikrofon von Magenta Sport.

Der Bietigheimer Angreifer scheint auch den Glauben an den Klassenerhalt verloren. Der Rückstand in der DEL auf den Vorletzten Augsburg ist nach dem Spieltag am Sonntag wieder auf sieben Punkte angewachsen. Die Panther holten beim 3:4 nach Penaltyschießen bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven einen Zähler. Weiß: „Natürlich können wir noch einen Run starten – es sind noch 14 Spiele. Aber wenn man den Saisonverlauf sieht, wage ich zu bezweifeln, dass wir eine Siegesserie starten. Denn wir gewinnen nicht. Und wer jetzt noch sagt, das ist mangelnder Einsatz, der verzapft Mist.“

Die Partie hatte noch nicht richtig begonnen, da waren die Steelers schon auf die Verliererstraße eingebogen. Nach gerade mal einer halben Minute ließen sie den DEL-Topscorer Andreas Thuresson mit dem Puck unbedrängt aus der Kölner bis in die Bietigheimer Zone skaten. Sein Schuss ging zwar am Kasten vorbei, doch mit dem Abpraller schoss er Steelers-Goalie Cody Brenner an, von dem die Scheibe über die Torlinie gelenkt wurde. „Das war eine große Schwäche von uns im ersten Drittel. Unsere Mitte war komplett offen“, erklärt Steelers-Verteidiger Jimmy Martinovic in der Drittelpause.

Nach neun Minuten mit 0:3 hinten

Fast genau vier Minuten später erhöhten die Kölner auf 2:0. Brady Austins Schuss von der blauen Linie ließ Brenner nach vorne abprallen. Jason Bast setzte nach, und Mark Olver drückte die Scheibe über die Linie (5.). Noch schlimmer kam es in der neunten Minute. Martinovic hatte gerade mal 38 Sekunden auf der Strafbank Platz genommen, da verwertete Maximilian Kammerer eine Hereingabe von Louis-Marc Aubry zum 3:0.

Die Bietigheimer fanden offensiv dagegen im ersten Durchgang kaum statt. Zwingende Möglichkeiten waren Mangelware. Die beste Chance hatte noch Chris Wilkie mit einem Außenpfosten-Kracher (12.).

Nach dem dritten Gegentor hatte Pekka Kangasalusta Erbarmen mit Goalie Brenner und brachte für ihn Leon Doubrawa. Das zahlte sich zunächst aus. Dazu fand der Steelers-Trainer in der ersten Drittelpause die richtigen Worte. Die Bietigheimer waren zu Beginn des Mittelabschnitts besser in der Partie und verkürzten durch Teemu Lepaus auf 1:3 (24.). Mathew Maione hatte einen öffnenden Pass von Carter Proft an der blauen Linie abgefangen und diagonal Lepaus bedient, der Haie-Schlussmann Mirko Pantkowski keine Chance ließ.

Doppelpack der Kölner zum 5:1

„Die Bietigheimer stehen zwar am Tabellenende. Aber sie haben ein gute Mannschaft. Wir hatten zu irgendeinem Zeitpunkt einen Push von ihnen erwartet. Der kam zu Beginn des zweiten Drittels“, zollt David McIntyre den Gästen Respekt. Sein Mannschaftskamerad Olver sieht aber auch die Kölner selbst in der Verantwortung: „Zu Beginn des zweiten Drittels haben wir uns eine Auszeit genommen.“

Mit einem Doppelpack rückten die Kölner die Kraftverhältnisse wieder zurecht. Erst schob McIntyre nach Pass von Bast die Scheibe ein (36.). Nur 33 Sekunden darauf erhöhte Nicholas Baptiste auf 5:1 (37.). Sein Schuss aus dem Slot wurde von C.J. Stretch unhaltbar abgefälscht. Und 66 Sekunden vor der Drittelpause legte Bast das 6:1 nach. Er staubte nach einem Schuss von Stanislav Dietz von der blauen Linie ab (39.).

Damit war die Luft aus der Partie draußen. Ein richtiges Aufbäumen der Steelers war allerdings auch nicht zu sehen. Zu unkoordiniert waren ihre Angriffe, und zu häufig verloren sie im Spielaufbau den Puck. „Es gibt wenige Teams, die zurückkommen, wenn sie nach ein paar Minuten schon mit 0:3 hintenliegen. Aber uns fehlt auch die Qualität“, erklärt Weiß.

Und die Kölner schienen sich mit dem Ergebnis angefreundet zu haben. In der Schlussphase schalteten sie allerdings noch mal einen Gang hoch. Nach einem abgeblockten Schuss von Lukas Flade vollendete Olver nach Querpass von McIntyre den Konter zum 7:1 (52.). Und Austin stellte nach Vorarbeit von Olver in der 55. Minute den Endstand her.

 
 
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