Bietigheim Steelers Zwei Treffer von Jasper reichen nicht

Von Michael Nachreiner
Bietigheims Doppeltorschütze Evan Jasper schaut dem Puck nach, wie er an ihm und an Roosters-Goalie Andreas Jenike vorbeifliegt. Foto: Avanti/Ralf Poller

Die Bietigheim Steelers verlieren gegen die Iserlohn Roosters mit 2:4 und verpassen die große Gelegenheit, den Rückstand auf den Vorletzten Augsburg auf drei Punkte zu verringern.

Die Bietigheim Steelers stehen erneut mit leeren Händen da. Gegen die Iserlohn Roosters verlor das Schlusslicht der Deutschen Eishockey Liga (DEL) nach großem Kampf mit 2:4 – und verpasste die große Gelegenheit, den Rückstand auf den Vorletzten Augsburg auf drei Punkte zu verringern. Die Panther verloren zeitgleich gegen die Schwenninger Wild Wings mit 2:3.

„Ich bin sprachlos. Obwohl wir phasenweise gut gespielt haben, haben wir nicht den letzten Preis gezahlt. Es gab viele Kleinigkeiten, die wir hätten besser machen können – vor allem hätten wir effektiver sein müssen“, bemängelt Steelers-Trainer Pekka Kangasalusta.

Erste Überzahl gibt Steelers Push

Die Steelers kamen schwer in die Partie. Iserlohn hätte in der Anfangsphase in Führung gehen können. Nach rund fünf Minuten merkten die Fans in der Enztalkurve, dass ihre Mannschaft mehr Unterstützung benötigte, als die Gesänge boten, und forderten: „Steht auf, wenn ihr Steelers seid!“ Die ganze Halle – trotz des „Tags der Firmen“ mit 3982 Zuschauern nicht ganz ausverkauft – setzte die Aufforderung um. Ein erster Gänsehautmoment.

Kurz darauf musste Iserlohns Brent Raedeke wegen Spielverzögerung auf die Strafbank. Mit der zweiminütigen Überzahl waren die Bietigheimer im Spiel angekommen. Die Scheibe lief flüssig durch die eigenen Reihen – teilweise mit One Touch, wie es im Fußball heißt, also nur mit einer Schlägerberührung.

Doch trotz richtig guter Möglichkeiten wollte kein Treffer fallen. Der im ersten Drittel nicht immer sicher wirkende Roosters-Goalie Jenike bekam immer irgendwie einen Arm, einen Schoner oder den Schläger in den Schuss – oder die Bietigheimer zielten knapp daneben. „Wir konnten uns bei unserem Torwart Andreas Jenike bedanken, dass es nach dem ersten Drittel noch 0:0 stand“, erklärt Iserlohns Trainer Greg Poss.

Mit Ablauf des ersten Durchgangs kassierte Guillaume Naud eine Strafe wegen Stockschlagens. Die Überzahl zu Beginn des Mittelabschnitts nutzten die Gäste direkt aus. Ein Schuss von Casey Bailey rutschte Steelers-Goalie Cody Brenner durch die Hosenträger. Kaspars Daugavins drückte den Puck letztlich zur Führung über die Linie (22.).

Doppelschlag der Roosters

Nur 53 Sekunden später zappelte die Hartgummischeibe erneut im Steelers-Netz. Colin Ugbekiles Schuss schlug zwischen Maximilian Renner und Christopher Brown sowie über Brenners Schulter im langen Eck ein (23.).

Evan Jasper nährte in der 36. Minute aber wieder die Hoffnungen der Steelers. Nach einem Querpass von Mathew Maione nagelte der kanadische Angreifer in Diensten der Steelers das Spielgerät unter die Latte – 1:2.

Im Schlussabschnitt waren die Bietigheimer auch die bessere Mannschaft, die besseren Chancen hatten aber zunächst die Gäste. Und sie bauten ihre Führung auf 3:1 aus. Raedeke bediente Maciej Rutkowski, der zum 3:1 ins kurze Eck traf (48.). Kurz darauf hätte Anthony Rech nachlegen können. Doch der Iserlohner Angreifer traf nur den Pfosten (52.).

Zum dem Zeitpunkt hatte Jasper allerdings bereits verkürzt. Mit seinem zweiten Treffer hielt er die Steelers weiter im Spiel (51.). Als Kangasalusta aber alles auf eine Karte setzte und Goalie Brenner vom Eis nahm, machte Eugen Alanov 4,7 Sekunden vor dem Ende alles klar für die Gäste.

Die nächste Chance, den Rückstand auf die Augsburger Panther zu verringen, haben die Bietigheimer am Sonntag (19 Uhr) bei den Kölner Haien. Dann hoffentlich mit dem neuverpflichteten Verteidiger Arvin Atwal (siehe „Steelers holen Arvin Atwal zurück nach Europa“). „Es gibt zu viele Spieler, die viele Minuten spielen müssen. Wir brauchen dringend einen weiteren Akteur. Deshalb hoffen wir, dass er an diesem Samstag in Bietigheim eintrifft“, erklärt Kangasalusta.

 
 
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