Bietigheimer 3:2-Sieg nach Verlängerung Steelers jubeln beim Familientreffen in Bad Tölz

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Matt McKnight (links) erzielte die Tore zur Bietigheimer 2:0-Führung. Hier trifft der Center auf seinen früheren Mitspieler Tyler McNeely, der seit 2019/20 für Bad Tölz stürmt. ⇥ Foto: Wolfgang Fehrmann

C.J. Stretch erzielt in der Verlängerung das entscheidende Tor zum Bietigheimer 3:2-Sieg. Bastian Steingroß trifft als Schiedsrichter auf seinen Ex-Klub.

Es hatte etwas von einem Familientreffen, als sich am Freitagabend die Tölzer Löwen und die Bietigheim Steelers am dritten DEL2-Spieltag in der wee-Arena duellierten. Denn im Team der Oberbayern standen mit Trainer Kevin Gaudet und Tyler McNeely der frühere Erfolgscoach und ein ehemaliger Topstürmer der Steelers. Das Geisterspiel pfiff mit Bastian Steingroß eine Legende der jüngeren Bietigheimer Eishockey-Vergangenheit – von 2012 bis 2019 verteidigte der 38-jährige Berliner für die Schwaben. Und auch Stephan Bauer, sein Hauptschiedsrichter-Kollege, trug einst das SCB-Dress.

Der Held des Abends im weißen Trikot der Schwaben war dann ebenfalls ein alter Bekannter: Center Matt McKnight, seit 2013 im Klub, steuerte die ersten zwei Bietigheimer Tore zum 3:2-Sieg nach Verlängerung bei. Mit seinem Treffer in der fünften Minute der Zusatzschicht sicherte C.J. Stretch dem Team aus dem Ellental letztlich den Extrapunkt.

Gleich am ersten Bully waren drei Personen beteiligt, die einst in einem Team spielten: Steingroß, McNeely und Steelers-Dauerbrenner René Schoofs. Mit den Heimsiegen gegen Kaufbeuren und Dresden im Rücken legten die Gäste selbstbewusst los und dominierten das Auftaktdrittel. Per Abstauber gelang McKnight das 1:0 für den SCB (7.). Zuvor war ein Schuss von Riley Sheen am Oberkörper von Löwen-Goalie Maximilian Franzreb abgeprallt.

Eine kanadische Co-Produktion war auch der zweite Treffer: McKnight bezwang Franzreb nach Sheens Querpass mit einem Schuss durch die Hosenträger. Aus heiterem Himmel fiel das 1:2-Anschlusstor. SCB-Keeper Cody Brenner hatte einen Schuss von Sasa Martinovic schon zur Seite geklärt, als Lubor Dibelka nachstocherte. Von Brenners Schoner sprang der Puck auf die Linie, und Andrej Bires, DEL-Leigabe von den Nürnberg Ice Tigers, schaltete gedankenschnell und bugsierte die Scheibe ins Netz (17.). Angesichts von 22:7 Torschüssen für Bietigheim und gleich vier Strafzeiten gegen die Oberbayern waren die Gaudet-Schützlinge noch mal glimpflich davongekommen.

Das Momentum wechselte in Durchgang zwei. Stretch musste kurz hintereinander zweimal auf die Strafbank, und wenig später tat es ihm Tim Schüle gleich. Der Bad Tölzer 2:2-Ausgleich kam aber bei fünf gegen fünf zustande: Als ob er Augen im Rücken hätte, setzte Luca Tosto mit einem Traumpass von außen Philipp Schlager in Szene, und der Kapitän, ein weiterer früherer Steelers-Profi, traf rechts oben in den Bietigheimer Kasten (32.). Längst hatten die Löwen Oberwasser.

Tigers Bayreuth in Quarantäne

Im ausgeglichenen Schlussdrittel waren beide Mannschaften bestrebt, keine Fehler zu machen, und belauerten sich. Einmal mehr eine Klasse für sich war das Penalytkilling der Steelers – alle sechs Unterzahlsituationen überstand das zuständige Special Team schadlos. In der drittletzten Minute kam Alexander Preibisch wider Erwarten zu einem Schlagschuss unmittelbar vor dem EC-Kasten, doch Franzreb rettete mit Bravour. Zuvor hatte auch Brenner mehrmals sein Können bewiesen – beide Torhüter legten eine Galavorstellung hin.

In der fünften Minute der Verlängerung hatte dann aber der Löwen-Schlussmann das Nachsehen: Im Spiel vier gegen drei nutzte Stretch seinen Freiraum und jagte den Puck zum 3:2 ins lange Eck. Am Sonntag (17 Uhr) erwarten die Steelers den EHC Freibrug zum Auftakt eines Heimspiel-Viererpacks. Bad Tölz ist spielfrei, weil der Sonntagsgegner Bayreuth Tigers wegen eines Corona-Falls noch bis zum 21. November in Quarantäne ist.

 
 
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