Stürmer Daniel Weiß bekennt sich zum DEL-Aufsteiger Profi verrät mehr, als Steelers lieb ist

Von Andreas Eberle
Daniel Weiß, hier im Schwenninger Trikot, hat bereits verkündet, dass er künftig für Bietigheim spielt. Eine Bestätigung der Steelers steht allerdings noch aus. ⇥ Foto: Jonas Brockmann/ Eibner-Pressefo via www.imago-images.de

Der DEL-erfahrene Daniel Weiß verkündet in den sozialen Medien, dass er künftig für Bietigheim stürmt. Doch der sportliche Aufsteiger will den Lizenzentscheid abwarten – und bestätigt nur Gespräche.

Der Juli naht und damit auch die Entscheidung, ob die Bietigheim Steelers eine Lizenz für die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) bekommen – oder, falls nicht, ob sie zweitklassig bleiben. Bis dahin will sich Volker Schoch nicht in die Karten schauen lassen. „Der Standort Bietigheim wird sich zu allen Themen öffentlich erst äußern, wenn wir wissen, in welcher Liga wir spielen. Davon hängen die Vorbereitung, das Budget, die Sponsorengelder und die Mannschaft ab“, sagt der Geschäftsführer des sportlichen Aufsteigers, der wie gehabt zweigleisig plant.

Bekenntnis auf Instagram

Umso mehr wundert sich Schoch über die diversen Verlautbarungen, die es in den vergangenen Tagen von anderen Klubs (was Testspiele anbelangt) und einem potenziellen Neuzugang gegeben hat. So war auf dem Instagram-Account von Daniel Weiß zu lesen, dass er künftig für Bietigheim stürmen wird – und zwar mit der Nummer 57. Doch laut Schoch ist der Wechsel des bisherigen Schwenningers zum DEL2-Champion noch gar nicht fix. „Korrekt ist aber, dass wir in Gesprächen sind“, sagt der Steelers-Boss und schiebt nach: „Es wäre ja fatal, wenn wir gar nichts tun würden.“

Weiß würde jedenfalls gut ins Bietigheimer Beuteschema passen. Der 31-jährige Linksschütze stammt aus Titisee-Neustadt, kommt also aus dem Ländle, und verfügt über jede Menge DEL-Erfahrung. Für Berlin, Nürnberg, Augsburg, Düsseldorf, Iserlohn und Schwenningen absolvierte er 651 Spiele im Eishockey-Oberhaus und sammelte dabei 162 Scorerpunkte (64 Tore, 98 Vorlagen). Bis Ende Januar spielte Weiß für den DEL2-Verein Eispiraten Crimmitschau, ehe er von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch machte und sich den Schwenninger Wild Wings anschloss. Dort stand er bis zum Rundenende mit seinem älteren Bruder Alexander gemeinsam auf dem Eis. Doch zur neuen Saison bekamen die beiden Weiß-Brüder im Schwarzwald keinen neuen Vertrag mehr. Alexander zieht darum nach Krefeld weiter – und Daniel könnte nun nach Abwehrtalent Jimmy Martinovic (19) der zweite Neuzugang im Ellental sein.

Nach Informationen der „Eishockey News“ soll auch Dylan Wruck auf der Einkaufsliste stehen. Der 28-jährige Flügelstürmer ist beim Erzrivalen Heilbronner Falken in den vergangenen beiden DEL2-Spielzeiten der herausragende Akteur gewesen. 2019/20 wurde er sogar als Spieler des Jahres ausgezeichnet. Von 2014 bis 2019 ist Wruck für Iserlohn, Köln und Straubing bereits in Liga eins auf Torejagd gegangen. Ein weiterer Vorteil: Als Deutsch-Kanadier würde er das Ausländerkontingent nicht belasten.

Schoch dementiert allerdings, mit Wruck bisher Kontakt gehabt zu haben. Er kennt sich aber offenbar gut in der Gefühls- und Vertragswelt des Falken-Topscorers aus. „Ich weiß, dass er unbedingt in die DEL will und er eine Ausstiegsklausel in Heilbronn hat.“ Dass es in der Gerüchteküche brodelt, kommentiert der Geschäftsführer mit einem Schmunzeln. „Mit uns werden viele Spieler in Verbindung gebracht. So groß ist unsere Kabine gar nicht.“

Testspiele gegen drei DEL-Klubs

Das Vorbereitungsprogramm hängt ebenfalls von der Ligenzugehörigkeit ab. Sollten die Steelers in der DEL2 bleiben müssen (Saisonstart 1. Oktober), ist nur eine gut vierwöchige Übungsphase vorgesehen, die dann – vor allem aus wirtschaftlichen Erwägungen – erst Anfang September beginnt. Einen Monat früher bittet das Trainerteam Danny Naud/Fabian Dahlem die Profis zum Trainingsauftakt, wenn der Klub in der Eliteklasse antreten darf. Dort beginnt die Saison 2021/22 bereits am 9. September. Für diesen Fall stehen Testspiele gegen die DEL-Klubs Grizzlys Wolfsburg (18. August), Adler Mannheim (21. August, jeweils im Ellental), Augsburger Panther (27. August, auswärts) sowie Zweitligist Löwen Frankfurt (3. September, daheim) bereits fest – offiziell bestätigt von den jeweiligen Gegnern. Denn wie eingangs erwähnt gilt auch hier: Die Steelers halten sich bis zum Lizenzentscheid kommunikativ zurück.

 
 
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